Squeeze Pages – nervig & effektiv E-Mail-Adressen gewinnen

Wer hätte nicht gern mehr Abonnenten für seinen Newsletter? Oder Mail-Adressen für die Akquise? Es gibt viele Methoden, die Besucher einer Site dazu zu bringen, ihre E-Mail-Adresse herauszurücken. Die derzeit effektivste sind Squeeze Pages.

Besucherinteresse vs. Betreiberinteresse

Jede einzelne gut gemachte Seite einer Website hat einen klar definierten Zweck.

Manche informieren nur und bereiten so eine Aktion des Besuchers vor – also etwa die Kontaktaufnahme oder einen Kauf.

Andere Seiten wollen den Besucher dazu bringen, etwas ganz Konkretes zu tun. In einem Shop wollen die Produktseiten den Besucher zum Abschluss führen. Allerdings will das der Besucher aber vielleicht in diesem Moment (noch?) gar nicht. Zwang ist also keine Lösung. Bei Konzeption und Gestaltung jeder Seite muss man abwägen zwischen den Interessen des Besuchers und denen des Betreibers der Site.

 

Screenshot Website Manufaktum-Shop

Produktdetailseiten haben viele Aufgaben. Prominent: der Button, um das Produkt in den Warenkorb zu legen

Bei der Gestaltung der Produktseite ist der „kaufen“- bzw. „in den Einkaufswagen“-Button sehr deutlich gestaltet und weit oben platziert. Andererseits werden dem Besucher meist viele weitere Links angeboten, etwa zu ähnlichen Produkten, zu einer Suchfunktion, zu Testberichten uvm.

Doch wenn es eigentlich nur eine einzige Sache gibt, die der Benutzer tun soll, dann legt man eine Seite anders an.

Etwa bei den Seiten zum Bestellabschluss: Sie verzichten auf so viele Links wie möglich, und die wenigen, die es gibt, sind möglichst unauffällig gestaltet. So führt man den Besucher auf direktem Weg zur Kasse.

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren Squeeze Pages.

 

Screenshot Informationhighwayman

Ist das Erste, was man beim Betreten einer Site sieht, eine solch klare Aufforderung, spricht man von Squeeze Page.

 

Was genau sind Squeeze Pages?

Für den Begriff Squeeze Page habe ich keinen deutschen Begriff gefunden – sie sind nach „squeeze“, also „auspressen“ benannt. Mit einer solchen Seite pressen Sie aus den Besuchern etwas heraus, meist deren Mail-Adresse. Aber das muss nicht so unangenehm sein, wie es klingt.

Oft ist eine Squeeze-Page eine spezielle Form der
Landing Page, also einer Seite, die das erste Ziel eines neuen Besuchers ist, der von einer Suchmaschine oder einer Anzeige kommt (Banner, AdWords etc.).

Gelegentlich liest man auch den Begriff Splash Page oder Conversion Page. Von der Funktion her sind PopUps vergleichbar: Auch sie erscheinen sofort, wenn der Besucher auf die Site kommt.

PopUps lieber vermeiden

PopUp nennt man ein neues Fenster, das zusätzlich zu dem eigentlichen Linkziel geöffnet wird, sobald der Nutzer auf einen Link klickt.

Im Gegensatz dazu ist eine Squeeze Page entweder eine ganz normale Seite im aktuellen Browserfenster oder ein Layer, das sich über eine Seite legt.

PupUps sollte man am besten ganz vermeiden. Egal, ob es Browserfenster sind, oder ob es Dialogboxen des Betriebssystems sind.

 

Werbe-Layer

Popups werden von vielen Browsern blockiert, daher findet man oft Layer, die wie PopUp-Fenster aussehen.

Ob Browserfenster oder Dialogbox, beide reißen den Besucher aus dem Fluss. Und vor allem, weil früher sehr viele Werbeangebote PopUps genutzt haben, sind sie Vielen allein deshalb unsympathisch – sie haben gelernt, dass hier nie etwas Sinnvolles darin steht.

Aus diesem Grund unterdrücken die meisten Browser inzwischen PopUps auch und öffnen den Inhalt nur in einem neuen Fenster bzw. Tab.

Einsatzzwecke von Squeeze Pages

Meist werden Squeeze Pages eingesetzt, um Folgendes zu bewerben:

  • Newsletter-Abo
  • kostenlose digitale Güter wie E-Books, PDFs, Whitepaper etc.
  • Bitte um Kommentare
  • Verweis auf weitere Inhalte
  • Umfragen
  • Produktwerbung

Wann sind Squeeze-Pages sinnvoll?

Squeeze Pages sollten Sie immer mit Bedacht einsetzen. Denn Sie zwingen Ihre Besucher damit zu etwas, was diese zunächst gar nicht wollten. Die Besucher werden aus ihrem Arbeitsfluss gerissen, und müssen überlegen, ob sie Ihr Angebot annehmen oder nicht. Wenn nicht, müssen sie zumindest den „weiter“-Button klicken.

Andererseits haben aber viele Tests gezeigt, dass Squeeze Pages extrem erfolgreich sein können. Bei der Abo-Rate für den Newsletter einer Site berichtet AWeber zum Beispiel von einer Steigerung von 0,4 auf 5,5 Prozent (siehe The (Easy) Secret To 1,375% More Subscribers).

Voraussetzung für einen guten Erfolg ist natürlich, dass das Angebot stimmt, das Sie machen. Sind Sie sich nicht ganz sicher, verzichten Sie lieber darauf, alle Ihre Besucher zu nötigen.

Vorsichtig anfangen

Gerade wenn Sie bisher noch nicht mit Squeeze Pages arbeiten, sollten Sie anfangs lieber testen. Erstellen Sie einen Split-Test (multivariaten Test oder A/B-Test), in dem Sie zunächst nur einem kleinen Teil Ihrer Site-Besucher die Squeeze Page zeigen.

Sehen Sie sich dann an, wie erfolgreich die Seite ist und wie sie Absprungraten, Konversion etc. beeinflusst.

Typen von Squeeze Pages

Technisch gibt es unterschiedliche Typen:

  • vorgeschaltete Seite
  • Layer („Pop-Over“)
  • Layer mit Lightbox


 

Screenshot Focus

Eigentlich keine Seite: Squeeze „Page“ als Layer

 

Screenshot Website Evalanche

Die häufigste Variante: Layer mit Lightbox

 

Aufbau einer erfolgreichen Squeeze Page

Eine gute Squeeze Page hat folgende Elemente

  • Überschrift
  • Beschreibung Inhalt/Erklärung
  • Abbildung dessen, was der Besucher bekommt
  • Link zu Datenschutzerklärung und/oder Impressum
  • Empfehlungen/Referenzen („social proof“)
  • Formularfeld E-Mail-Adresse
  • Button zur Anmeldung
  • Button/Link zum Überspringen

Auch hier gilt: Nur mit Testen nähern Sie sich dem Optimum. Oft werden etliche Varianten getestet, bis man eine Squeeze Page hat, die wirklich gut funktioniert.

Nicht vergessen: Erinnern Sie sich an Besucher

Wichtig ist auch, dass Besucher, die bereits zugegriffen haben bzw. sich eingetragen haben, die Squeeze Page bei einem weiteren Besuch nicht mehr sehen, sondern direkt zu der Seite kommen, die sie aufgerufen haben.

Und wer das Angebot abgelehnt hat, sollte erst wieder nach einiger Zeit auf die Squeeze Page geleitet werden – üblich sind zwei bis drei Monate.

Probieren Sie es aus!

Die Zahlen sprechen für sich: Squeeze Pages sind zwar für einige Besucher nervig, aber sehr effektiv.

Wenn Sie einen Newsletter haben oder Auto-Mail-Kampagnen durchführen, dann sollten Sie eine Squeeze Page unbedingt einmal testen. Auch um Twitter-Follower oder Facebook-Fans zu gewinnen eigenen sich sich. Für ganz spezielle Sonderangebote ist ihr Einsatz ebenso denkbar, sofern Sie das dann nicht zu oft machen.

Konnte ich Sie überzeugen und wollen Sie das demnächst ausprobieren? Oder haben Sie schon eigene Erfahrungen?

4 Gedanken zu „Squeeze Pages – nervig & effektiv E-Mail-Adressen gewinnen

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    1. Jens Jacobsen Beitragsautor

      Ja, schön auffällig – wobei man sich hier natürlich wieder darüber streiten kann, ob das eine Squeeze-Page ist, weil ja die ganze restliche Site immer zu sehen ist…

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