Am 30. gehen wir ins Lab – jeden Monat!

Na, wie kommt das bei Ihnen an:

  • Terminierte, regelmäßige Tage für Tests mit Nutzern – z. B. immer am 30. eines Monats.
  • Tests in einem Usability-Lab.
  • Tests von Prototypen.

Komisch? Ungewöhnlich?

Okay. Wie klingt das …

Kurz vorm Live-Gang einer optimierten Anwendung wird ein Usability-Test im Labor ausgeschrieben.

  • Untersuchungsgegenstand ist eine zu 90 % funktionale Anwendung.
  • Eckdaten sind: Usability-Tests im Labor, 12 Testpersonen, 75 Minuten Testdauer, Datenanalyse und Berichtslegung, inkl. Management-Präsentation und Highlight-Videos.
  • Budgetrahmen: 10-12.000 EUR.

Klingt irgendwie vertraut. Gewöhnlich, oder?

Für mich schon! 75 % der an uns gerichteten Anfragen für Usability-Tests im Labor sind so oder so ähnlich formuliert und terminiert. Am Ende eines Entwicklungsprojektes, gedacht als Abnahmetest und mit dem Ziel: Sicherheit vermitteln. Dem Team ein gutes Gefühl geben, alles richtig gemacht zu haben, das Konzept nicht mehr zu hinterfragen, Detailoptimierungen aufzuzeigen, die in den Wochen und Monaten nach dem Launch abgearbeitet werden können.

Berechtigte und sinnvolle Ziele. Die auch durch die Tests tatsächlich erreicht werden. Fraglich ist nur, warum nicht früher getestet wurde?

Die Gründe sind vielfältig. Oft bestehen sie darin, dass Tests mit Nutzern als schwer planbar bzw. integrierbar in Entwicklungsprozesse angesehen werden. Es wird davon ausgegangen, dass solche Tests lange dauern (4-5 Woche von der Ausschreibung bis zu den Ergebnissen) und teuer sind.

Die naheliegende und komfortable Lösung besteht darin, auf Tests zu verzichten oder sie eben am Ende des Entwicklungsprozesses einzuplanen. Wir alle wissen, dass das nicht sinnvoll ist. Und auch nicht nötig. Denn auch UX Methoden können agil ausgelegt und angewendet werden.

Eine denkbare Lösung – User Feedback Days:

  • Terminierte, regelmäßige Nutzertests – z. B. immer am 30. eines Monats (wenn der auf ein Wochenende fällt, dann am folgenden Arbeitstag).
  • Tests in einem Usability-Lab mit 6-8 Personen.
  • Tests von Prototypen.
  • Aktive Beobachtung aller Tests durch Produktmanager, Inhouse UX‘ler und Entwickler sowie gemeinsame Sammlung von Optimierungspotentialen während und unmittelbar nach den Testsessions.
  • Anpassung des Prototypen auf Basis der Testergebnisse.
  • Budget: 5-6.000 EUR.

Eine Woche vor dem Erhebungstag startet die Rekrutierung. In einem Briefing- bzw. Kick-Off Termin werden Fragestellungen und Testthesen besprochen und festgehalten. Daraufhin wird das Studienkonzept entwickelt, Use-Cases formuliert, der Prototyp daran angepasst und in einem Pretest der Testablauf erprobt.


Projektplanung User Feedback Days. Bild und Tagname: User Feedback Days

Projektplanung User Feedback Days


Am Erhebungstag werden alle Testpersonen von allen Projektbeteiligten beobachtet, eine gemeinsame Wahrnehmung hinsichtlich der gewonnenen Erkenntnisse hergestellt und am Ende des Testtages die erkannten Optimierungen zusammenfassend festgehalten.

Derart terminiert, lassen sich Nutzertests im Lab problemlos in jede Art des Entwicklungsprozesses integrieren. Nicht zuletzt getreu dem Motto: „Termine machen fleißig“ finden die Testtage sicher statt und helfen die Nutzerwünsche frühzeitig im Entwicklungsprozess einfließen zu lassen.

Sie arbeiten bereits so? Wunderbar!
Lassen Sie mich und unsere Leser gern von Ihren Erfahrungen profitieren – wenn Sie mögen per Kommentar oder auch in einem Interview zum Thema hier im Blog.

Ich freue mich auf den weiteren Austausch mit Ihnen.

2 Gedanken zu „Am 30. gehen wir ins Lab – jeden Monat!

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  2. Pingback: 5 häufige Fehler bei agilem UX-Testing und wie sie vermieden werden können - Usabilityblog.de

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