Erfolgsfaktor User Experience beim Zusammenspiel von Wearables und Apps

Der Bereich der User Experience Forschung beschränkt sich schon seit langem nicht mehr auf das Erlebnis am PC/Laptop, sondern mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets werden immer stärker berücksichtigt. Insbesondere bei der Neukonzeption von Websites führt daran kein Weg mehr vorbei. Eine neue Nische, die sich nun auftut, ist die Verbindung zu weiteren technischen Geräten, die am Körper getragen werden, die sogenannten „Wearables“, die sich dadurch auszeichnen, über Sensoren gewisse Körperfunktionen zu messen, aufzuzeichnen und meist in Kombination mit Apps eine Beobachtung und Auswertung dieser erlauben.

So können z. B. Puls und Temperatur übertragen werden, aber auch ein Monitoring der täglichen Bewegung oder Sportprogramms erfolgen – als Motivation und Ansporn, um den inneren Schweinehund zu besiegen!

Getragen am Handgelenk jederzeit dabei

Spekulationen um die iWatch liest man u. a. bei den Trendspottern von 9to5mac. Eine am Handgelenk getragene Uhr (im weitesten Sinne), die es mit zugehöriger App möglich macht, Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt und Herzfrequenz im Auge zu behalten. Sicher nicht nur für Patienten mit chronischer Erkrankung ein Thema, sondern auch für Fitness-Fans ein echter Mehrwert.

Zu beachten ist hier zuallererst, dass der Start mit dem neuen Device erleichtert wird („Onboarding“), im Idealfall ist das Gerät per Plug&Play einsatzbereit, keine große Konfiguration ist notwendig, erste Erfolgserlebnisse stellen sich sofort ein, die Messung beginnt.

Erweiterungsmöglichkeiten gegeben

Denken wir hier einmal weiter: Die Waage morgens im Badezimmer, das Laufband im Fitnessstudio, der GPS-Sender am Fahrrad – alles Geräte, die mit eingebunden werden könnten. Eine Vielzahl von Daten würden gesammelt und zusammengeführt, ein Verglich von Soll- und Ist-Werten, das Aufzeigen von Veränderungen oder Trends. Alles Möglichkeiten, die das Herz eines Statistik-Freaks höher schlagen lassen.

Hier kommt es auf ein einfaches und intuitiv bedienbares Dashboard an – optimalerweise so konfigurierbar, dass jeder Nutzer die ihm wichtigen Werte sofort auf einen Blick hat. Die Anforderungen können hier durchaus sehr unterschiedlich sein, vom sportlichen Datenfreak, der alle Details dargestellt haben möchte, bis hin zum Herzpatienten, dem die Überwachung und schnelle Sichtbarkeit eines Wertes wichtig ist. Im Vorfeld Personas zu definieren und auf deren Bedürfnisse und Use Cases einzugehen ist besonders von Bedeutung.

Härtetests im Alltag notwendig

Darüber hinaus sind Langzeitstudien bei diesem Thema sehr hilfreich. Mittels Nutzertagebüchern beispielsweise „begleite“ ich eine Testperson über mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate bei der regelmäßigen Nutzung des Gerätes, bzw. erfahre erst dann im Detail, wann, wie häufig, in welcher Situation dieses zum Einsatz kommt, welche Intention verfolgt wird, wie die Erwartung ist. Für eine Sport-App haben wir durch diese längere Beschäftigung einer Testperson damit interessante Erkenntnisse erhalten, denn nicht immer ist der anfängliche Wow-Effekt der entscheidende Faktor, weshalb die App häufig genutzt wird. Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die überzeugen, wirklichen Nutzen stiften und damit die Bindung der Nutzer positiv beeinflussen.

Denn letztendlich ist entscheidend für die langfristige Nutzung, ob mir das Gerät auch tatsächlich den erhofften Nutzen stiftet, dabei die Bedienung einfach und unkompliziert ist und es sich in meinen Alltag problemlos integrieren lässt. Durch solche Studien lässt sich auch bereits im Prototypen-Status schon eine gute Vorhersage treffen.

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