Alexa – wie wird das Wetter morgen? Nutzungskontext von Sprachassistenten (1/2)

Amazon Echo beziehungsweise der entsprechende Assistent Alexa kann uns diese Frage beantworten – und einige weitere auch. Das haben wir mit einem Echo Dot im Büro ausprobiert.

Aber wie eignet sich die Nutzung eines Assistenten für den alltäglichen Gebrauch? Welche Funktionen sind überhaupt hilfreich im Alltag? Und in welcher Art und Weise, wann, und von wo aus wird der Assistent angesprochen? Diese Fragen untersuchten wir mit einer ethnografischen Kontextanalyse.

Ethnografisches Vorgehen

Wie die Usability von Voice User Interfaces (VUIs) getestet werden kann und was dabei beachtet werden muss, haben bereits in diesem Artikel beschrieben.

Doch eigentlich ist das Testen einer Anwendung oder eines Skills nicht der erste Schritt im Entwicklungsprozess. Für eine Anwendung, die den Nutzern eine gute UX ermöglicht, muss zunächst User Research betrieben werden! Also sind wir losgezogen und haben 5 Amazon Echo Nutzer im Rahmen einer ethnografischen Studie zu Hause besucht. Das bietet den Vorteil, dass man die Nutzung im natürlichen Kontext miterleben kann. Und es hat sich gelohnt.

Wir konnten Einblicke in typische Nutzungsszenarien, relevante Umgebungsfaktoren, Herausforderungen im Alltag, und darüber hinaus erlangen. In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen zunächst die typische Durchführung einiger Usecases beschreiben.

Häufig genutzte Funktionen von Alexa

Die von den befragten Nutzern am häufigsten verwendeten Funktionen sind:

  • Informationssuche (Nachrichten und Wetter)
  • Musik abspielen
  • Timer und Kalender
  • Einkaufs- und ToDo- Listen
  • Smart Home-Steuerung (bei Personen mit entsprechenden Komponenten)

Insgesamt zeigt sich, dass vor allem die „Basis-Funktionen“ von Alexa häufig genutzt werden. Zwar gab es auch Aussagen zur Nutzung weiterer Skills, z. B. um ein Taxi zu bestellen oder um nach einem Kochrezept zu suchen. Allerdings ist die Nutzung von externen Skills wesentlich seltener weniger reibungslos als die Nutzung der „Basis-Funktionen“.

Das interessante an einem ethnografischen Vorgehen sind jedoch nicht die Ergebnisse über die Nutzungshäufigkeit einzelner Usecases oder Skills. Sondern kontextbezogene Informationen, z. B. über das wie und warum! Im Folgenden stellen wir Ihnen sowohl den Ablauf als auch interessante Kontextinformationen zu ausgewählten Usecases vor.

Usecase: Informationssuche

Interessieren sich die Nutzer für das Wetter, stellen Sie in etwa folgende Fragen an Alexa:


Interessieren sich Nutzer für die Nachrichten, werden folgende Anweisungen an Alexa gestellt:


Interessant bei diesem Usecase ist, dass die Durchführung oft stark in den Alltag integriert ist. Die Nutzer beschreiben eine ritualisierte Nutzung. So wird das Wetter zum Beispiel im Rahmen des Morgenrituals zwischen Bad und Küche abgerufen. Oder die Nachrichten werden im Rahmen der Frühstücksvorbereitungen abgerufen. Oder aber die Wetterinformationen werden jedes Mal vor dem Verlassen der Wohnung erfragt.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen der Assistent nicht für diese Usecases herangezogen wird. Wenn der Nutzer zum Beispiel weitere Informationen über das Wetter braucht, weil er allergisch ist. Oder wenn tiefergreifende Nachrichten interessieren. Diese Anwendungsfälle können aktuell nicht zufriedenstellend über Amazon Echo und Alexa durchgeführt werden.

Usecase: Musik abspielen

Wird Alexa zum Hören von Musik genutzt, werden unter anderen folgende Befehle ausgesprochen:


Zum Hören von Musik wird Alexa beispielsweise beim Kochen verwendet. Dadurch kann auch mit nicht sauberen Fingern gut interagiert werden. Andere beschreiben das typische Nutzungsszenario also „einfach zwischendurch“ oder „beim Dösen“.

Aber auch beim Musikhören gibt es Situationen, in denen der Assistent nicht genutzt wird. Möchten die Nutzer gezielt und länger Musik hören, dann wird auf lokale Playlists oder andere Dienste zurückgegriffen. Suchen die Nutzer nach neuen Liedern, Interpreten oder Inspirationen wird der Assistent ebenfalls nicht zum Musik hören genutzt.

Usecase: Timer & Kalender

Bei der Nutzung von Timer und Kalender werden folgende Anweisungen an Alexa gegeben:


Der Timer und das Erstellen neuer Termine werden sehr situativ genutzt. Das heißt es wird beispielsweise beim Nudeln kochen der entsprechende Timer eingestellt. Oder in dem Moment, in dem dem Nutzer ein neuer Termin einfällt, wird dieser sofort über den Assistenten dem Kalender hinzugefügt. Dabei werden Termine oft auch als Erinnerungen und/oder Notizen verwendet, um gewisse Aufgaben nicht zu vergessen.

Das Abrufen der anstehenden Termine kann ebenfalls spontan und situativ geschehen. Es gibt aber auch Nutzer, die das Abrufen der Termine ritualisiert in den Tagesablauf eingebunden haben, und z. B. immer nach dem Frühstück alle Termine des Tages abrufen.

Alltäglicher Ärger mit dem Assistenten

Selbstverständlich gelingt die Ausführung der Usecases nicht immer wie im Bilderbuch (oder der Anleitung). Welche Probleme im Alltag bei der Nutzung auftreten, werde ich in einem weiteren Blogbeitrag beschreiben. Wer nicht so lange warten möchte, kann sich hier den kompletten Ergebnisbericht der Studie ansehen. Mit dabei sind auch Informationen über die Auswirkungen des Sprachassistenten auf die Nutzung anderer Devices und Medien, sowie Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten und weitere interessante Erkenntnisse zum Nutzungskontext von Sprachassistenten.

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2 Gedanken zu „Alexa – wie wird das Wetter morgen? Nutzungskontext von Sprachassistenten (1/2)

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