Musik und User Experience: Synthesizer mit Gesten steuern

Musik und Human-Computer Interfaces

Musik und Human-Computer-Interaction ist ein wirklich großartiges Schnittfeld (wenn man meiner persönlichen Meinung glauben mag). Zur Präsentation eines frühen Prototypen meines aktuellsten Musik-HCI Projekts, wurde ich dieses Jahr an die University of Sussex im Süden Englands eingeladen. Dort fand das Designing Interfaces for Creativity Symposium statt.

Erstmal vorab: Musiker lieben ihre komplizierten Interfaces. Mischpulte mit tausenden Schiebereglern und Drehknöpfen lösen meist eher helle Begeisterung aus, auch wenn sie vielleicht erst einmal überfordern. Vereinfachungen, indem z. B. die Anzahl der Bedienelemente reduziert wird oder technische Bezeichnungen durch allgemein verständlichere Begriffe ersetzt werden, kommen in der Regel ab dem Semi-Profi-Lager und aufwärts gar nicht gut an. Eine vereinfachte, reduzierte Interaktionsmöglichkeit mit den komplizierten Bedienelementen wird jedoch viel wahrscheinlicher angenommen, solange es stets möglich ist auf das ursprüngliche Interface zurück zu gehen, einem also keine Möglichkeiten der Interaktion genommen werden.

University of Suxxex Unter dieser Prämisse habe ich ein musikalisches Projekt in der Human-Computer-Interaction begonnen: Den Klang eines Synthesizers komplett mit Gesten bzw. Motion Tracking steuern.

Mini-Exkurs: Was ist überhaupt ein Synthesizer? Sehr einfach gesagt, ein rein elektronisches Musikinstrument. Die Bedienelemente sind erstmal nicht dazu da, um Musik zu machen bzw. dem Gerät Töne zu entlocken, sondern um den Klang zu regeln. In der Regel spielt man die Klänge dann mit einem Keyboard an.

Zurück zum Projekt. Meine Idee ist kurz gefasst, dass mittels Gestensteuerung ein Erkunden der Millionen von Klangmöglichkeiten vereinfacht werden kann. Anstatt direkt auf die vielen Regler loszugehen, möchte ich, dass man ganz einfach seine Hand durch einen ca. 1x1x1 Meter großen Raum bewegt und dort quasi alle Klangmöglichkeiten verteilt sind.
Meine erste Lektion, die ich in diesem Projekt gelernt habe war: Vom Erzählen versteht es kaum jemand. Eine kurze Demonstration öffnet hingegen die Augen…

Die Szene, die sich mit HCI und Musik beschäftigt ist um einiges größer, als man erst einmal denkt. Wer in das Thema tiefer einsteigen möchte, hat hier einen Link und ein Buchtipp.
Dort gibt es definitiv fürs Erste genug zu lesen:

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