Rechtstexte und ihre Usability in Online-Shops

Empfehlung einer nutzerfreundlichen und rechtssicheren Einbindung der Rechtstexte

Eine übersichtliche und nutzerfreundliche Seite ist die Grundvoraussetzung für eine schnelle Bestellabwicklung. Wenn Kunden einen Shop besuchen, ist Ihr Ziel ganz klar – Sie wollen Ware erwerben und das ohne einen unnötig langen und umständlichen Bestellprozess. Komplizierte Darstellungen und unpassende Platzierungen von Rechtstexten sind dabei Hindernisse für einen reibungslosen Einkauf. Leicht erreichbare und professionell erstellte Rechtstexte sind hingegen genauso bedeutend für einen seriösen Webauftritt, wie ein gutes Seitendesign. Online-Händler sollten bei der Umsetzung ihrer Website deshalb auf rechtliche Gegebenheiten sowie bestimmte Aufbaukriterien achten, um Kaufabbrüche im Shop zu reduzieren. Dabei hängt es nicht davon ab, ob es sich um den eigenen Online-Shop, einen Shop auf einer der vielen Verkaufsplattformen oder einen Facebook-Shop handelt.

Verbesserungspotenzial bei der Umsetzung von Rechtstexten

Online-Händler sind gesetzlich verpflichtet, dem Verbraucher vor der Bestellung bestimmte Pflichttexte zur Verfügung zu stellen. Das sind beispielsweise AGB, Widerrufs- bzw. Rückgabebelehrung, Datenschutzerklärung, Impressum & Co. Diese müssen im Online-Shop so dargestellt werden, dass alle Anforderungen an die gesetzlichen Informationspflichten erfüllt sind. Denn fehlerhafte oder fehlende Rechtstexte erschweren nicht nur Geschäftsprozesse, sondern schrecken auch potenzielle Kunden ab.
Das gilt besonders für die Gestaltung des Warenkorb-Bereichs, denn so kurz vor dem Bestellabschluss sollte den potenziellen Kunden nichts mehr vom Kauf abhalten. Aus diesem Grund muss auch der Warenkorb-Bereich gut durchdacht sein.
Im Folgenden werden die einzelnen grundlegenden Informationen aus rechtlicher Sicht sowie zur Steigerung der Qualität des Warenkorbs aufgelistet. Im Warenkorb sollte demnach:

  • der vollständige Produktname des Artikels und spezifische Merkmale des Produkts,
  • die Anzahl jedes einzelnen Artikels,
  • der Produktpreis bzw. Gesamtpreis inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer,
  • die Lieferzeit,
  • die vollständigen Versandkosten für die Gesamtheit der Artikel im Warenkorb (Zusätzlich anfallende Kosten durch Übergröße, Gewicht oder sonstige Merkmale sollten zwingend aufgeführt werden!) und
  • der Hinweis zur Lieferbarkeit sollte bereits auf der Produktseite angezeigt werden.

Darüber hinaus ist es ratsam, alle detaillierten Informationen zu Versandkosten, Lieferzeit und Rücksendungen direkt aus dem Warenkorb z. B. durch einen Link abrufbar zu machen.

Neben der Produktkennzeichnung, der korrekten Angabe der jeweiligen Artikelkosten und der Lieferung muss vor Abgabe der Bestellung noch einmal auf die AGB hingewiesen werden. Genauso wie Impressum und Widerrufsbelehrung muss diese so dargestellt werden, dass sie innerhalb weniger Klicks erreichbar ist. Dies bedeutet, dass die Informationen entweder auf jeder Seite platziert werden müssen oder mit maximal zwei Klicks von jeder Seite aus erreichbar sind.

Ein Negativbeispiel: Die Darstellung der Rechtstexte in sogenannten Scroll-Fenstern ist für die Optimierung der Usability ungeeignet. Es ist weiterhin nicht erforderlich, durch Setzen eines Häkchens die Texte „akzeptieren“ zu lassen. Ausreichend wäre, auf der Bestellübersichtsseite deutlich auf die Rechtstexte hinzuweisen und die Begriffe „AGB” und „Widerrufsbelehrung” an entsprechender Stelle zu verlinken. Zum Beispiel mit dem folgenden Satz: „Bitte nehmen Sie unsere AGB sowie unsere Widerrufsbelehrung zur Kenntnis”.

Für die Bezeichnung der zu den Rechtstexten führenden Links – wie „Impressum“ – sollte auf die etablierten Begriffe zurückgriffen werden, anstatt weniger geläufige Benennungen wie „Backstage“ zu nutzen. Dies ermöglicht eine bessere Auffindbarkeit der Informationen und entspricht auch den gesetzlichen Anforderungen. Eine schnelle Zugänglichkeit muss auch bei kleineren Bildschirmauflösungen, z. B. bei mobilen Endgeräten gewährleistet sein. Hier muss der Nutzer möglichst ohne Scrollen über mehrere Seiten die gewünschten Informationen oder den entsprechenden Link erreichen.
Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass auch bei deaktiviertem Javascript die Sichtbarkeit der Rechtstexte gewährleistet ist und dass für die Einsicht der Informationen keine zusätzlichen Programme benötigt werden.

5 Gedanken zu „Rechtstexte und ihre Usability in Online-Shops

  1. Maikel

    Dazu fällt mir gerade ein: Wenn ich im realen Ladengeschäft einkaufe, unterwerfe ich mich damit doch auch den AGB usw. des Ladens, ohne daß ich deren Kenntnisnahme bestätigen muß.
    Wieso geht das da ohne? Oder ist Entsprechendes in naher Zukunft auch für Ladengeschäfte, Marktstände usw. geplant?:-)

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  2. Pingback: Links der Woche: Geld im Ausland einfordern, eBay bestätigt Eingriff in Online-Shops eigener Händler » Take-me-to-auction

  3. Angi Henn

    Ganz einfach, im Ladengeschäft oder am Marktstand kannst du die Ware prüfen, also die Hose anprobieren oder schauen, ob das Obst frisch ist. Diese Möglichkeit entfällt im Internet bzw. auch schon früher im Versandhandel.

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  4. hannah

    Wie Angi schon erwähnte, im Geschäft kann ich die Ware prüfen. Ob das nun Lebensmittel oder ander Dinge wie z. B. Kleidung ist. Nach einem Kauf kann ich die Ware in der Regel 14 Tage umtauschen. Sollte später ein Mangel auftreten, dann kann ich reklamieren. Meist klappt das ganz gut. Nur – wie mache ich das im Internet. Umständliches verschicken auf dem Postweg. Da ist mir der Gang ins Geschäft schon lieber!

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