Über den Tellerrand: User Experience im Auto und anderen Gegenständen des Alltags

Gute User Experience ist nicht nur im Web oder bei mobilen Anwendungen gefragt, immer dann, wenn der Mensch mit der Technik interagiert, kann es Hürden geben. Gängige Usability-Heuristiken werden verletzt, so dass die Bedienung zur Geduldsprobe wird. UX’ler sind also auch an dieser Front gefragt, das Einbeziehen von Nutzern in frühen Testphasen sollte selbstverständlich sein.

Autofahren wird zum Erlebnis

Was es Neues gibt, was die Technik für Möglichkeiten eröffnet, darüber berichtet Brennan Boblett von Tesla Motors in einem Interview mit dem UX Magazine:

Hochgelobt als Groundbreaking UX bin ich gespannt auf die Erkenntnisse. Als erstes fällt auf: Die Liebe zum Detail ist wichtig! Ein scheinbar kleines Feature, dass das Öffnen des Garagentores erleichtert. So wird beim Annähern an das Grundstück ein Menü präsentiert, das mit einem „touch“ das Auslösen dieser Aktion ermöglicht. Simpel, aber jeden Tag ein Erlebnis – der Nutzer fühlt sich verstanden, das System unterstützt ihn optimal während der unterschiedlichen Nutzungssituationen.

Weitere Highlights:

  • Dach des Cabrios öffnen, indem man einfach über das angezeigte Bild des Autos „swiped“ – intuitive Bedienung.
  • Jeder Fahrer kann seine persönlichen Einstellungen sichern und abrufen – nicht nur Sitzposition, sondern auch Apps oder Steuerungselemente wie die Klimaanlage, die man häufig braucht.

Ich bin sicher, dass dort im Vorfeld interessante Fokusgruppen, Workshops und Prototypen-Tests stattgefunden haben, um dieses System zur Serienreife zu bringen. Spannende Entwicklung!

Haushaltsgeräte verstehen

Einen weiteren schönen Artikel, der gleich mehrere Usability-Baustellen aufgreift, habe ich auf dem Gefahrgutblog gefunden. Unter dem Titel Usability-Fails im Real Life stellt Falk Ebert ein paar Beispiele direkt aus seinem Umfeld vor, angefangen bei der Waschmaschine über Fernbedienungen bin hin zur Heizung. Durch das Thema „Smart Home“ haben wir da in den kommenden Jahren sicher noch einiges zu erwarten. Persönlich bin ich da ja sehr gespannt drauf, als Tester stelle ich mich gerne bereit.


Zuletzt würde ich gern die Diskussion anstoßen:

Bei welchen Geräten ist eine gute User Experience noch enorm wichtig oder umgekehrt: Wo nervt schlechte User Experience?

Ein Gedanke zu „Über den Tellerrand: User Experience im Auto und anderen Gegenständen des Alltags

  1. Maikel

    Was soll daran intuitiv (und damit sinnvoll) sein, wenn man zum Öffnen des Cabrio-Daches ein Bild des Autos „swiped“? Im Vergleich zu einem ertastbaren Schalter z.B. in der Mittelkonsole, dessen Position man schnell erlernt hat.
    Zum Swipen muß man erst das entsprechende Bild aufrufen, bzw. sicherstellen, daß es sichtbar ist, und dann ohne taktiles Feedback auf dem Touch-Screen swipen.
    Entsprechendes gilt für den Garagentoröffner. Der hat auf meiner Mittelkonsole auch einen festen Platz.

    Gerade im Auto, in dem der Fahrer an einer festen Position und Haltung bleibt, ist eine großzügige logische Verteilung ertastbarer(!) Bedienelemente für wichtige Einzelfunktionen während der Fahrt sicherer zu bedienen als die Steuerung dieser Funktionen via zentralem Dreh-Drück-Steller oder Touchpad, da letztere Methoden grundsätzlich eine visuelle Orientierung und Überprüfung benötigen, die vom Fahren ablenken.
    Dem Touchpad fehlt zusätzlich (immer noch) das taktile Feedback.

    Im Auto hat man nun mal eine wesentlich kritischere Ablenkungs-Situation als zu Hause oder im Büro an PC oder Tablet. Deshalb sollten die Bedienungselemte dort so wenig visuelle Zuwendung erfordern wie möglich.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *