Auf Los geht’s los: Nutzerfreundliche Trainingshilfen für noch mehr Spaß beim Sport

Running mobile phone application concept.

Einfach nur eine Stoppuhr starten und loslaufen, das war gestern. Auch der gute alte Fahrrad-Computer hat so gut wie ausgedient. Heutzutage unterstützen zahlreiche Apps für mobile Endgeräte das Training und bieten dem Hobby-Sportler nützliche Zusatzfunktionen. Je nach Bedarf können auch externe Geräte wie Plusmesser angeschlossen und umfangreiche Statistiken und individuelle Trainingspläne ausgegeben werden. Doch die Komplexität kann auch die Bedienbarkeit beeinträchtigen. Gerade bei der Nutzung im Freien, in Bewegung oder bei schwierigen Lichtverhältnissen beispielsweise, kommt der Usability eine wichtige Bedeutung zu. Der folgende Beitrag zeigt auf, welche Dos und Don‘ts es dabei gibt und welche Apps mit guter Umsetzung punkten können.

Los geht es mit BikeBrain, dem modernen Fahrrad-Computer mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Es können verschiedene Fahrräder gespeichert werden, auf die dann externe Geräte wie Geschwindigkeits- oder Trittfrequenzmesser eingestellt werden können. Ein Vorteil dieser App sind sicherlich die verschiedenen Ansichten zur aktuellen Fahrt: Es kann eine Art Konsole angezeigt oder das Ganze eher digital dargeboten werden. Auch eine Kartenansicht ist möglich. Zu jeder Fahrt können umfangreiche Daten (neben Datum, Distanz, Durchschnittsgeschwindigkeit und max. Geschwindigkeit auch verbrauchte Kalorien, die Route auf der Karte sowie Fotos) gespeichert werden. Als Nachteil empfinde ich die eher kleinen Buttons, die in Bewegung nicht immer sofort „zu treffen“ sind. Außerdem wirken die Übersetzungen ins Deutsche teilweise noch etwas unprofessionell.


BikeBrain KonsoleBikeBrain DigitalBikeBrain Fahrradeinstellung

Ausschnitte der App „BikeBrain“: Während der Fahrt können verschiedene Ansichten gewählte werden. Das Fahrrad kann mit einem externen Sensor versehen werden, welcher z.B. die Trittfrequenz misst.

Mit ähnlichen Funktionen ausgestattet, jedoch auch für andere Sportarten geeignet, ist die App MapMyRide. Leider wird der Nutzer gezwungen, sich zu registrieren, bevor er loslegen kann. Bei jeder weiteren Nutzung jedoch kann quasi sofort begonnen werden. Der große Button „Aufzeichnung“ ist direkt auf dem Homescreen verfügbar. Einfach die jeweilige Sportart auswählen und loslegen. Per Karte wird dann die Route aufgezeichnet sowie Distanz, Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch erfasst. Insgesamt ist die Bedienung sehr einfach. Als zusätzliches Feature können die am Tag aufgenommenen Kalorien mit den während des Trainings verbrauchten gegenübergestellt werden.


Mapmyride StartMapmyride KalorienMapmyride Sensoren

MapMyRide: Einfache Bedienung und leicht auffindbarer Zugang zum Starten einer Trainingseinheit. Außerdem ein Überblick zur Kalorienbilanz und die Möglichkeit, externe Geräte anzuschließen.

Speziell Läufern können außerdem die folgenden beiden Apps empfohlen werden: Runkeeper und Runtastic zeichnen sich beide durch umfangreiche Funktionen rund um das Langstreckentraining aus. Runkeeper muss zwar mit der Website verbunden werden, um Routen zu planen, zeichnet sich aber durch nützliche Trainingspläne aus, die helfen ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Trainingspläne sind kostenpflichtig, was auf den ersten Blick immer etwas frustriert, wenn dies nicht gleich ersichtlich ist. Jedoch wird dem Nutzer auch erklärt, von wem die Trainingspläne stammen und was die Personen auszeichnet. Dies dürfte die Akzeptanz der Zusatzkosten steigern. Umfangreiche Statistiken runden das leicht zu bedienende Angebot ab.

Runtastic ist bei Läufern ebenfalls wegen seiner einfachen Bedienung und den vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten beliebt. Die Navigation ist sehr übersichtlich gestaltet: Innerhalb der Kategorien, die am unteren Seitenrand aufgeführt sind, ist lediglich ein horizontales Blättern möglich. Der Standort ist also jederzeit ersichtlich und die Rückwege einfach. Der große Button zum Start der Einheit sowie die große Schrift für Zeit und Kilometer sind sehr gut auf den Nutzungskontext angepasst.


Runkeeper PlanRunkeeper Website Routenplanung

Runkeeper punktet mit konkreten Trainingsplänen und individueller Planung der Routen über die Website. Mittels Verknüpfung zur App sind die Routen dann jederzeit verfügbar.

Runtastic StartRuntastic PowersongRuntastic Verlauf

Runtastic hat eine sehr einfache Navigation und die Hauptfeatures, die meist unterwegs genutzt werden, sind in großer Schrift dargestellt (links). Während des Laufs kann vorher eingestellter ein Powersong abgespielt werden, der für neue Motivation sorgt. Zudem kann der Lauf durch Verschieben des Knopfs am unteren Bildschirmrand jederzeit unterbrochen werden (Mitte). Farbige Unterschiede im Streckenverlauf kennzeichnen schnellere und langsamere Reprisen (rechts).

Runtastic ZusatzinfosRuntastic Statistik1Runtastic Statistik2

Nach dem Lauf können Zusatzinfos festgehalten werden; die Icons sind groß genug um sie schnell und bequem anzutippen (links). Umfangreiche Statistiken zu jedem einzelnen Lauf runden das Angebot ab.

Unbedingt erwähnt werden müsse auch die Apps von Nike. Insbesondere Nike + Running und der Nike Training Club bieten tolle Anleitungen für sportliche Betätigungen. Die Nike+ Running-App verfolgt ein anderes Navigationskonzept als die zuvor genannten und bietet über einen Button oben links eine ins Bild fahrende vertikale Navigationsleiste an. Positiv hervorzuheben sind bei der App weiterhin die guten Kontraste zu Gunsten der Lesbarkeit sowie die Austausch- und Vergleichsmöglichkeiten mit Freunden.

Der Nike Training Club macht so viel Spaß, weil viele Vorlagen und Übungen enthalten sind, mit denen jederzeit und überall begonnen werden kann. Je nach Bedarf wird ein Ziel oder ein Schwerpunkt ausgewählt und die Übung konkret beschrieben. Videos helfen beim Verstehen des Bewegungsablaufs. Motivation und Ehrgeiz werden durch Prämien gefördert, die je nach Dauer des Workouts nacheinander erreicht werden können. Interessent ist auch die Verknüpfung zu Produkten von Nike, die über einen „Einkaufen“-Button oben links realisiert wird. Die Navigation erfolgt ausschließlich über die Menüpunkte am unteren Bildschirmrand, Button im Content und Zurück-Links oben links im Bildschirm.


nike+running Navigationnike+running Laufstartnike+running Einstellungen

Nike+ Running verfügt über eine vertikale Navigation, die nur bei Bedarf aufgerufen wird. Schriftgröße und Lesbarkeit sind positiv hervorzuheben.

niketrainingclub Startniketrainingclub Anleitungniketrainingclub Workout

Der Nike Training Club bietet viele konkrete Anleitungen für verschiedene Ziele.

Verknüpfung mit externen Geräten

Viele Apps bieten die Verbindung mit Pulsmessern, Schrittzählern oder ähnlichem an. Für den Nutzer keine einfache Entscheidung: Lohnt sich der Kauf des zusätzlichen Gerätes? Oder ist ein einfacher Plusmesser mit GPS-Funktion nicht auch ausreichend? Welcher Pulsmesser wird von welcher App erkannt? Zumal die Geräte, die nur für eine ganz bestimmte App gedacht sind, ja nicht vor Ort ausprobiert werden können. Also zunächst eine sehr unsichere Entscheidung. Wichtig ist hierbei, dass dem Nutzer genau erläutert wird, was das Gerät tatsächlich kann und wie viel es kostet. Das kommt leider häufig noch zu kurz. Dennoch werden immer mehr Tools angeboten. Adidas und Nike haben beispielsweise eine ganze Serie von trainingsunterstützenden Geräten herausgegeben:

Nike GeräteAdidas Geräte

Links im Bild die Geräte zur Verknüpfung mit den Nike-Apps, rechts die Serie „miCoach“ von adidas.

Erfolgsfaktoren für Trainingshilfen

Der Nutzer hat hier eine riesige Auswahl. Neben positiven Bewertungen und Erfahrungsberichten aus dem Freundeskreis ist der erste Eindruck entscheidend: Wird die App auf Anhieb verstanden? Sind die Funktionen und Inhalte intuitiv bedienbar? Treten hier Fragen auf oder wirkt die App unübersichtlich bzw. kompliziert, wird sie ziemlich schnell gelöscht werden. Daher sollten folgende Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden:

  • Einfacher, einladender und übersichtlicher Home-Screen
  • Leichte Zugänglichkeit zu den zentralen Funktionen, wie z.B. Streckenaufzeichnung. Diese müssen mit 1-2 Fingertipps gestartet werden können.
  • Funktionen, die in der Bewegung (z.B. laufen, fahren) genutzt werden sollen, müssen mit hohem Kontrast und großer Schrift ausgestattet sein. Auch die funktionalen/verlinkten Flächen müssen besonders groß sein.
  • Individualisierbarkeit: Persönlichen Statistiken, Angaben zu Rahmenbedingungen und körperlichen Voraussetzungen geben dem Nutzer das Gefühl, wirklich das „eigene“ Training durchzuführen – dies motiviert und bindet an die App.
  • Vernetzung: Austauschmöglichkeiten sollten nicht zu aufdringlich präsentiert werden. Nicht jeder möchte über sein Training auf Facebook berichten. Vorhandensein sollten sie jedoch in jedem Fall. Gerade die Vernetzung mit Nutzern der gleichen App kann reizvoll sein, weil hier Gleichgesinnte aufeinander treffen.
  • Verknüpfung mit externen Geräten: Die App sollte möglichst aufgeschlossen gegenüber Plusmessern o.ä. sein, die über Bluetooth oder auf anderen Wegen mit dem Smartphone verknüpft werden können. Die Verknüpfungsfunktion muss ebenfalls einfach und zuverlässig sein.

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2 Gedanken zu „Auf Los geht’s los: Nutzerfreundliche Trainingshilfen für noch mehr Spaß beim Sport

  1. Sue

    Danke für die kleine Übersicht! Ich laufe oft mit Nike auf dem iPod. Jetzt werde ich aber auch den Nike Training Club ausprobieren. 😉 Sieht interessant aus.

    Antworten
  2. Pingback: mHealth Apps: Die Zukunft der Medizin? - Teil 1 - Usabilityblog.de

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