Kategorie-Archiv: Methoden & Verfahren

Expert Reviews mit Axure dokumentieren

Expertenbasierte Evaluationen, häufig auch als Expert Reviews bezeichnet, sind eine übliche und kostengünstige Methode, die Usability eines Produktes zu verbessern. Meist steht am Ende eines Expert Reviews ein ausführlicher Report, etwa in Word oder Powerpoint, der die gefundenen Probleme und Empfehlungen anhand von Screenshots beschreibt.

In einem Artikel auf UXMatters beschreibt Ritch Macefield diese Methode genauer und erwähnt dabei auch, dass er selber das Prototyping-Tool Axure für seine Expert Reviews einsetzt. Letzten Monat erklärte er seine Technik genauer bei der virtuellen Konferenz Axureworld.

Kollegen und ich haben selber schon damit experimentiert, deshalb fand ich seine Präsentation besonders spannend. Ich möchte heute einen kurzen Überblick darüber geben, wie man mit entsprechenden Axure-Vorlagen sehr schnell ein Expert Review dokumentieren kann – zum einen per Word-Export, aber auch einfach direkt als Prototyp. Weiterlesen

Qualitativ & quantitativ: Fragebögen können den Usability-Test bereichern!

Vector checklist icon Unsere Usability-Tests sind eine rein qualitative Methode. Hier wird normalerweise nichts quantifiziert und mit Kennwerten dargestellt. Dennoch hören wir von Kunden ab und zu den Wunsch, eine Kennzahl zu sehen. Im Vergleich zu einem langen Ergebnisband mit einzelnen Problemdarstellungen ermöglichen es Zahlen und Diagramme, auf einen Blick den Status Quo zu erfassen und zu vergleichen. Dies ist ein eindeutiger Vorteil zu einem langen Ergebnisbericht!

Bei wissenschaftlich entwickelten Fragebögen stehen zudem sehr häufig gute Benchmarkwerte zur Verfügung. Dies bedeutet, dass auch bei einer erstmaligen Erfassung via Fragebogen ein direkter Vergleich möglich ist. Weiterlesen

Gesetzliche Vorgaben für Usability?

Illustration ParagrafenManchmal kommen einem Anwendungen unter, die sind so schlecht benutzbar, dass man meint, das müsste verboten sein. Die Menschen, die mit diesen Anwendungen arbeiten müssen, tun einem regelrecht leid.

Die Frage, ob es wirklich gesetzliche Regelungen zur Usability gibt, ist gar nicht so leicht zu beantworten, wie man zunächst meint. Ausgangspunkt war mein Gespräch mit einem Kollegen, von dem ich im letzten Beitrag hier im Blog berichtet habe (Die User Experience der Chef-Überzeugung).

Also machte ich mich auf die Suche nach gesetzlichen Vorgaben. Weiterlesen

Requirements Elicitation – der unterschätzte erste Schritt

Als UX Agentur werden wir oft ins Boot geholt, wenn die Entwicklung eines neuen Produktes oder der Relaunch einer Seite schon fast abgeschlossen ist. Unser Auftrag ist es dann zu testen, ob die neue Seite, die neue Funktion auch gut beim Kunden ankommt und alles gut bedienbar ist. Stimmen von Probanden wie „Das würde ich nie benutzen!“ oder „Das brauch ich nicht“, will an dieser Stelle der Entwicklung dann natürlich niemand mehr hören. Im schlimmsten Fall hat man am Kunden vorbeientwickelt und stellt dies nun kurz vor dem Relaunch oder der Veröffentlichung des neuen Produktes fest. In den Beispielen wurde der erste Schritt jeder guten Entwicklung vernachlässigt: die Anforderungen (Requirements) der Nutzer zu ermitteln. Weiterlesen

Neues aus dem UX Lab: mit den Interviewer-Skills steht und fällt die Usability-Studie

Interview_UX_Usability_eResultNach meinem Rundumschlag zum Thema „Neues aus dem UX-Lab: 101+ Dinge, an die man bei der Durchführung von Usability-Tests denken sollte“ (Teil 1 und Teil 2) nun zum wiederholten Male das Thema Interviewführung bzw. Moderation von Usability-Tests. Warum? Ich kann als Projektleiter noch ein so tolles Studiendesign erarbeiten, die Zielgruppe perfekt abbilden, die richtigen Dinge aus den Beobachtungen/Aussagen der Probanden interpretieren und über Metriken messen … WENN DER INTERVIEWER KEIN AUSGEWIESENER PROFI IST sowohl im Durchführen von Interviews noch im Bereich UX, DANN SIND DIE ERGEBNISSE ZWANGSLÄUFIG FÜR DIE KATZ ODER NUR HALB SO WERTVOLL!

Aus diesem Grund ein paar Tipps & Tricks, wie Sie ein besserer Interviewer werden können. Weiterlesen

Design Studio – Wie man aus zahlreichen Ideen 2 richtig gute Ansätze entwickeln kann

Vergangene Woche am 12. November 2015 fanden in achtzehn Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Veranstaltungen anlässlich des World Usability Days statt – dieses Jahr unter dem weltweiten Motto “Innovation”.

In München, unserem neuesten Standort in Deutschland, wurden neben Vorträgen auch einige Workshops angeboten. Das nahm ich zum Anlass, eine spannende Methode vorzustellen, die sich dazu eignet, verschiedene Ideen in Teamarbeit zu entwickeln, zu evaluieren und zu konkreten, auch innovativen Ansätzen zu verdichten: das sog. Design Studio.

Sketchen, präsentieren und kritisieren – in mehreren Iterationen

Im “Design Studio” wird in Kleingruppen in mehreren Iterationen gesketcht, präsentiert und kritisiert und über diesen Weg vielseitige Ideen und Lösungsansätze generiert und ausgetauscht. Gemeinsam werden diese Ideen weiterentwickelt – teils durch Remixen der Ideen, teils durch Einarbeiten der konstruktiven Anmerkungen der anderen Team-Mitglieder. Am Ende werden die entstandenen Ansätze diskutiert und im Rahmen eines abschließenden Reviews ein weiteres Vorgehen abgestimmt. Weiterlesen

Mental Models: Teil 1 – Die Welt im Kopf des Nutzers

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Nutzer denken oft anders, als es von Programmierern und Designern erwartet wird. Es kann zwischen der tatsächlichen Funktionsweise eines Gerätes und den Annahmen des Nutzers darüber ein tiefer Graben entstehen. Bei diesen Annahmen wirken vorherige Erfahrungen mit ähnlichen Produkten, Erwartungen gegenüber wahrgenommenen Interaktionsangeboten des Produktes und Interpretationen von dessen Reaktionen zusammen und formen das mentale Modell. Weiterlesen

Die User Experience der Chef-Überzeugung

Zwei Unterhaltungen haben mich auf dem ux congress 2015 sehr beeindruckt. Aber erst jetzt, drei Wochen später, wurde mir klar, dass sie sich eigentlich ums selbe Thema drehen.

Bei der einen Unterhaltung fragte mich ein Kunde/Kollege, ob es Gesetze gibt, die Firmen verpflichten, benutzerfreundliche Software einzusetzen. Er meinte, wenn man das ordentlich belegen könnte, dann könnte man Chefs, Auftraggeber und andere im Unternehmen besser überzeugen, dass UX ein entscheidender Bereich ist. Ich fand das sehr einleuchtend, und beschloss, einen Beitrag darüber hier im Usbabilityblog zu schreiben.

Bei der zweiten Unterhaltung verriet mir Michel Wollenschläger noch ein paar Details zu seinem Guerilla-Relaunch bei auxmoney.com. Den hatte er in seinem Vortrag auf dem Kongress vorgestellt. Kurz zusammengefasst: Nachdem seine Chefs den geplanten Relaunch gestoppt hatten, als sie die Kalkulation gesehen hatten, machte Michel mit seinen Kollegen heimlich weiter. Als die neue Site live ging, gab es erstmal ordentlich Ärger – bis sein Chef die neuen Zugriffs- und Konversionszahlen sah. Seitdem sind alle zufrieden.

Was haben die beiden Unterhaltungen nun miteinander zu tun? Und wie ist das nun mit den Gesetzen?

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Made in Munich with love: Das war die push.conference 2015

push conference2015 Ende Oktober fand die Münchner push.conference statt. Auch in diesem Jahr wurde von den Veranstaltern wieder viel Herzblut in die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz gesteckt und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, als Location diente die ehrwürdige Alte Kongresshalle in München.

Designer, Entwickler und UXler konnten sich über sorgfältig ausgewählte internationale Speaker, eine große thematische Bandbreite und jede Menge Inspiration freuen. Auch ich habe einiges an Input und Inspiration mitgenommen. Weiterlesen

Paper Prototyping – Diese Hilfsmittel bringen auch skeptische Kollegen ans Zeichnen

Paper Prototyping HilfsmittelSo toll all unsere Software-Tools wie Axure&Co auch sind, gerade zu Beginn der Konzeption geht doch nichts über Stift und Papier. Paper Prototyping geht schnell, fördert die Kreativität und die Diskussion im Team und braucht keine große Einarbeitungszeit.

Was für jeden UX-Designer ganz locker von der Hand geht, wirkt für viele andere Teammitglieder erst einmal sehr einschüchternd. „Ich kann doch gar nicht zeichnen“ ist eine klassische Aussage. Zum Abbau dieser Skepsis gibt es glücklicherweise einige Hilfsmittel. Mit vorgefertigten Zeichenvorlagen und Schablonen fällt es häufig leichter, die Angst vor dem leeren Blatt zu überwinden. Ich möchte eine Reihe von guten Hilfsmitteln vorstellen, die Sie vielleicht gleich im nächsten Projekt ausprobieren können. Weiterlesen