Auf der Suche nach der passenden Research-Software?

10 Tipps für die Auswahl der idealen Usability-Testing Lösung

Wer online-basierte Nutzerstudien erfolgreich durchführen möchte, benötigt eine passende Research-Lösung.

Obwohl viele Firmen die Wichtigkeit von Nutzerstudien für die Geschäftsstrategie erkannt haben, führen sie Website-Tests und kontinuierliche Nutzerbefragungen nur halbherzig durch.

Sei es, weil sie Schwierigkeiten haben, die Arbeit und Ziele verschiedener Teams miteinander zu verbinden oder weil sie mit verschiedenen Tools gleichzeitig arbeiten. So verlieren sie Zeit und wertvolles Research-Kapital. Dabei ermöglicht eine passende User Research-Software dem Team mehr Überblick und Kontrolle und sie entlastet das Budget.

Doch wie findet man die ideale User Research-Software für sein Unternehmen? Welche Lösung wird den eigenen Anforderung gerecht und welche Kriterien gilt es zu beachten?

Dieser Fragekatalog hilft bei der Auswahlt der richtigen Software.

1. Welche methodischen Möglichkeiten bietet die Software?

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Bedürfnisse bei UX und Usability-Projekten. Die optimale Software sollte alle für die Studie nötigen Anforderungen erfüllen. Im Idealfall lassen sich die Methoden untereinander kombinieren.

Die wichtigsten Testfunktionen wären:

  • Remote Usability-Testing, Mobile Usability-Testing
  • Card Sorting
  • Tree Testing
  • Screenshot Click Testing
  • Online Surveys
  • Voice of the Customer Studien für PC und Handy

2. Weche Ergebnisse sollen erzielt werden?

Oftmals zielen online-basierte Nutzerstudien auf mehrere Faktoren ab. Interessant sind sowohl quantitative Daten wie Success Rates oder Clickstreams, als auch qualitative Daten wie z. B. Videofeedback. Kann die Software diese Daten kombinieren, filtern und schnell analysieren?

Diese Ergebnisoptionen entsprechen den meisten Research-Anforderungen:

Bei qualitativen Daten:

  • Browser-Videoaufzeichnungen (Screen Recording)
  • Nutzer-Videos inklusive lautem Denken, Gesichtsausdruck und Gesten
  • Audiofeedback erhalten

Bei quantitativen Daten:

  • Success Rate (Effektivität)
  • Time on Task (Effizienz)
  • Klickmaps
  • Klickpfade
  • Nutzerzufriedenheit
  • Bewertung von UX Kriterien (Usability, Content, Design, Vertrauenswürdigkeit etc.)


Auszug einer Kllickpfad-Analyse

Auszug einer Kllickpfad-Analyse

3. Wie lässt sich das Nutzerverhalten erfassen?

Es gibt unterschiedliche Optionen, um Nutzerdaten online zu erfassen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Um die für die Research-Ziele passende Option zu wählen, sollte man sich über die von der Software verwendetete Technologie der Datenerfassung informieren.

Die üblichen Optionen sind:

  • JavaScript-Code auf der eigenen Webseite einfügen
  • Einen Proxy Server verwenden
  • Ein Browser Plugin zum Download anbieten

4. Lassen sich Tests auf verschiedenen Endgeräten durchführen?

Oft suchen Nutzer unterwegs mit ihrem Handy ein Produkt und bestellen es dann von ihrem PC zuhause. Die Nutzung eines zweiten Bildschirms ist sehr verbreitet: viele Leute surfen beispielsweise zuhause beim Fernsehen auf ihrem Tablet. Unterschiedliche Anwendungen erfordern Nutzerstudien auf unterschiedlichen Endgeräten.

Gerätetestoptionen:

  • Webcam, die Smartphone Nutzern per Post geschickt wird
  • Smartphone-App, die zur Aufzeichnung von Videofeedback heruntergeladen wird


Beispiel für ein Mobile-Testing-Feature: Teillnehmer nehmen ihre Antworten per Smartphone auf

Beispiel für ein Mobile-Testing-Feature: Teillnehmer nehmen ihre Antworten per Smartphone auf

5. Wie umfangreich ist die Software?

Erfahrene UX Experten möchten auf ihre Anforderungen zugeschnittene Methoden verwenden. Die Anzahl der Fragetypen in Bezug auf Online-Umfragen und umfangreiche Filteroptionen sind hierbei wichtige Funktionen. Man spart Zeit bei der Erstellung des Usability-Ergebnisberichts, wenn die Software die UX Kennzahlen filtern, automatisch Ergebnisse analysieren und Nutzervideos oder getestete Seiten kombineren kann.

Diese Funktionen entsprechen den Anforderungen von UX Experten:

  • Online-Umfrage-Tool: Wie viele Fragetypen stehen zur Verfügung?
  • Filter: „Cheater“ entlarven, ausschließen und die Ergebnisse automatisch nach Nutzerprofil und UX Kennzahlen filtern
  • Editierbare URLs zur Vereinfachung der Clickstream-Datenanalyse
  • Look&Feel kann an das eigene Corporate Desing angepasst werden
  • Optionen, die eine Durchführung von Studien auf sicheren HTTPS Seiten erlauben

6. Bietet die Software die passende Teilnehmer-Rekrutierungslösung für das Unternehmen?

Man kann Test-Teilnehmer auf unterschiedliche Weise einladen. Zum Beispiel, indem man Webseiten-Besucher „abfängt“ und sie bittet, eine Aufgabe im Online-Shop zu erfüllen. Oder, indem man einen Teil seiner Nutzerbasis oder Zielgruppe als Testpanel verwendet.

Rekrutierungsoptionen:

  • Nutzer aus eigener Datenbank einladen
  • Nutzer über Social Media einladen
  • Internet- oder App-Besucher abfangen
  • Benutzer über Feedback-Button auf eingener Webseite einladen
  • Teilnehmer über einen QR-Code auf dem Produkt oder in einer Anzeige einladen
  • Nutzerpanel verwenden:
    • Ein Tool-eigenes Panel nutzen
    • Teilnehmerrekrutierung über einen Panel-Anbieter
    • Erstellung und Integration des eigenen Panels in die Software

7. Wie international ist der Softwareanbieter?

UX und Usability Experten in internationalen Unternehmen führen Studien auf der ganzen Welt durch. Sie arbeiten zum Beispiel in Deutschland, sind aber für Nutzertests in anderen europäischen Ländern wie Großbritanien und Frankreich zuständig oder arbeiten mit UX Kollegen in New York und Brisbane zusammen.Vor diesem Hintergrund sollte eine Software die Erstellung und Durchführung internationaler Studien ermöglichen. Auch sollten die Ergebnisse innerhalb des Unternehmens leicht austauschbar sein.

Was für international agierende Unternehmen wichtig ist:

  • Unterstützte Sprachen für internationale Nutzertests
  • Sitz und weltweite Niederlassung des Softwareanbieters
  • Mehrsprachiger technischer Support

8. Welchen Support bietet die Software?

Früher oder später gelangt man an einem Punkt, an dem man technischen Support benötigt. Hilfe zu bekommen, wenn man sie braucht, ist eine Sache. Ein weitaus größerer Nutzen bringt eine genaue Schulung nach dem Kauf der Software. Auch Online-Hilfe mit Anleitungen und Video-Tutorials sind hilfreich. Wer zusätzlich Unterstützung bei der Erstellung von Studien oder der Analyse von Ergebnissen benötigt, sollte sich über das UX Know-How des Softwareanbieters informieren.

Der ideale Testing-Partner enthält folgenden Support:

  • Schulungen zum Tool
  • Online-Hilfe
  • Kundensupport: Betriebszeiten, E-Mail, Chat, Telefon
  • Persönliche Kundenberater
  • Softwareanbieter stellt eigene UX Experten zur Projektunterstützung zur Verfügung

9. Wie sehen die Datensschutzrichtlinien des Softwareanbieters aus?

Nutzer- und Unternehmensdaten sind sensibel. Vor allem Banken und Versicherungen müssen Nutzertests auf HTTPS sicheren Seiten durchführen, um den Datenschutz zu gewährleisten. Manche Usability Softwareanbieter sind zertifizierte Mitglieder von „Data Privacy Management (DPM)“- Unternehmen wie z. B. TRUSTe.

Folgende Punkte sollte man vor dem Kauf überprüfen:

  • Welche Optionen werden zur Datensicherheit angeboten?
  • Ist die Datenschutzrichtlinie des Anbieters bekannt?
  • Ist der Softwareanbieter zertifiziert?

10. Wird die Software regelmäßig aktualisiert und mit neusten Funktionen und Tools ausgestattet?

Sowohl das Nutzerverhalten als auch die Nutzung der Endgeräte verändern sich andauernd. UX Researcher stehen vor immer neuen Herausforderungen. Die optimale Software ist dem nach innovativ und entwickelt sich mit den wachsenden Anforderungen.

Wer in die Zukunft plant, sollte auf bestimmte Kriterien achten:

  • Wie lange soll die Software genutzt werden?
  • Wie oft bringt der Anbieter neue Funktionen heraus?
  • Erfüllen die neuen Funktionen die Unternehmensanforderungen an innovative Tests?
  • Welche Tools sollte die Software in der Zukunft anbieten?
  • Ist der Anbieter etabliert und zukunftssicher?
  • Ist der Anbieter groß und erfolgreich genug, um sich stetig weiterzuentwickeln?

Schlussfolgerung

Wer die passende User Research-Software sucht, kann anhand dieser 10 Tipps einen eigenen Fragenkatalog entwickeln. Es hilft, sich mit seinen Kollegen auszutauschen, um interne Anforderungen für Nutzerstudien einzubinden. Ist der Katalog fertig, hilft ein Evaluierungs-ToolKit, Kriterien zu erweitern oder anzupassen. So erhält man ein eigenes Bewertungsverfahren, um Softwareanbieter gezielt zu befragen und die passende Lösung zu finden.

Kommentar zu „Auf der Suche nach der passenden Research-Software?

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