„Guck mal, was ich grad gekauft habe“ – Beispiele für die Post Purchase Sharing-Option bei Onlinekäufen

Wer etwas bestellt, muss normalerweise erst einmal die Lieferung abwarten, bis der Neuerwerb im Bekanntenkreis präsentiert, diskutiert und weiterempfohlen werden kann. Voller Vorfreude und Besitzerstolz kann die Geduld des Käufers dabei auf eine harte Probe gestellt werden.

Dank sozialer Netze gibt es aber inzwischen auch online eine Möglichkeit, andere Personen direkt über seine Einkäufe zu informieren – das Post Purchase Sharing. Eine Sharing-Option ermöglicht dabei direkt nach dem Kauf, also auf der Bestellbestätigungsseite, seine Kontakte bei Facebook, Twitter und Co. über die gekauften Produkte zu informieren.
Für die Nutzer mit Mitteilungsbedürfnis ist das zunächst einmal sehr bequem. Sie können direkt an Ort und Stelle ihre Freude über den Kauf mit anderen teilen. Die Bereitschaft, Produkte in sozialen Netzen zu teilen, ist dann auch unmittelbar nach dem Kauf besonders hoch, wie u. a. eine Studie von Eventbrite zeigt.
Doch nicht nur für die Nutzer bietet diese Funktion Vorteile. Vor allem für die Shops ist jeder geteilte Einkauf Gold wert, gibt es doch kaum eine bessere Werbung als eine Produktempfehlung unter Freunden. Die sozialen Netze sorgen dabei bequem für eine deutlich weitere Verbreitung der Werbebotschaft als über ein persönliches Gespräch oder einen direkten Mailkontakt.

Gründe genug, sich einmal umzuschauen, wie es derzeit um den Einsatz von Post Purchase Sharing bestellt ist.

Im deutschsprachigen Raum scheint diese Funktion noch nicht Standard zu sein. Die wenigen Shops, die sie überhaupt anbieten, wie z. B. Amazon oder Dawanda, setzen sie kaum in Szene. Auf den Bestellbestätigungsseiten dieser Shops findet sich kaum mehr als ein nüchterner „Empfehlen-“, „Mitteilen-“ oder „Freunden zeigen-“ Button im Umfeld des gekauften Produkts.

Beispiel Dawanda

Bei Dawanda weist allein der Button „Freuden zeigen“ auf die Möglichkeit hin, Freunden die kürzlich erworbenen Produkte zu präsentieren. Zwar fügt sich der Button gut ins Layout der Seite ein, aber eine weitere Motivation zum Teilen erfolgt nicht.


Post Purchase Sharing

Post Purchase Sharing bei Dawanda (Button unten rechts)


Geht das nicht noch besser?

Einige englischsprachige Shops machen vor, dass Kunden sowohl in der Gestaltung als auch bezüglich des Wordings wesentlich deutlicher auf die Post Purchase Sharing-Option hingewiesen werden können.

Beispiel Uncommon Goods

Uncommon Goods nutzt die Begeisterung, die nach dem Kauf eines tollen Produkts empfunden wird und appelliert an alle, die das Produkt lieben, dieses zu teilen. Ein Textfeld ermöglicht dabei das Verfassen eines persönlichen Hinweistextes. Zur Unterstützung ist jedoch gleich ein Textbeispiel eingetragen, welches ebenfalls auf die Begeisterung nach dem abgeschlossenen Kauf anspielt.
Eine Abbildung der Produkte, die geteilt werden sollen und die Wahlmöglichkeit zwischen großen Buttons für die verschiedenen Kontaktarten veranschaulichen die Sharing-Option zusätzlich.


Post Purchase Sharing

Post Purchase Sharing bei Uncommon Goods (Quelle: http://pinterest.com/friendbuy/custom-share-widgets/)


Beispiel Warby Parker

Eine etwas andere Ansprache wählt Warby Parker. Hier werden die Kunden zur Mithilfe bei der Verbreitung der Informationen über den Shop aufgerufen. Zudem findet sich auch hier wieder ein Textfeld mit einem Textvorschlag, der wiederum auf die Begeisterung des Kunden und die Ungeduld bis zum Eintreffen des Produkts abzielt.


WarbyParker

Post Purchase Sharing bei Warby Parker (Quelle: http://pinterest.com/friendbuy/custom-share-widgets/)


Beispiel NatureBox

NatureBox wählt wiederum einen anderen Ansatz. Hier werden die Nutzer dazu animiert, ihren Freunden das Unternehmen weiterzuempfehlen, damit diese ebenfalls von NatureBox profitieren können, es geht also eher um den Nutzen für die Freunde.


NatureBox

Post Purchase Sharing bei NatureBox (Quelle: http://pinterest.com/friendbuy/custom-share-widgets/)


Beispiel MeUndies

Bei MeUndies fällt die Sharing-Option durch das aufmerksamkeitsstarke Hintergrundbild auf. Vor allem aber wird hier durch ausgelobte Rabatte für Kunden und Freunde besonders aktiv um das Teilen des Einkaufs geworben.


MeUndies

Purchase Sharing bei MeUndies (Quelle: http://pinterest.com/friendbuy/custom-share-widgets/)


Deutlich wird:
All diese Beispiele sprechen verschiedene Motivationen an, seinen Kauf mit Freunden zu teilen. Grundsätzlich ist das schon einmal ein vielversprechender Ansatz, denn je besser die Ansprache der aktuellen Intention entspricht, je mehr die Nutzer sich hier verstanden und unterstützt fühlen, desto leichter wird der Klick auf den Sharing-Button fallen – wovon letztendlich auch die Shopbetreiber profitieren werden.

Aber welches sind letztendlich die wesentlichen Motivationsgründe für den Klick? Welche Ansprache der Nutzer verspricht entsprechend auf der Bestellbestätigungsseite besonders viel Erfolg und zusätzliche Werbung?

Die Antwort darauf wird in Kürze im Rahmen einer Befragung untersucht und dann hier veröffentlicht. Wir dürfen gespannt sein.
Haben Sie schon eine Vermutung oder kennen Sie weitere interessante Beispiele für Post Purchase Sharing?

3 Kommentare zu „„Guck mal, was ich grad gekauft habe“ – Beispiele für die Post Purchase Sharing-Option bei Onlinekäufen

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