Wir stellen vor: Die Gewinner des eResult Usability-Contest 2013

Bereits zum 5. Mal konnten wir unseren Preis für hervorragende Forschungs-, Konzeptions- und Designarbeiten vergeben. Die Gewinner in diesem Jahr:

Franziska Rumpelt für ihre Forschung zu mobilen Applikationen für Kinder im Kindergartenalter und Philipp Gräßer, der sich mit dem Thema „Blickinteraktion“ beschäftigt hat, also die Mensch-Maschine-Interaktion über blickgestützte Verfahren.

Beide Arbeiten überzeugten die Jurymitglieder, welche in diesem Jahr tatkräftig von Andrea Struckmeier, Anna Metzger und Jan Pohlmann unterstützt wurden.

Die Gewinner dürfen sich damit zu Recht über jeweils 1.500.- EUR Preisgeld freuen. Was genau zeichnet die beiden Gewinnerarbeiten aus?

Mobilen Applikationen für Kinder im Kindergartenalter

Für mich als Vater einer 18 Monate alten Tochter klingt allein schon der Titel super spannend. Gleich dachte ich an meine abendliche Gute-Nacht-Geschichte: Meine Tochter Linda bringt jeden Abend ein Dutzend Tiere eines Bauernhofs ins Bett. Dafür nutzen wir beide gemeinsam eine hervorragend umgesetzte App, in der Dieter Moor als Sprecher mitwirkt. Funktioniert, macht auch mir Spaß und bildet. Was will man als Vater mehr?

Franziska Rumpelt hat sich dieser Frage etwas kritischer genähert. Sie untersuchte inwieweit die Gestaltungsrichtlinien für mobile Anwendungen den Anforderungen von Kindern im Kindergartenalter gerecht werden.

Ihr Ergebnis: Jede Menge Forschungslücken.

Nur wenige Forscher, Unternehmen oder Institutionen beschäftigen sich mit diesem doch so wichtigen Thema. Liegt es daran, dass die Guidelines bereits auf die Anforderungen von Kindern ausgerichtet sind?

Diese Frage beantwortet Frau Rumpelt mit:
„Nur zum Teil“.

Beispielsweise sind Kinder mit einer komplexen Gestensteuerung überfordert, der empfohlene Einsatz von Icons ist nicht immer ratsam, da bei Kindern nicht vorausgesetzt werden kann, dass sie deren Bedeutung kennen und auch der Rat auf kräftige Farben doch bitte zu verzichten, ist einer der nicht unbedingt an den Wünschen der Kinder im Alter von 3-6 Jahren ausgerichtet ist.

Es gibt also einiges zu tun für die Entwickler von Anwendungen für Kinder. Die Arbeit von Franziska Rumpelte bittet all jenen eine hervorragende Grundlage: Sie arbeitet den Stand der Forschung auf und liefert zudem Ergebnisse aus einer eigenen Studie. Lesenswert!

Blickinteraktion

Ein schlichter Titel für ein komplexes Thema: Blickinteraktion beschreibt die Mensch-Maschine-Interaktion mit blickgestützten Methoden.

Philipp Gräßer arbeitet zunächst den Stand der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich auf. Dabei beschäftigt er sich sowohl mit rein blickbasierten Interaktionsprojekten und -ansätzen als auch mit den Möglichkeiten gängige Interaktionsmethoden durch blickbasierte Interaktionen zu ergänzen.

Eine Darstellung der physiologischen Grundlagen unserer Augenbewegungen und Blicke sowie eine Beschreibung gängiger Eye-Tracking Technologien rundet den theoretischen Part seiner Arbeit ab.

Ausgestattet mit diesem Wissen geht es in die Konzeptionsphase:
Philipp Gräßer setzt verschiedene Interaktionskonzepte prototypisch um, testet diese exemplarisch und schafft zugleich eine hervorragende Basis um diese in weiteren Forschungsarbeiten experimentell zu überprüfen.

Ein großer Schritt für eine Erleichterung und Beschleunigung unserer zukünftigen Interaktion mit Geräten und Anwendungen!

2015 geht es weiter!

Nach dem Contest ist vor dem Contest. 2015 geht es weiter, dann steht die nächste Runde des Usability-Contest an.

Wir freuen uns bereits heute auf viele interessante, nützliche und gelungene Arbeiten.

Alle bisherigen Usability-Contest Gewinner auf einen Blick

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