Bayern hat auch beim Internetauftritt die Nase vorn

Bayern ist nicht nur das sicherste, größte und wirtschaftlich stärkste Bundesland Deutschlands, sondern auch in Sachen Internetauftritt sticht Bayern heraus. Dies wurde mithilfe des FUX-Analyzers festgestellt, bei dem die Webseiten von Bayern, Hessen und Niedersachsen miteinander verglichen wurden.
Bei diesem von eResult entwickelten Instrument, wird jede der Websites erst von 100 Probanden intensiv genutzt. Die Teilnehmer bewerteten anschließend die Websites auf verschiedenen Dimensionen: Usability, Joy of Use und hinsichtlich nicht-instrumenteller Qualitäten wie Motivation, Ästhetik und Symbolik. Außerdem wurde die Wiedernutzungs- und Weiterempfehlungsabsicht abgefragt. Bei den Dimensionen Joy of Use und Usability geht die Website Bayerns klar als Sieger hervor. Darüber hinaus wird die Site als die ansprechendste und schönste bewertet.

Zunächst die Ergebnisse in der Übersicht:


Ergebnisse des Bundesländer-Vergleichstests im Überblick.

Ergebnisse des Bundesländer-Vergleichstests im Überblick.


Die Webauftritte der beurteilten Bundesländer wirken generell sehr nüchtern und sachlich. Dies ist jedoch keinesfalls negativ zu bewerten, da dieser professionelle Auftritt die Bundesländer seriös und vertrauenswürdig erscheinen lässt. Generell wird viel Wert auf Accessibility und Barrierefreiheit gelegt. Es werden z.B. Möglichkeiten zur Vergrößerung der Schrift angeboten, der Kontrast kann verändert werden und die Inhalte können vorgelesen werden.

Leistungsstarkes Bayern:

Startseite von bayern.de

Startseite von bayern.de


Die große Bildbühne vermittelt sofort einen Eindruck der Themenvielfalt der Website. Die Themen und Inhalte der Website werden in gut formulierten Texten dargeboten, die somit auch gern gelesen werden. Das Informationsangebot ist sehr lokal ausgerichtet, obwohl Teile der Website in neun verschiedenen Sprachen angezeigt werden können – darunter u.a. chinesisch und arabisch. Politische und wirtschaftliche Themen stehen im Vordergrund und Horst Seehofer ist auf sehr vielen Seiten abgebildet. Die Website kommuniziert ein sehr positives Image von Bayern. Darüber hinaus wird die starke wirtschaftliche Leistung Bayerns hervorgehoben und bleibt den Nutzern im Gedächtnis. Die ständige Betonung der herausragenden Leistungen Bayerns und die zur Schau gestellte Heimatverbundenheit, können jedoch auch schnell aufstoßen. Dies hinterließ bei einigen Teilnehmern einen negativen Beigeschmack.

Eine Besonderheit der Website ist, dass das Abspielen von Videos und die Verbindung zu sozialen Netzwerken aktiviert werden muss. Die Nutzer werden im Vorfeld auf die damit erfolgende Übermittlung der Daten hingewiesen.

Ansprechendes Hessen:

Startseite von hessen.de

Startseite von hessen.de


Die Navigation auf hessen.de ist übersichtlich und die verschiedenen Zielgruppen werden durch die unterschiedlichen Einstiege „Für Bürger“ / „Für Besucher“ / „Für die Wirtschaft“ bzw. „Regierung“ und „Presse“ individuell angesprochen. Der auf Tourismus ausgerichtet Punkt „Für Besucher“ bietet Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, zu öffentlichen Verkehrsmitteln, zu aktuellen Veranstaltungen, zur hessischen Kultur und Lebensart und zur hessischen Geschichte.
Hessen in „leichter Sprache“ erklärt die wichtigsten Inhalte der Seite in leicht verständlichen Worten und gibt Tipps, wie die Website genutzt werden kann.

Für die hessischen Einwohner werden viele praktische Informationen angeboten. Wichtige Dokumente stehen als pdf zum Download bereit, so wird z.B. das Stellen von Anträgen bei Ämtern erleichtert. Die Videos werden mit Gebärdensprache präsentiert und die Website kann in drei verschiedenen Farbkontrasten angezeigt werden.

Informatives Niedersachsen:

Startseite von niedersachsen.de

Startseite von niedersachsen.de


Der Internetauftritt von Niedersachsen schnitt in diesem FUX-Analyzer vor allem bei der Globalbeurteilung nicht so gut ab. Die Site wurde als nicht sehr ansprechend beschrieben. Sie ist sehr unübersichtlich u.a. durch zu viele Informationen auf der Startseite. Es werden zwar sehr viele relevante Informationen angeboten, doch es wurde bemängelt, dass die Startseite durch die Anordnung der verschiedenen Elemente fast wie ein Blog wirke. Außerdem wäre die Website, durch Farbgestaltung und Schriftart zu nüchtern und dadurch wenig inspirierend.

3 Gedanken zu „Bayern hat auch beim Internetauftritt die Nase vorn

  1. Jens Jacobsen

    Sehr interessant, und spannend auch, dass die Screenshots der Startseite ziemlich genau den Eindruck auf mich machen, den eure Untersuchung auch herausbekommen hat. (Die dann wiederum ziemlich genau den typischen Bildern entsprechen, die ich bei den drei Bundesländern im Kopf habe – nur ein bisschen mehr Berge müssen für Bayern her…)

    Hast du zufällig irgendwo noch ein paar Infos zum FUX-Analyzer und seine Arbeitsweise?

    Antworten
  2. Anja Weitemeyer Beitragsautor

    Vielen Dank, stimmt, bei Bayern hab auch ich ein Alpenpanorama erwartet 🙂

    Den Fragebogen User Experience (=FUX) setzen wir regelmäßig für Wettbewerbsanalysen ein, natürlich lässt sich dieser auch in generelle Online- oder Onsite-Befragungen integrieren. Das Tolle ist, das inzwischen schon viele Benchmark-Werte vorliegen, so dass sofort klar ist, wo man steht in der Bewertung der User Experience.
    Die ausführliche Methodenbeschreibung gibt es auf eResult.de zu lesen, hier gehts zur FUX-Analyzer-Seite, dort sind auch alle Untersuchungen der letzten Jahre zu finden.

    Wir nehmen gern auch Anregungen an, welche Branche mal unter die Lupe genommen werden sollte. Wo hapert es massiv an der User Experience bzw. wo ist diese noch enorm wichtig?

    Antworten
  3. Pingback: Karussells & Bildbühnen, die Nutzer erfreuen, nicht verwirren - Usabilityblog.de

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