Kategorie-Archiv: Methoden & Verfahren

Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Informationsarchitektur (Teil 1/2) – Analyse und Research

Struktureller Aufbau der InformationsarchitekturUser Centered Design, also die nutzerzentrierte Gestaltung, umfasst alle Aspekte einer Anwendung. Häufig liegt der Fokus dabei stark auf dem Interaktionsdesign – wie sich die Anwendung verhält und wie sie aussieht. Leider gerät darüber ein anderer Aspekt manchmal in Vergessenheit: Die Informationsarchitektur.

Die Informationsarchitektur, der strukturelle Aufbau, spielt jedoch gerade bei informationslastigen Websites eine zentrale Rolle. Ob und wie leicht die Nutzer die gewünschten Informationen finden können, entscheidet, ob sie überhaupt in den Genuss eines guten Interaktionsdesigns kommen.

Während die meisten Aspekte eines Website-Designs mit solidem User Research untermauert und getestet werden, bleibt von diesem nutzerzentrierten Vorgehen bezüglich der Informationsarchitektur aber häufig nur wenig über. Zu oft wird sie rein expertenbasiert entwickelt und zudem noch komplett von internen Stakeholdern getrieben. Und in späteren Usability-Tests spielt sie auch nur eine untergeordnete Rolle.

Dabei gibt es genug Ansätze, auch die Informationsarchitektur nach den Prinzipien des User Centered Design zu entwickeln. In diesem zweiteiligen Beitrag möchte ich diesen kompletten Prozess erläutern. Heute geht es dabei um die ersten Schritte: Die initiale Analyse und den User Research durch ein Card Sorting. Weiterlesen

Nicht geplante Wartezeit bei Use-Labs überbrücken – 6 nützliche und unterhaltsame Tipps

Es ist immer wieder ärgerlich, wenn eingeladene Testpersonen bei einem Usability-Test im Lab nicht erscheinen oder Probleme mit der Labtechnik dazu führen, dass eine erschienene Testperson unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen muss.

Für den Moderator im Beobachtungsraum werden solche Situationen dann besonders stressig, wenn der Kunde ebenfalls anwesend ist. Da Zeit bekanntlich Geld ist, stellt sich ihm die Frage:

Was tun, um den Kunden bei Laune zu halten?

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Future-Lab 2022: So sieht das Usability-Labor in ein paar Jahren aus!

Screenshot: Mittagssonne durch die Jalousie lassen Nahezu überall liest man, wie die Trends der Zukunft aussehen, wohin sich die Technik und die Interaktionskonzepte entwickeln werden (oder sollen) und wie generell unsere Zukunft aussieht. Was jedoch immer etwas untergeht, ist das Thema, wie Usability-Tests in Zukunft aussehen werden und vor allem: Wie sieht das Teststudio der Zukunft aus? Ich versuche heute zu beantworten, worauf wir achten sollten, wenn wir heute ein neues Teststudio einrichten und dies in mindestens 5 Jahren noch immer den Testobjekten gewachsen sein soll. Weiterlesen

UX Ethik und Zukunft – Eindrücke von der IA Konferenz 2016

25 Vorträgen an 2 Tagen, rund 300 UXler und UX- Interessierte und das Gefühl auf einem großen Klassentreffen gelandet zu sein: Willkommen auf der IA Konferenz 2016! Nach einem Jahr Pause fand am 03. und 04. Juni dieses Jahr wieder die IA Konferenz statt – diesmal in neuer Location im Urania-Center in Berlin.

Morgens im Hörsaal der IA Konferenz 2016

Morgens bei der IA Konferenz 2016


Neben sehr interessanten Gesprächen mit Berufskollegen, gab es Vorträge zu verschiedenen Themen aus der UX-Welt. Drei Vorträge der Konferenz, die für mich aus unterschiedlichen Gründen sehr inspirierend waren, möchte ich Ihnen im Folgenden vorstellen. Weiterlesen

Es wird Zeit die Zeit zu messen: UX Metriken für noch mehr Qualität bei Usability-Tests!

Wann haben Sie das letzte Mal eine Metrik im Labtest gemessen, beispielsweise die benötigte Anzahl an Tätigkeiten beim Lösen einer Aufgabe und die dafür nötige Zeit?

Sollte die Antwort lauten „Beim letzten Mal. Das mache ich immer.“, dann gehören Sie zur Mehrheit der UX Tester in Deutschland: Aus mehr als 3 Dutzend Gesprächen mit UX Professionals in Deutschland während zahlreichen UX Stammtischen, Usability-Testessen und UX Veranstaltungen habe ich erfahren, dass 6 von 10 UX-Professionals stets Metriken in ihren Tests mit Nutzern erheben.

Die Erfassung der Erfolgsrate, Anzahl an Handlungen und Zeit bei der Aufgabenbearbeitung und auch der Einsatz von Fragebögen (SUS, UEQ) finden besonders häufig statt. Und das nahezu unabhängig davon, ob die Tests im Lab oder als Remote UX Tests durchgeführt werden. Weiterlesen

Live dabei, ohne vor Ort zu sein: Alternativen zum klassischen Teststudio

Wer schon einmal einen Usability-Test im Lab beobachten durfte, der ist mit 90%iger Wahrscheinlichkeit begeistert:

Nutzer/-innen aus der Zielgruppe beim Umgang mit einer Anwendung zu beobachten ist erkenntnisreich, inspirierend und fördert die Fähigkeit sich in seine Nutzer besser hineinversetzen zu können.

Da nicht jedes Unternehmen über ein Usability-Lab im eigenen Hause verfügt, ist der Zugang zu diesem Erlebnis mit etwas Aufwand verbunden. Vor allem mit Reisezeit und Reisekosten für den Weg vom Arbeitsplatz ins Teststudio.

In Summe können diese Kosten schnell mal in den 4stelligen Bereich gehen, wollen Kollegen/-innen aus dem Produktmanagement, der Entwicklung und dem UX-Team die Tests live mitverfolgen.

Kommen noch Mitarbeiter/-innen von externen Dienstleistern (Designer, Entwickler) hinzu, stellt sich zudem die Frage: „Wer trägt denn nun auch noch deren Reiseaufwände?“.

Finden Usability-Tests regelmäßig statt, dann lohnt sich also die Suche nach Alternativen für eine Beobachtung von Testpersonen in Teststudios. Weiterlesen

Wireframes, die Entwickler lieben

Foto Mauer

Raster geben nicht nur Mauern Struktur, auch fürs Screendesign sind sie kaum verzichtbar.

Wir Konzepter sagen, wir denken immer an die Nutzer. Wir haben stets im Blick, wie die Besucher mit der Site umgehen, wie die Kunden die App verwenden. Aber denken wir auch genug an diejenigen, die mit unseren Vorgaben im Projekt umgehen müssen?

Jeder, der eine Anwendung nicht ganz allein umsetzt, muss auch mit Designern und Programmierern kommunizieren. Ein ganz wichtiges Instrument dafür sind Scribbles und Wireframes. Mit ihnen halten wir fest, welche Elemente auf einer Seite stehen sollen, wie sie ungefähr angeordnet sind, wie groß sie sind und wo sie stehen.

Wie aber sorgen wir dafür, dass Designer und Programmierer uns richtig verstehen? Wie sorgen wir dafür, dass sie mit unseren Vorgaben nicht mehr Arbeit haben als nötig?

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In 4 Tagen zum User Requirements Engineer – Erfahrungsbericht zum neusten CPUX Zertifikat (CPUX-UR)

Vor 3 Jahren wurde das User Experience Qualification Board (UXQB) mit dem Versprechen gegründet, einheitliche Zertifizierungen für die Berufsgruppe der User Experience Professionals ganz allgemein und sowie für die einzelnen Spezialisierungsgrade zu schaffen. Mit der Qualifikation „Certified Professional for Usability and User Experience – Foundational Level (kurz: CPUX-F) wurde 2014 der erste Teil des Versprechens eingelöst.

UXQB CPUX-F ist mittlerweile eine etablierte Zertifizierung, die dem Inhaber bescheinigt, den UX-Grundwortschatz und die grundlegenden UX-Prozesse zu kennen. Wir von eResult sind als lizensierte Trainingsanbieter natürlich besonders an der Weiterentwicklung des CPUX Formates interessiert. 2015 folgte das erste Advanced-Level, die Qualifikation CPUX- Usability Testing und Evaluation, die von den Stimmen, die ich dazu gehört hatte, auch durchweg positiv bewertet wurde. Dieses Jahr im Februar fand dann das Pilotseminar des Bausteins statt, den ich mit Spannung erwartet hatte: die Qualifikation „Certified Professional for Usability and User Experience – User Requirements Engineering“ – kurz CPUX-UR. Für alle Leser, die wenig Zeit haben und sich nun fragen, ob sich die Qualifikation lohnt, hier die kurze Antwort: Ja. Für alle anderen werde ich im Folgenden die Inhalte der Qualifikation skizzieren und meinen Eindruck zu den Stärken und Schwächen schildern. Weiterlesen

Die Qual der Methodenwahl – Helfen Methodenmatrizen?

In jedem Projekt stellt sich unseren Kunden und uns die Frage, welche Methode die Fragen an den Untersuchungsgegenstand am besten beantworten kann. Es exisitieren zahlreiche Versuche User Experience und Usability Methoden zu klassifizieren, so dass die Auswahl einer passenden Methode zumindest eingegrenzt wird. Doch wie hilfreich sind diese Methodenmatrizen in der Praxis?

Feedback einholen – Aber wie?

Wer sich mit der Entwicklung von komplexen Systemen auseinandersetzt, sollte Feedback von Nutzern des Systems einholen. Häufig wird hierzu ein klassischer Usability-Test im Lab als optimale Lösung erachtet – Oft auch weil es die bekannteste Methode ist. Dabei gibt es so viele Methoden mit völlig unterschiedlichen Stärken – und natürlich Schwächen. Doch welche Methode liefert die passenden Antworten für die nutzerzentrierte Weiterentwicklung? Weiterlesen

Small Data – Nutzerwünsche mit Beobachtung & Spürsinn entdecken statt mit Big Data

Big Data verspricht, die (potenziellen) Kunden besser kennen zu lernen als deren engste Freunde, ja besser als sie selbst. Durch die statistische Analyse von Kauf- und Klickverhalten von hunderttausenden Personen wollen Data Scientists herausbekommen, wie Produkte und Dienste aussehen müssen, die Menschen wirklich wollen.

Symbolbild Big Data

Das Versprechen von Big Data: Dank statistischer Verfahren herausfinden, was Menschen wollen.


Und manche Erfolge sind beeindruckend. Schon 2012 machte die Geschichte des US-Supermarkts die Runde, nach der die Marketer durch das Kaufverhalten einer jungen Frau wussten, dass sie schwanger ist – noch vor ihren Eltern, bei denen sie lebte. (How Target Figured Out A Teen Girl Was Pregnant Before Her Father Did)

Doch die Begeisterung für Big Data hat sich in den letzten zwei Jahren etwas gelegt. Vor allem aus zwei Gründen:

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