Fat Footer – den Fußteil der Seite effektiv nutzen

Was ist das Beste, was ein Besucher im Content-Bereich Ihrer Site tun kann?

Die Seite bis zum Ende lesen/ansehen. Und was machen Sie, um diesen offenbar vom Inhalt angetanen Besucher zu belohnen?

Bieten Sie ihm andere Inhalte an, die ihn interessieren. Eine Möglichkeit dazu sind „ähnliche Artikel“-Links, eine andere, immer noch viel zu selten genutzte, sind die so genannten Fat Footer. Also ein umfangreicher Fußteil der Seite.

Screenshot Fußteil Time

Das Time Magazine bewirbt im Footer Zusatzangebote.

Schon vor fast eineinhalb Jahren haben wir uns im Usabilityblog Footer angesehen (Footer-Gestaltung – Good Practices am Beispiel von Online Shops).

Inzwischen findet man umfangreiche Fußteile häufiger auch auf deutschen Sites, die nichts verkaufen. Der Grund liegt auf der Hand: Dieser Bereich ist sehr aufmerksamkeitsstark und anders als den Seitenkopf sehen ihn nur die Nutzer an, die ein erhöhtes Interesse an den Inhalten der Site haben – sonst hätten sie nicht bis zum Seitenende gescrollt.

Nutzer, die zum Seitenfuß kommen, sind dort aus zwei verschiedenen Gründen:

  1. Sie haben bis zum Ende gelesen – ein gutes Zeichen, Ihre Inhalte interessieren.
  2. Sie haben nicht gefunden, was sie suchen – auch kein schlechtes Zeichen, immerhin sind sie zuversichtlich, noch fündig zu werden, sonst wären sie schon weg.

Daher bietet sich der Seitenfuß vor allem für zwei Elemente an:

  1. Links zu weiterführenden Infos
  2. Navigationshilfen
Screenshot Fußteil Schöner Wohnen

Schöner Wohnen: Elegant, aber etwas sparsam möbliert. So sieht der Seitenfuß immer noch auf vielen Sites aus.

Fat Footer auf Mobilgeräten besonders effektiv

Immer wichtiger wird der Fußbereich mit zunehmender mobiler Nutzung: Gerade auf Smartphones landet der Nutzer häufig am Seitenende, weil mit dem dynamischen Wischen viel schneller der Seitenfuß erreicht wird als beim kontrollierten Scrollen.

Was platziere ich im Footer?

Hier ist der Platz für Ihren wichtigsten CTA (call-to-action, also einer Handlungsaufforderung). Wollen Sie, dass der Besucher Ihren Newsletter abonniert? Sie anruft und einen Termin ausmacht? Ein Facebook-Fan wird? Dann gehört der Link bzw. die Info dazu in den Fußteil jeder Seite.

Auch wer die Seite nur überflogen hat, ohne zu finden, was er sucht, der landet beim Footer. Hier steht er vor der Entscheidung, die Site zu verlassen oder weiter zu suchen. Bieten Sie solchen (Be-)Suchern Links an, die sie in die richtige Richtung weisen.
Für solche Nutzer ist auch das Suchfeld im Footer ein gutes Angebot.

Was nur bei sehr kleinen Sites funktioniert, ist, im Footer eine komplette Sitemap unterzubringen.

Bei Shops sitzen oft Elemente im Fußteil, die das Vertrauen in die Site stärken sollen. So zum Beispiel Prüfsiegel oder der Hinweis auf kostenlose Rücksendung bei Nichtgefallen.

Screenshot Fußteil Wex Cameras

Wex Cameras platziert Trust-Elemente im Fußteil.

Screenshot Fußteil Branded07

Branded 07 setzt auf einen verspielten Footer, der zum Stil der Site passt.

Screenshot Fußteil Baur

Baur setzt unter den Footer auf der Startseite und auf vielen Unterseiten noch den SEO-Text.

Wofür eignet sich der Fußteil noch?

Weiterführende Links müssen nicht nur zu Inhalten auf der eigenen Site führen. Denken Sie auch an:

  • Links zu Social-Media-Profilen (Facebook, Twitter…)
  • Newsletter- und RSS-Abo
  • Callback-Button & Chat
Screenshot Fußteil Blutspendedienst

Links zu Social Media-Profilen beim Blutspendedienst.

Tipps für die Umsetzung auf der eigenen Site

Achten Sie bei der Konzeption eines Fat Footers auf Folgendes:

  • Nur als sekundäre Navigation verwenden
  • Auf jeder Seite gleich
  • Für Funktionen, die auf jeder Seite wichtig sind
  • Auf Inhalte/Funktionen aufmerksam machen, die leicht übersehen werden, aber wichtig sind

Und bei der grafischen Umsetzung eines Fat Footers sollten Sie beachten:

  • Setzen Sie den Footer deutlich vom Rest der Seite ab
  • Nutzen Sie genug Weißraum und drängen Sie die Elemente nicht zu dicht
  • Fassen Sie die Elemente in sinnvollen Gruppen zusammen
  • Beachten Sie die 7 +/- 2-Regel: Nicht mehr als 7+2=9 Elemente, möglichst nicht weniger als 7-2=5 Elemente pro Gruppe
Screenshot Fußteil Nike

Großzügiger, responsiver Footer bei Nike.

Üblicherweise sind Footer in drei oder vier Spalten gegliedert. Bei schmalen Fenstergrößen, etwa auf Smartphones, sollten die Elemente der Spalten untereinander erscheinen (responsive layout), damit sie auch hier noch leicht lesbar und antippbar sind.

Was sind Ihre Erfahrungen? Haben sich Fat Footer bewährt? Oder haben Sie Alternativen, die Sie bevorzugen?

4 Kommentare zu „Fat Footer – den Fußteil der Seite effektiv nutzen

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