Meine Highlights der IA Konferenz 2013: Cross-Platform, Responsive Design und Design Studio Methode

7. Deutsche Konferenz für Informationsarchitektur

Genauso wie meine Kollegin Andrea Struckmeier konnte auch ich Anfang Mai bei der IA Konferenz in Berlin dabei sein. Das Motto der Konzepter-Konferenz war „Prozess.Dialog.Qualität.“, und so ging es dieses Jahr auch verstärkt um die Kombination von agilem Projektmanagement mit UCD-Prozessen, zu der meine Kollegin bereits einen Beitrag verfasst hat. Von mir gibt es deshalb jetzt einen Rückblick mit Fokus auf Themen der Konzeptions-Methodik an sich und weniger auf den Prozessen. Drei spannende Vorträge möchte ich zusammenfassen, in denen es um Cross-Platform-Projekte und Responsive Design sowie die Design Studio Methode ging.

Umsetzungsstrategien für Cross-Platform Projekte

Klaus Rüggenmann präsentierte die Überlegungen von Aperto zur Frage: Wie setzt man am besten eine Webseite um, die auf verschiedensten Endgeräten angezeigt werden soll? Seine Antwort (natürlich): Es kommt drauf an.

Zunächst zeigte er anschaulich die verschiedenen Möglichkeiten auf, die es heutzutage gibt, ebenso wie ihre spezifischen Vor- und Nachteile: Responsive Design, Device Templates (unterschiedliche Ausgabe je Geräteklasse), Platform Solution (automatische Generierung von Ausgaben für jedes einzelne Gerät) sowie native und Hybrid-Apps.

Diese Möglichkeiten kombinierte er dann zu 4 Umsetzungstrategien, die sich für unterschiedliche Arten von Projekten eignen:

  • Reines Responsive Design
    • Komplette Neukonzeption der Seite
    • Keine speziellen mobile Use-Cases
    • Keine komplexen Features wie ein Shop
    • Ladezeit und Performance nicht erfolgskritisch
  • Responsive Design + Device Templates für mobile Geräte (eventuell nur für einzelne Seiten/Module)
    • Anpassung einer bestehenden Website für Mobile
    • Spezielle Use-Cases und damit Features für mobile Devices
    • Komplexe Features oder Prozesse
    • Ladezeit und Performance sind erfolgskritisch
    • Nutzung der Templates durch eine Hybrid-App geplant
  • Responsive Design + Platform Solution für Smartphones (und eventuell für Tablets)
    • Maximale Geräteabdeckung gewünscht
    • Extrem hohe Anforderungen an Ladezeiten und Performance
    • Hohes Budget für den Betrieb und die Nutzung einer proprietären Beschreibungssprache sind akzeptabel
  • Apps + Hybrid-Apps
    • Klare Use- und Business-Cases für eine App
    • Regelmäßige Updates und App-Management sind akzeptabel
    • Native Gerätefunktionen sollen genutzt werden
    • Sichtbarkeit über App-Stores erzeugt werden soll

Responsive Design – wie verändert sich der Designprozess wirklich?

Wie sich schon im gerade beschriebenen Vortrag gezeigt hat spielt Responsive Design eine immer größere Rolle, da es die Basis für fast alle Umsetzungsstrategien bildet. Sabine Berghaus berichtete in ihrem Vortrag von den Erfahrungen, die SapientNitro bei der Konzeption einer umfangreichen responsive Website gesammelt hat. Dabei reflektierte sie einige Regeln wie „Kein Photoshop“ oder „Mobile First“, um zu einer pragmatischen Toolbox zu gelangen:

  • Responsive Guide: Definiert generelle Regeln wie die Spaltenanzahl zu den einzelnen Viewports
  • Content First: Gestaltungsprinzip, bei dem zuerst die Art und Reihenfolge der Inhalte unabhängig vom Viewport definiert wird
  • Responsive Patterns:  Gestaltungsmuster, die auf alle Module (Inhalte) angewendet werden
  • Connected Thinking: Entwickler sind fester Teil des Kreativteams, um Konzepte direkt prüfen zu können und so die getrennten Budgets für Design und Entwicklung nicht zu gefährden
  • Goldene Regeln für Responsive Design: Mit dem Kunden, der das Konzept von responsive Design nicht kennt, wird ein gemeinsames Verständnis geschaffen

Design Studio – schnell und gemeinsam Lösungen visualisieren

Leonie Lentz von Aperto stellte am zweiten Konferenztag die Design Studio Methode vor, einen Prozess für die kollaborative Generierung und Weiterentwicklung von Ideen für komplexe UX-Designprobleme. Dabei arbeiten interdisziplinäre Teams in einer Art Workshop zusammen, um schnell unterschiedlichste Lösungen zu explorieren, ihr Wissen zu teilen und so gemeinsames Verständnis und Commitment zu schaffen.

Der Ablauf des Design Studios hält sich einen an sehr strikten Zeitplan (Timeboxing):

  • Skizzieren (5 min)
  • Präsentieren (2 min)
  • Kritisieren (3 min)

Diese drei Phasen werden über 3 Iterationen durchgeführt, in denen Feedback eingearbeitet wird und existierende Ideen geklaut und kombiniert werden dürfen. So entstehen aus sehr vielen ersten Ideen zum Ende des Prozesses zwei richtig gute.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.