Design im Wandel: Fühlen Sie sich angesprochen hier zu suchen?

Jeder, der sich in letzter Zeit nach neuen beruflichen Herausforderungen umgeschaut hat, weiß diese in der Mehrheit nur noch im Internet zu finden. Waren früher aufwendige Zeitungsrecherchen notwendig, um sich über Jobangebote zu informieren, kann sich der Nutzer heute ganz einfach auf hunderten von speziellen und weniger speziellen Stellenmärkten im Internet umschauen und seinen Traumjob finden.

Vor dem Hintergrund der Anforderungen einer Website, die mehr und mehr klare anwenderorientierte Inhalte und Features anbieten sollte, stellt sich die Frage, wie sich das Design der Stellenanzeigenmärkte in den letzten Jahren gewandelt hat.

Eindeutigere Angebote

Ein Blick auf die Startseite des nutzerstärksten Anbieters von Jobangeboten, Jobscout 24, zeigt, dass sich im Laufe der Jahre durch Facelifts und Relaunches eine Menge getan hat.

 

Die wohl offensichtliste Veränderung besteht wohl hinsichtlich der Strukturierung der Startseite. Die Seite ist in 2013 klar gegliedert. Einzelne Seitenbereiche sind im Vergleich zu 2006 klar durch dezent unterschiedliche Farben und Linien voneinander getrennt. Nicht nur durch die aufmerksamstärkere Positionierung, sondern auch durch die klare Unterteilung der Startseite rückt die Suche nach Jobs in den Mittelpunkt. Das zeigt dem Nutzer sofort was er auch dieser Seite machen kann und vor allem wonach er Suche kann. Die Hilfestellung in der Suchmaske und die Möglichkeit zur Konkretisierung der Eingaben sind deutlich am Nutzer orientiert. Zudem kommt die Suchmaske in einem modernen Layout daher und ist intuitiv nutzbar. Im oberen Bereich eine sehr prominente Suche und darunter weitere Angebote rund um die Karriere und potentielle Städte eines neuen Jobs. Der allgemeine Web-Trend beim Layout hält nun auch bei den Stellenanzeigemärkten Einzug: Eine helle und farbreduzierte Gestaltung lenkt den Nutzer nicht ab und fokussiert klar auf das gemachte Angebot.

Inhaltlich erlebte die Website auch in den letzten 7 Jahren eine Anpassung an die steigenden Nutzerzahlen auf Jobportalen. Der Nutzer kann nun nicht mehr nur nach einem konkreten Beruf suchen, sondern schauen, welche Jobangebote es in einzelnen Branchen gibt. Der sprunghaft angestiegenen und kaum mehr nachvollziehbaren Berufsbezeichnungen wird hiermit Rechnung getragen. Auch die Angebote rund um den gesamten Arbeitsmarkt sind durch die Gestaltung der Website wesentlich klarer 2013 kommuniziert. Dies entspricht der logischen Weiterentwicklung von Websites im Jahr 2014. Dem Nutzer muss sofort deutlich gemacht werden, welche Angebote er auf einer Website erhält. Eine klar erkennbare Struktur und die Abhebung einzelner Themen durch Farben ist bei jobscout24.de schon der erste richtige Ansatz.

Ein Einblick in das Arbeitsleben

Ein weiterer Punkt, um die Zielgruppen genauer anzusprechen, ist das Einbringen von Testimonials, die eine emotionale Ansprache der Nutzer bewirken soll. Das bedeutet der Nutzer muss sich in den Testimonials wiedererkennen. Waren 2006 noch Personen mit Rollkragenpullover und Bluse zu sehen, dominieren 2013 akkurat gekleidete Herren im Anzug. Wenn an die eindeutigen Angebote gedacht wird, die eine Website seinen Nutzern zu machen hat, implizit dies: Hier gibt’s nur Jobs auf der oberen Karriereleiter

Fühlen sich hier nicht nur Akademiker und/oder Arbeitende in leitenden Positionen angesprochen? Was ist mit dem Facharbeiter oder der Krankenschwester? Diese beiden Berufsgruppen scheinen nicht interessant zu sein und müssen wohl wieder auf die klassische Zeitungsannonce zurückgreifen. Dies suggeriert zumindest mir die Website von Jobscout24.

Was meinen Sie? Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Überlegungen zu Stellenanzeigenmärkte-im-Wandel.

Zum Projekt „Design im Wandel“:
eResult verfolgt bereits seit mehreren Jahren die Entwicklung des Webdesigns von 50 verschiedenen Branchen, unter anderem auch von 15 verschiedene Stellenanzeigenmärkten. Die dokumentierten Screenshots werden regelmäßig ausgewertet und Erkenntnisse hier im Usabilityblog vorgestellt – oder gemeinsam mit den Lesern erarbeitet.

2 Gedanken zu „Design im Wandel: Fühlen Sie sich angesprochen hier zu suchen?

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