Kategorie-Archiv: Methoden & Verfahren

Studienkonzeptgestaltung für Formulare und Antragsstrecken: Die richtige Aufgabenstellung macht‘s!

Onlineformulare können vieles einfacher machen als deren Pendant auf Papier.

Onlineformulare können vieles einfacher machen als deren Pendant auf Papier.

In letzter Zeit durfte ich einige Tests für Onlineformulare und -antragsstrecken begleiten. Diese Art von Tests sind an sich sehr simpel aufgebaut: Der Proband wird aufgefordert, anhand von vorgegebenen Testdaten das Formular (bspw. für eine Versicherung) oder den Antrag auszufüllen. Der Interviewer stellt nach dem Ausfüllen die typischen Interviewfragen. Im Fokus stehen hier Verständlichkeit, Logik der Anordnung und die Sinnhaftigkeit der geforderten Daten als solches (bspw. ob, bestimmte Informationen als Pflichtfeld oder optional markiert sind). Dennoch stellt auch ein solch relativ einfacher Usability-Test einige Hürden bereit, die wir im Studiendesign berücksichtigen müssen. Weiterlesen

Kenne deinen Kunden – Ablauf eines Persona-Projektes mit Tipps und Tricks aus der Praxis

„Mir gefällt diese Funktion nicht – das wird unseren Kunden auch nicht gefallen“

„Wir müssen auch an unsere älteren Kunden denken – wenn ich zum Beispiel meine Mutter nehme…“

Solche oder ähnliche Zitate schon einmal gehört? In Diskussionen mit Entwicklern oder Designer erlebe ich es immer wieder, dass als Referenzen für die Zielgruppe gerne auf Stimmen aus dem eigenen Umfeld zurückgegriffen wird. Menschen aus unserem persönlichen Umfeld, kennen wir gut, wir denken oft an sie und damit verfallen wir fast automatisch darauf sie als Vergleich heranzuziehen. Das ist normal, das ist menschlich, aber führt eben nicht unbedingt zu guten Ergebnissen, wenn es darum geht die eigene Nutzerschaft anzusprechen.

Wie entgeht man diesem Fehler? Indem man recherchiert, wer tatsächlich Teil der Nutzerschaft ist und zukünftig die Ergebnisse der Recherche als Referenz verwendet. Eine schöne Methode zur Recherche und Verdichtung dieser Information sind Personas. Weiterlesen

Agile UX: Link- und Literaturtipps

Wenn es um Agile UX geht – also die Integration von Design und UX in agile Entwicklungsprozesse – lernt man eines sehr schnell: Die eine, perfekte Lösung gibt es nicht.

Eigentlich sollte dies nicht verwundern, ist doch ein Kernbestandteil von Agile das Lernen und Anpassen. Und so wie Unternehmen, Produkte und Teams sich unterscheiden, so unterscheidet sich auch die genaue Umsetzung der agilen Prinzipien. Logischerweise müssen auch Design und UX somit auf sehr unterschiedliche Weise eingebettet werden.

Man kann nur versuchen, einen für das eigene Team gut aussehenden Ansatz für Agile uX auszuprobieren, daraus zu lernen und immer besser zu werden. Um diesen Prozess zu beschleunigen und um überhaupt einen ersten Startpunkt zu finden, ist es besonders wichtig, von Anderen zu lernen. Vieles wurde schon ausprobiert, und zum Glück gibt es inzwischen auch einiges an Literatur. Ein paar interessante Link- und Literaturtipps möchte ich heute vorstellen. Weiterlesen

Schnelles Nutzerfeedback in frühen Entwicklungsphasen

Jahresanfang – das ist ja üblicherweise die Zeit für Visionen und Trendartikel. Davon gibt es auch 2016 einige, darunter auch richtig gute (UX Predictions for 2016).

Ich möchte Sie daher nicht mit einem weiteren Trendbeitrag langweilen, stattdessen einen Wunsch an Sie richten: Holen Sie bitte in frühen Entwicklungsphasen Nutzerfeedback ein! Weiterlesen

Eye Tracking und virtuelle Realität, wie sehen die Daten in drei Dimensionen aus

Virtuelle Realität ist nicht mehr ein Wunder oder ein Märchen aus der Zukunft. Die virtuellen Helme wie Oculus, Gear VR und PlayStation VR kommen im ersten Quartal des Jahres 2016 auf den Markt. Manche haben sogar die eingebaute Eye Tracking Technologie, wie Fove und StarVR. Ich weiß, dass es im Endeffekt immer günstiger und einfacher wird, digitale Produkte herzustellen und irgendwann werden wir alle in der virtuellen Realität diese Produkte kaufen und konsumieren, uns unterhalten und entspannen. Der virtuelle Markt sollte auch geforscht werden, denn da wo ein Markt besteht, gibt’s auch die Marktforschung. Ich war so mutig mir die Zukunft der virtuellen Marktforschung vorzustellen.

Scan_Path

Abb. 1 Scan Path in drei Dimensionen

Was bringen drei Dimensionen in der Marktforschung?

Die Eye Tracking Technik mit Heat Maps und Scan Path Visualisierungen werden schon lange Zeit eingesetzt. Die Frage ist nur: wie sollen diese anerkannte Visualisierungstechniken in drei Dimensionen aussehen? Und werden in der virtuellen Zukunft die Daten ganz anders dargestellt? Sind die Eye Tracking Daten in drei Dimensionen anders als bei einem Bildschirm? Weiterlesen

Customer Journey Map – Herzstück vieler UX-Methoden?

Die Customer Journey Map (in der Software-Entwicklung oft auch User Story Mapping genannt) ist eine viel zitierte Methode, gerade im Zusammenhang mit der Konzeption bestehender oder auch neuer Produkte. Im Netz finden sich hierzu auch zahlreiche Beschreibungen und Templates für die Erstellung einer solchen Map.

Leider wird diese Methode oft auch als sehr aufwändige und kostspielige Methode angesehen, sind bei ihrer Erstellung nicht unwesentlich viele Teammitglieder gefragt und zahlreiche Schritte notwendig. Dieser Aufwand lohnt sich mehrfach, wenn die erstellte Customer Journey Map im Unternehmen auch “gelebt” und im Zuge der Produktentwicklung kontinuierlich und zielgerichtet eingesetzt wird. Weiterlesen

Mental Models: Teil 2 – Adaption durch Indi Young

Die Vorstellungen und Annahmen des Nutzers darüber, wie ein Gerät erwartungsgemäß funktionieren sollte und wie es wohl funktioniert, formen sein mentales Modell. Dies ist die Perspektive der Mensch-Computer Interaktion auf mentale Modelle, mit der ich mich in meinem letzten Blogbeitrag zum Thema genauer auseinandergesetzt habe.

Es gibt jedoch gegenwärtig eine mehr methodisch orientierte Perspektive auf mentale Modelle, die für den Projektalltag von UX Designern und Produktmanagern viele Möglichkeiten eröffnet. Mental Model Diagramme veranschaulichen die tieferliegenden Verhaltensmotive von Nutzern und kommunizieren darauf bezogene Lücken und Schwachstellen eines Produktes visuell und damit sehr direkt. Wo liegen die Einsatzbereiche dieser Methode und wo im User Centered Design Prozess zeigt sie ihre Stärken? Wie genau wird ein Mental Model Diagramm erstellt? Weiterlesen

Bitte bleiben Sie dran – auch wenn Ergebnisse (zuerst) in eine andere Richtung zeigen

Als Projektleiter vieler Tracking-Studien beobachte ich regelmäßig ein Phänomen, welches Auftraggeber und Stakeholder im ersten Moment frustriert und (leider) häufig zu falschen Schlussfolgerungen führt.

Es tritt nämlich recht häufig der Fall auf, dass Relaunches oder Updates im ersten Moment zu einer Verschlechterung der Nutzerbewertung führt. Warum dies der Fall ist und wie Sie sich dagegen schützen können, verrät mein kurzer Blogbeitrag. Weiterlesen

Expert Reviews mit Axure dokumentieren

Expertenbasierte Evaluationen, häufig auch als Expert Reviews bezeichnet, sind eine übliche und kostengünstige Methode, die Usability eines Produktes zu verbessern. Meist steht am Ende eines Expert Reviews ein ausführlicher Report, etwa in Word oder Powerpoint, der die gefundenen Probleme und Empfehlungen anhand von Screenshots beschreibt.

In einem Artikel auf UXMatters beschreibt Ritch Macefield diese Methode genauer und erwähnt dabei auch, dass er selber das Prototyping-Tool Axure für seine Expert Reviews einsetzt. Letzten Monat erklärte er seine Technik genauer bei der virtuellen Konferenz Axureworld.

Kollegen und ich haben selber schon damit experimentiert, deshalb fand ich seine Präsentation besonders spannend. Ich möchte heute einen kurzen Überblick darüber geben, wie man mit entsprechenden Axure-Vorlagen sehr schnell ein Expert Review dokumentieren kann – zum einen per Word-Export, aber auch einfach direkt als Prototyp. Weiterlesen

Qualitativ & quantitativ: Fragebögen können den Usability-Test bereichern!

Vector checklist icon Unsere Usability-Tests sind eine rein qualitative Methode. Hier wird normalerweise nichts quantifiziert und mit Kennwerten dargestellt. Dennoch hören wir von Kunden ab und zu den Wunsch, eine Kennzahl zu sehen. Im Vergleich zu einem langen Ergebnisband mit einzelnen Problemdarstellungen ermöglichen es Zahlen und Diagramme, auf einen Blick den Status Quo zu erfassen und zu vergleichen. Dies ist ein eindeutiger Vorteil zu einem langen Ergebnisbericht!

Bei wissenschaftlich entwickelten Fragebögen stehen zudem sehr häufig gute Benchmarkwerte zur Verfügung. Dies bedeutet, dass auch bei einer erstmaligen Erfassung via Fragebogen ein direkter Vergleich möglich ist. Weiterlesen