Smartwatch-Studie: Hält die aktuelle Begeisterung an?

Smartwatch-StudieMit dem Release der Apple Watch sind Smartwatches nun endgültig in aller Munde. Grund genug für uns, eine Online-Befragung in unserem Panel durchzuführen. Uns interessierte in der Smartwatch-Studie:

  • Wer hat schon eine Smartwatch und wer plant, sich eine anzuschaffen?
  • Welche Geräte sind verbreitet?
  • Wie häufig und wofür werden die Smartwatches genutzt?
  • Wie zufrieden sind die Nutzer mit ihren neuen Gadgets? Würden sie Smartwatches weiterempfehlen?

Einige interessante Erkenntnisse aus der Smartwatch-Studie werde ich in diesem Beitrag vorstellen. Zudem gibt es einen Link zur vollständigen, kostenlosen Smartwatch-Studie.

Alle Altersgruppen sind an Smartwatches interessiert

Insgesamt sind Smartwatches für die Hälfte aller Befragten interessant – entweder besitzen sie bereit eine oder planen die Anschaffung. Selbst in der am wenigsten interessierten Altersgruppe der über 50-Jährigen beträgt das Interesse noch mehr als ein Drittel.

Großes Interesse an Smartwatches

Bereits angeschafft haben Smartwatches vor allem Personen zwischen 31 und 40 Jahren. Sowohl mit steigendem als auch mit sinkendem Alter nimmt die aktuelle Verbreitung von dieser Altersgruppe aus ab.

Neugierde wirkt stärker als echte Anwendungsfälle

Die Besitzer von Smartwatches können aktuell noch als „Early Adopter“ bezeichnet werden. Unter ihnen überwiegt laut unserer Smartwatch-Studie vor allem die Neugierde und das Interesse an neuer Technologie.

Wirklich praktische Anlässe sind zwar auch ein Grund für die Anschaffung, wiegen aber geringer. Unter diesen sind es klar die Anwendungsfälle aus dem Fitness-Bereich und das Abrufen von Nachrichten, die das größte Gewicht haben.

Intensive Nutzung, vor allem als Fitnesstracker

Die Tragehäufigkeit der Smartwatches ist sehr hoch

Die große Mehrheit der Smartwatch-Nutzer trägt ihr Device auch jeden Tag. Die Nutzungshäufigkeit ist bei der Apple Watch noch etwas höher als bei Android-Smartwatches.

Nicht verwunderlich: Auch in der realen Nutzung überwiegt die Verwendung als Fitnesstracker. So geben 3/4 der Befragten in unserer Smartwatch-Studie an, ihre Smartwatch immer oder häufig als Schrittzähler und Fitnesstracker zu verwenden. Ähnlich verhält es sich mit dem Messaging, etwa via Whatsapp und SMS.

Hohe Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft

Über alle Befragten liegt die Zufriedenheit sehr hoch: 95,5% waren mindestens „eher zufrieden“ mit ihrer Smartwatch. Besonders zufrieden sind die Nutzer der Apple Watch. 88,5 % von ihnen sind „vollkommen zufrieden“ oder „zufrieden“ – für Android Wear liegt dieser Wert nur bei 68,3 %.

Net-Promoter-Score von +49 für Smartwatches

Dieser positive Eindruck wirkt sich natürlich auch auf die Weiterempfehlungsbereitschaft aus. Der so genannte „Net Promoter Score“ (die Differenz zwischen Promotern und Kritikern) liegt bei +49. Ein sehr guter Wert!

Als Begründung für die Weiterempfehlung wird vor allem angeführt, dass die Smartwatch praktisch ist und das Leben erleichtert, da nicht immer sofort das Smartphone gezückt werden muss.

Die Befragten äußerten Kritik vor allem an der Hardware: Probleme mit Verbindungsabbrüchen und niedriger Akkulaufzeit sowie dem Tragegefühl der Uhr. Aber auch bei den Early Adoptern zeigten sich schon Usability-Probleme: „Man weiß manchmal nicht wohin man wischen muss. Manchmal ist die Bedienung nicht ganz intuitiv.“

In Zukunft müssen wirklich nützliche und benutzbare Apps her

Ist die Zukunft der Smartwatches also rosig? Ist die weitere Verbreitung quasi ein Selbstläufer?

So einfach ist das meiner Meinung nach nicht. Wir haben es aktuell noch mit den Early Adoptern zu tun, die sich von neuer Technologie begeistern lassen – egal wie nützlich diese auf Dauer ist. Dieser Effekt wird jedoch mit der Zeit abnehmen. Und was dann?

Aktuell sind wirklich sinnvolle Smartwatch-Anwendungen noch relativ rar. Die Fitness-Funktionen dominieren klar – das zeigt auch unsere Smartwatch-Studie. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Smartwatches in den nächsten Jahren den reinen Fitnesstrackern den Rang ablaufen werden. Aber reicht das?

Viele Smartphone-Apps sind momentan nicht mehr als reine Notifications oder coole Technologie-Demos. Der tatsächliche Nutzen bleibt dabei oft auf der Strecke. Und nicht jede Anwendung eignet sich eben für Smartwatches. Unternehmen und App-Entwickler wären gut beraten, das stupide Rennen um die Smartphone-Apps zu hinterfragen und nach tatsächlich sinnvollen Anwendungsfällen zu suchen.

Wie Brian Thurston in seinem Workshop zu „Multi-Device Experience Design“ auf der UXLX-Konferenz berichtete, sollten die Bedürfnisse und Ziele der Nutzer der Ausgangspunkt sein, nicht das neuste Gadget. Erst anschließend sollte die Frage beantwortet werden, welche Devices dafür geeignet sind.

Für ein solches nutzergetriebenes Vorgehen ist wie immer ordentlicher User Research unerlässlich. Nur wenn Sie Ihre Nutzer verstehen, können sie nützliche und benutzbare Apps entwickeln – auch für Smartwatches.

Kostenlose Smartwatch-Studie zum Download

Unsere vollständige Smartwatch-Studie finden Sie kostenlos in unserer Download-Area. Sie enthält unter anderem:

  • Mehr Detail zu den Anschaffungsgründen von Smartwatches
  • Informationen zu den gekauften und den für eine Anschaffung in Frage kommenden Devices
  • Die genaue Häufigkeit verschiedener Nutzungsarten und Apps
  • O-Töne von Lob und Kritik an Smartwatches

Laden Sie die Studie jetzt kostenlos in unserer Download-Area herunter.

Haben Sie Interesse unser Smartwatch-Subpanel für eigene Studien zu nutzen? Möchten Sie mit Smartwatch-Nutzern ganz diskret über Ihre Ideen diskutieren? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

4 Gedanken zu „Smartwatch-Studie: Hält die aktuelle Begeisterung an?

  1. Elske Ludewig

    Hallo Fritz, da Jan gerade im Urlaub ist, antworte ich dir kurz, ich war ebenfalls an der Auswertung beteiligt. Die reinen Smartwatch-Nutzer, also solche die eine Watch besitzen und sie auch nutzen, waren in dieser Studie 65 Personen.

    Antworten
  2. Pingback: 15 Jahre eResult: eResult baut Standorte sowie das Produktportfolio aus 2008-2011 - Usabilityblog.de

  3. Steffen

    Interessante Studie!

    Und ich stimme zu – Fakt ist, dass Smartwatches sich dauerhaft nicht durch Euphorie allein etablieren werden. Es braucht nützliche Apps, die den Einsatz solcher Geräte rechtfertigen.

    Und das sehe ich momentan noch kritisch. Pokémon Go wird hier nicht reichen!

    Antworten

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