„Google JUNIOR“ – Auch surfen will gelernt sein… Kindersuchmaschinen erschaffen sicheren Raum im Internet

Auch wenn der tägliche Umgang mit dem Internet heutzutage für viele Kinder und Jugendliche selbstverständlich ist (siehe auch Studie Digital Natives), bleibt es für viele Eltern ein heikles Thema. Im Internet finden sich viele Angebote extra für Kinder; verschiedenste Spiele, Foren, Chats und Lernprogramme, sowie extra für Kinder aufbereitete Informationen (z. B. Nachrichten oder Unterstützung bei den Hausaufgaben). Jedoch birgt es bekannterweise auch viele Risiken, wenn Kinder frei, ziellos und unbeaufsichtigt im Internet surfen. Es kann passieren, dass sie nicht altersgerechte Seiten aufrufen, oder durch unvorsichtigen Umgang mit dem Internet private Daten (Adresse, Kontonummer etc.) preisgeben. Darum ist es heutzutage sehr wichtig, schon früh die Medienkompetenz von Kindern zu fördern. So lernen sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und kennen die Risiken und Gefahren, die sie somit einschätzen und bestenfalls meiden können.

Hierbei könnten spezielle Suchmaschinen für Kinder helfen, von der nur vorher überprüfte und als ungefährlich und kindergerecht eingestufte Websites anzeigt werden. Sie funktionieren nach dem Prinzip der „Whitelist“, einer Positivliste, zu der auch auf Empfehlungen von Eltern, Kindern oder Pädagogen neue Websites hinzugefügt werden können.

Nun ein kurzer Ausblick auf die wichtigsten Kindersuchmaschinen in Deutschland:

BlindeKuh.de ist eine Suchmaschine für Kinder, die 1997 als ehrenamtliches Projekt ins Leben gerufen wurde. Die Seite bietet neben der Suchfunktion, viele verschiedene Angebote und Funktionen für Kinder, wie z. B. Spiele, Bastelanleitungen, Rechner und vieles mehr. Außerdem finden Kinder hier viele wichtige Tipps und Ticks für einen verantwortungsbewussten und risikoarmen Umgang mit dem Internet, z. B. für Mädchen im Netz, Wahl des richtigen Profilbildes und das Hinterlassen von Datenspuren. Leider wirkt die Seite ein bisschen altbacken vom Design und der Aufmachung her. Da die Seite über so viele Jahre gewachsen ist, wirkt sie überfrachtet mit einer Unmenge an Möglichkeiten und einer verschachtelten Navigationsstruktur, wodurch viele der eigentlich sehr schönen Features untergehen.


Blinde Kuh

Abb. 1: Blindkuh.de erschafft schon seit 1997 einen sicheren Surfraum für Kinder im Internet


Die Website Fragfinn.de ist ein von Politik und Wirtschaft finanziertes Projekt, für die Förderung von Medienkompetenz und die Erschaffung eines sicheren Surfraumes für Kinder. Der Fokus liegt hier ganz klar auf der Suche von Inhalten. Das Suchfeld ist sehr prominent platziert und die Seite wirkt dank klarem Design sehr übersichtlich und aufgeräumt. Auf der Website sind außerdem noch andere Funktionen wie Nachrichten, Spiele und ein Chat integriert. Ein zusätzlicher Elternbereich erhält außerdem wichtige Informationen und Tipps zur Förderung von Medienkompetenz und erhält Links zu verschiedenen Jugendschutzsoftwaren, sowie Unterrichtsmaterial für Pädagogen und Erzieher.


fragFINN.de

Abb. 2: Kinderfreundliche Gestaltung und hilfreiche Informationen für Eltern


Helles-köpfchen.de vereint ein Wissensportal, eine Suchmaschine und Community. Es besticht durch das klar strukturierte Design, konsistente Navigation und die Qualität der Suchergebnisse. Außerdem ist die Website durch die farbenfrohe Gestaltung und die große Schrift gut an die Bedürfnisse der jüngeren Nutzergruppe angepasst.

Helles-köpfchen.de

Abb. 3: Aktuelles und reichhaltiges Informationsangebot und sicherer Kinderchat


Die Website trampeltier.de ist als Suchmaschine für Kinder nur bedingt empfehlenswert, da die erzielten Suchergebnisse nicht immer sicher sind und viele von den Anzeigen einen kommerziellen Charakter haben, da die Seite von Werbung finanziert wird.


Abb. 4:Kindersuchmaschinen im Vergleich

Abb. 4:Kindersuchmaschinen im Vergleich


Zusammenfassend ist zu sagen, dass mehr Aufmerksamkeit für den Kindermedienschutz sehr zu begrüßen ist. Die vorhandenen Suchmaschinen zeigen gute Ansätze, um Kindern ein sicheres Surferlebnis zu ermöglichen und ihnen die zahlreichen Möglichkeiten des Mediums Internet nicht vorzuenthalten, aber es besteht hier auch natürlich noch Optimierungspotenzial. Auch laut einer Studie des Deutsche Jugendinstitutes (DJI) besteht bei den Kindersuchmaschinen noch Raum für Verbesserungen. Durch eine Analyse der Loginfiles wurde das Suchverhalten von 6 bis 13-jährigen analysiert und festgestellt, dass ihr Suchverhalten stark mit ihrem sprachlichen Entwicklungsstand verknüpft ist. So könnte die Gebrauchsfreundlichkeit laut DJI durch einfache Anpassungen wie Rechtschreibkorrektur, Vorschläge für Suchbegriffe sowie einen optimierten Index verbessert werden.

Auch eine regulierbare Altersgruppe (vergleichbar mit der FSK 6, FSK 9 und FSK 12) wäre eine hilfreiche Ergänzung, um die Website und die gefundenen Inhalte auf das Alter der Kinder anzupassen. So könnten die Freiheiten und Befugnisse langsam erweitert werden, damit Kinder mit der Zeit immer eigenverantwortlicher und freier durch das Internet surfen können.

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