UX Trends 2014: Mobile, Responsive, Flat

Ich hoffe, Ihr Start ins Jahr 2014 war ruhiger und weitaus positiver als meiner: Festplatten-Crash am 2. Arbeitstag! Immerhin hat mir der persönliche Jahresrückblick auf 2013 beim Schreiben dieses Artikels ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Denn: die von mir propagierten User Experience Trends 2013 haben sich zu großen Teilen bewahrheitet.

Für das Jahr 2014 habe ich nun einmal meinen User Experience Kollegen weltweit den Vortritt gelassen und sie in die Glaskugel schauen lassen. Anbei meine persönliche TOP3 von mehr als 15 Website/Design/UX-Trends-Artikeln inklusive kritischer Kommentierung meinerseits.

Mobile First: Smartphone & Tablet-Nutzung wird immer wichtiger

Mobile (first) ist nun wirklich nichts Neues. Jedoch lohnt es sich immer mehr für eCommerce-Unternehmen aber z. B. auch Medienportale ihre Anwendungen auf die mobile Nutzung zu optimieren, weil die Zugriffe und Umsätze endlich eine kritische Masse übersteigen.
Dies kommt uns als Full-Service UX-Agentur natürlich zugute und ist einer der wesentlichen Gründe, warum wir nun auch einen mobilen Eyetracker zur Messung des Blickverlaufs auf Smartphones und Tablets unser eigen nennen können (siehe: eResult Usability-Lab).
Weitere Infos zur Methodik finden sie hier: Eyetracking auf mobilen Endgeräten – mobile Websites und Anwendungen gezielt optimieren

Responsive, Responsive, … RESPONSIVE

  • „Die direkte Folge aus dem Trend zu Smartphones und Tablets ist, dass responsives Design mittlerweile Pflicht ist. Ihre Site muss also auf allen Bildschirmgrößen problemlos bedienbar sein und gut aussehen.“
    „Ich hätte gedacht, dass das Thema inzwischen abgehandelt ist, aber noch immer tut sich hier einiges, weil es einerseits neue technische Kniffe gibt, vor allem aber, weil viele schlaue Köpfe darüber nachdenken, wie man das Nutzungserlebnis auf den verschiedenen Geräten weiter verbessern kann.“
    Jens Jacobsen, http://www.contentmanager.de/usability/acht-website-trends-fuer-2014/
  • „The proliferation of tablets and smartphones not just in the United States but throughout the world are making it all the more important to put together a web design that looks great everywhere, not only to give the reader the best possible experience, but to save you from having to design several versions of the same website.”
    Jessica Ann, http://blog.fatcow.com/2013/12/26/top-10-web-design-trends-for-2014/

Der Siegeszug von Responsive Websites ist noch lange nicht zu Ende. Viele unserer Kunden aus dem Versandhandel, der Versicherungsbranche, u.a. ziehen nun nach. Jeder 2. Usability-Test mit Endanwender machen wir auf dem Desktop, Tablet und Smartphone. Was dabei zu beachten ist?

Fakt ist, dass Responsive Design es ermöglicht, nur ein einziges Frontend für alle Geräte, Auflösungen und Browser zu entwickeln. Dies löst wiederum aber nicht die Herausforderung der unterschiedlichen Nutzungskontexte und –intentionen.

  1. Beispiel Online-Shop für Mode (Smartphone): ich sitze im Bus und bekomme einen mobil-optimierten / responsiven Newsletter auf mein Smartphone, den ich kurz anlesen und in den Shop abspringe; dort schaue ich mir 6-8 Produkte an, 3 davon möchte ich mir merken, um sie Zuhause genauer (an einem größeren Bildschirm) anzuschauen und ggf. zu kaufen. Ein Produkt gefällt mir bestens und da es nur noch 1x verfügbar ist möchte ich es kaufen. Da der Checkout jedoch ewig dauert, komme ich nicht dazu, da ich meine Zielhaltestelle bereits erreicht habe.
    Neben dem ganzen Thema Responsive Design sind aus meiner Sicht die Themen persistenter Warenkorb & Merkzettel sowie ein verkürzter (1 Click-)Checkout auf Smartphones das A&O. Das wiederum führt zur Notwendigkeit eines Logins. Je nach Produktsortiment und Nutzungsanlass wird das Smartphone somit ein Entscheidungsvorbereiter / Zeitvertreib (Stöbern) sein und hierfür muss die Responsive Website gewappnet sein!
  2. Beispiel Versicherungswebsite (Tablet): Das manches Versicherungsprodukt beratungsintensiv ist und eh schwer übers Internet zu vertreiben ist, zeigen mitunter die AGOF internet facts und der allbekannte ROPO-Effekt. Nun verzweifelt der ein oder andere Versicherer daran, dass die Conversions auf dem Tablet im Vergleich zum Desktop schauderhaft gering sind. Grund hierfür können technische Bugs auf den unterschiedlichen mobilen Plattformen sein, ja. Meiner Meinung nach liegt es eher daran, dass ich beim Surfen auf der Couch nicht mal eben eine Hausratversicherung abschließe. Wie drucke ich mir denn die Dokumente aus (wenn mein Tablet nicht mit dem Drucker per WLAN verbunden ist)? Sollte die These zutreffen, dass das Tablet bei komplexen Versicherungsprodukten nur der Informationsrecherche / Entscheidungsvorlage zur dienen, sind Wege zu finden, den Tabletnutzer später wieder an den Desktop zum Abschluss zu holen (individueller Bookmark, …) ; und: die Messung der Conversion in beiden Kanäle bzw. deren Vergleichbarkeit muss überdacht werden.

Flat Design / Minimalismus / Einfachheit

Ich muss gestehen, dass ich grundsätzlich sehr angetan bin von iOS 7. Einfachheit ist super aus UX Sicht! Schön, wenn eCommerce-Unternehmen es schaffen sich bei Ihrer Anwendung auf das Wesentliche für den Nutzer relevante zu konzentrieren.
Aber bereits beim Anlegen neuer Kontakte auf dem iPhone verliere ich schnell die Orientierung in den Formularfeldern. Noch schlimmer zeigt sich mir dies seit der Umstellung von Office 2010 auf 2013. Ja, es wirkt insgesamt aufgeräumter und moderner; jedoch auf Kosten der Orientierung, der Statusanzeige, und … und … und …

Ggf. wird sich dies mit der Zeit wieder legen aufgrund der hohen Marktdurchdringung von Apple Produkten und der Leidens-/Lernfähigkeit der Benutzer.

Unsere Kundenstudien in den vergangenen Monaten zeigen jedoch, dass viele Bestandskunden (z. B. von Hotelbuchungsportalen und Mode-Online-Shops) mehr (Usability-)Probleme bei der Bedienung von Flat Designs (z. B. iOS 7) haben als bei älteren Designvarianten.

Was mache ich somit nun als eCommerce-Unternehmen? Strikt den neuen Vorgaben folgen und abwarten bis sich Jedermann daran gewöhnt hat (und somit Umsatzeinbußen riskieren) oder doch etwas Individuelles – zumindest für die Übergangszeit – konzipieren, was natürlich mehr Zeit & Geld kostet?

Mein Fazit

Mobile, Responsive, Flat, … alter Wein in neuen Schläuchen?
Zugegebenermaßen gibt es aus meiner Sicht nicht viel Neues in 2014. Die mobilen Endgeräte und die sich damit ergebenden Möglichkeiten dominieren weiterhin das Geschehen.

Als Langzeittrend kann man ggf. noch das Internet of Things bezeichnen, welches mit dem Kauf von Nest durch Google als auch Google Glass selbst sicherlich dieses Jahr noch Fahrt aufnehmen wird.

Was sind Ihre UX Trends 2014?

Ich freue mich auf Ihre Trends und Sichtweise auf die oben genannten Themen und wünsche einen guten und erfolgreichen Start ins neue Jahr!

4 Gedanken zu „UX Trends 2014: Mobile, Responsive, Flat

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