Tipps für schnelle und einfache Usability-Tests

Funktioniert gemeinsam: Agile Medthoden und UX-Design

Agile Methoden und UX-Design

Als Gründe gegen das Usability-Testing hört man immer wieder, dass es zu teuer ist und es zu lange dauert. Dass es so nicht sein muss, damit möchte ich mich heute beschäftigen.
In meinem letzten Artikel habe ich schon einmal kurz einen von Nielsen in den 80er Jahren veröffentlichten Ansatz angeschnitten. In diesem Ansatz geht es darum, wie UX-Projekte möglichst kurz und kostengünstig gestaltet werden können. Diesen Ansatz nennt Nielsen Discount Usability Testing, immer wieder begegnet einem allerdings auch der Name Lean UX Testing.

Obwohl die Gedanken schon recht alt sind, sind sie doch sehr aktuell. Die schnelle Entwicklung von Software benötigt Ansätze, die ein häufigeres Testen ermöglichen und demnach kostengünstiger und schneller sind. Die Relevanz des Testens der User Experience, ist heute unumstritten ein wichtiger Faktor. Dass davor auch große Firmen wie Apple betroffen sind, sieht man auch im sehr lesenswerten Interview mit Hartmut Esslinger, der hier den Prototypenstatus vieler derzeitiger Anwendungen kritisiert. Damit die heutige Software diesen Prototypenstatus übersteigt ist die Notwendigkeit für Ästhetik und Bedienfreundlichkeit definitiv gegeben. In Zeiten schnellerer Iterationen mehr denn je.

Schnellere und einfachere Usability-Tests

Zurück zur Discount-Methode, den etwas abgespeckteren Usability-Tests, um auf die Bedürfnisse nach weniger Kosten und schnelleren Ergebnissen einzugehen. Discount sollte man auf keinen Fall mit geringerer Qualität assoziieren, denn durch die damit verbundene schnelle Umsetzung und den frühzeitigen Einsatz können Fehler rechtzeitig gefunden werden und Probleme so kostengünstiger behoben werden. Die Software wird dabei iterativ getestet.

Im Kern waren Nielsens Aussagen:

  • Vereinfache die Usability Tests (für eine qualitative Studie reichen 5 Probanden, den höchsten ROI gibt es sogar bei nur 3 Probanden)
  • Vereinfache die Prototypen (ein einfacher Axure-Prototyp für Nutzertests ohne ein großes Design ist schnell gebaut)
  • Nutze heuristische Evaluation (siehe vertiefend hierzu auch diesen Beitrag)

Natürlich braucht es für verschiedene Fragestellungen unterschiedliche Herangehensweisen und ich denke nicht, dass die o.g. Methoden ein Allheilmittel für alle Probleme sind. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass die User Experience in den gesamten Prozess eingeplant werden muss und es dafür eine entsprechende Roadmap geben sollte.

Verschiedenste Methoden können dabei als Ergänzung dienen:

  • Ein gut aufgesetztes Webanalytics-Konzept,
  • Mousetracking und
  • automatisierte UX-Testings können beim Gewährleisten einer guten UX unterstützend wirken.

Ergänzend können andere Methoden das Methodenspektrum abrunden:

  • Remote-Tests (synchron und asynchron, darüber hat mein Kollege Dustin Rauch schon etwas geschrieben)
  • A/B-Testings
  • Kundenworkshops
  • Guerilla-Tests auf der Straße
  • u. v. m.

Für die klassischen Usability-Tests wird dabei eine stark vereinfachte Methode benötigt, die in kürzerer Zeit und bei geringeren Kosten erstellt werden kann. Oftmals sind die Inhalte, die released werden ein paar Tage vor dem Release noch nicht klar und würden beim Schreiben des Leitfadens somit nur schwer Berücksichtigung finden. Nichtsdestotrotz können die Tests schon vorbereitet werden, Probanden rekrutiert werden und die ungefähre Struktur des Leitfadens erstellt werden. Die Finalisierung erfolgt dann kurz vor Start der Testphase. Auch andere Bestandteile während oder nach der Durchführung lassen sich kürzen, zum Beispiel kann der Interviewer die Doppelrolle als Interviewer und Protokollant einnehmen oder man kann auf die Ergebnisdokumentation verzichten, indem das Team ganzheitlich die Ergebnisse in einem Workshop erarbeitet – angenehmer Nebeneffekt: die Teilnehmer des Workshops haben einen Einfluss auf die Ergebnisfindung und sind so motivierter bei der Umsetzung und die Akzeptanz dieser steigt. Der UX-Consultant ist dann ein Teil des Teams, führt die Interviews und kann den Workshop leiten und zusammen mit den Product Ownern neue Stories erarbeiten.

Wie funktioniert das bei eresult?

Um einen ganzheitlichen Überblick zu bekommen können die iterativen Tests (wir bieten diese als sogenannte User-Feedback-Days an) auch gelegentlich um ein Usability Lab ergänzt und erweitert werden.

Wie integrieren Sie das UX-Testing in die Sprints? Gibt es Methoden, die Sie anwenden? Ich freue mich auf Ihr Feedback und einen spannenden Dialog.

Ein Gedanke zu „Tipps für schnelle und einfache Usability-Tests

  1. Pingback: Herausforderungen und Lösungen beim Zusammenspiel zwischen Usability und Scrum - Usabilityblog.de

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