Archiv der Kategorie: Methoden & Verfahren

Die Qual der Methodenwahl – Helfen Methodenmatrizen?

In jedem Projekt stellt sich unseren Kunden und uns die Frage, welche Methode die Fragen an den Untersuchungsgegenstand am besten beantworten kann. Es exisitieren zahlreiche Versuche User Experience und Usability Methoden zu klassifizieren, so dass die Auswahl einer passenden Methode zumindest eingegrenzt wird. Doch wie hilfreich sind diese Methodenmatrizen in der Praxis?

Feedback einholen – Aber wie?

Wer sich mit der Entwicklung von komplexen Systemen auseinandersetzt, sollte Feedback von Nutzern des Systems einholen. Häufig wird hierzu ein klassischer Usability-Test im Lab als optimale Lösung erachtet – Oft auch weil es die bekannteste Methode ist. Dabei gibt es so viele Methoden mit völlig unterschiedlichen Stärken – und natürlich Schwächen. Doch welche Methode liefert die passenden Antworten für die nutzerzentrierte Weiterentwicklung? Weiterlesen

Small Data – Nutzerwünsche mit Beobachtung & Spürsinn entdecken statt mit Big Data

Big Data verspricht, die (potenziellen) Kunden besser kennen zu lernen als deren engste Freunde, ja besser als sie selbst. Durch die statistische Analyse von Kauf- und Klickverhalten von hunderttausenden Personen wollen Data Scientists herausbekommen, wie Produkte und Dienste aussehen müssen, die Menschen wirklich wollen.

Symbolbild Big Data

Das Versprechen von Big Data: Dank statistischer Verfahren herausfinden, was Menschen wollen.


Und manche Erfolge sind beeindruckend. Schon 2012 machte die Geschichte des US-Supermarkts die Runde, nach der die Marketer durch das Kaufverhalten einer jungen Frau wussten, dass sie schwanger ist – noch vor ihren Eltern, bei denen sie lebte. (How Target Figured Out A Teen Girl Was Pregnant Before Her Father Did)

Doch die Begeisterung für Big Data hat sich in den letzten zwei Jahren etwas gelegt. Vor allem aus zwei Gründen:

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Context is everything: Mit Hilfe von Contextual Inquiry Nutzer besser verstehen

Stellen Sie sich vor jemanden das Autofahren in einem Konferenzraum und nicht in einem Auto beizubringen. Das dürfte schwierig werden und dafür gibt es gute Gründe: Sie müssen sich ohne Lenkrad, Pedale oder Schaltknüppel an die korrekte Verwendung dieser Bedienelemente erinnern und anschließend nur mit Worten beschreiben. Sie müssen teils komplexe Bewegungsabläufe abrufen ohne die dafür nötigen Handgriffe tatsächlich durchführen zu können. Viel leichter würde es Ihnen vermutlich fallen diese Fähigkeiten zu vermitteln während sie in einem Auto sitzen. Ähnlich geht es Ihren Nutzern in Usability-Tests.

Contextual Inquiry: Beobachten im Kontext

Dieses kleine Beispiel verdeutlicht sehr gut die großen Vorteile der Methode Contextual Inquiry. In der Anthropologie werden Handlungen immer im Kontext beobachtet. Ich möchte hier die Vorteile dieser Herangehensweise einmal genauer beschreiben, da Contextual Inquiry im Bereich der User Experience und Usability viel zu selten eingesetzt wird. Weiterlesen

Was darf mein Produkt/mein Service kosten?

Sie haben ein modifiziertes oder neues Produkt, einen neuen Service und wollen wissen, was Ihre (potentiellen) Kunden bereit sind dafür zu zahlen? Sie könnten natürlich direkt fragen: Wie viel sollte das Produkt/der Service kosten?
Dies stellt Ihre (potentiellen) Kunden vor eine große Herausforderung, weil es schwer ist einen konkreten Preis für ein Produkt zu benennen, vor allem wenn man das Produkt noch gar nicht kennt/noch nie genutzt hat. Wie Sie dennoch den Preis für Ihr Produkt/Ihren Service mit Hilfe Ihrer Kunden ermitteln können, möchte ich Ihnen anhand von klassischen Untersuchungen zur Preiswahrnehmung und –ermittlung erläutern. Weiterlesen

Mobile Remote-Usability-Tests – Eine kritische Beleuchtung der aktuellen UX-Tool-Landschaft

Frau mit Smartphone Die eigene Mobilität besitzt, durch den stetigen Zugriff auf Daten, Dienste und Anwendungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag eine stetig anwachsende Relevanz. Die Nutzung des mobilen Internets ist möglich, da sich heutige Smartphones nur noch vage mit den mobilen Endgeräten aus früheren Zeiten vergleichen lassen, denn durch neue Funktionen wurde aus einem einfachen Kommunikationsinstrument ein multifunktionales High-End-Gerät, welches über komplexe Benutzeroberflächen verfügt. Infolge dessen veränderte sich auch das Interaktionsverhalten der Nutzer und damit verbunden die Komplexität der Benutzungsschnittstellen. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften mobiler Endgeräte (zum Beispiel ein kleines Display oder eine fehlende Tastatur) sowie dem dynamischen Nutzungskontext, stellt die Usability-Evaluation im mobilen Kontext eine besondere Herausforderung dar. Der folgende Blogbeitrag stellt einige Tools vor, die sich dieser Herausforderungen stellen und beleuchtet synchrone und asynchrone Möglichkeiten. Weiterlesen

Mappen im Mai – Visualisierung der Interaktionen zwischen Nutzern und Unternehmen

Personas, Customer Journey Map, Touchpoint-Analyse, Service Blueprints, Experience Map, diese Begriffe zeichnen aus, dass die dahinter stehenden Ideen und Methoden derzeit in Mode sind.

Und das vollkommen zurecht!

Wir beobachten allzu oft, dass zwar viel getestet und experimentiert wird, User Research im engeren Sinne oft vernachlässigt wird. Anforderungen werden mal eben nebenbei aufgeschrieben, Personas sind schon in die Jahre gekommen und eine Analyse des Nutzungskontextes findet überhaupt nicht statt.

Testthesen und Fragestellungen, die auf einer solchen Basis entstehen, führen sicher auch zu Ergebnissen, diese sind aber weder zufriedenstellend noch hilfreich, um zu lernen und zukünftig bessere Testthesen aufzustellen.

Customer_Journey_Map_bei_eResult

Entstehung einer Customer Journey Map (eResult)


User Research richtig gut machen – dabei wollen Karen Lindemann und Jim Kalbach helfen. Sie bieten am 25. Mai 2016 in Hamburg einen ganztägigen Workshop mit dem Titel: Mapping Experiences – Aligning for Business Value. Weiterlesen

Wie UX ist IoT? Eine (selbst-)kritische Betrachtung bestehender UX-Methoden

Auch wenn sich der Hype um die Apple Watch etwas gelegt hat, bleibt festzuhalten, dass das Interesse an Endgeräten und Applikationen, welche dem Internet der Dinge (oder kurz IoT) zugerechnet werden, weiter steigen wird. Die vielen im Internet vorgestellten Anwendungsmöglichkeiten machen Lust auf mehr, doch: Welche Methoden eignen sich zur Messung der Usability bzw. User Experience des IoT? Werden bestimmte Methoden an Bedeutung verlieren bzw. sogar überflüssig werden? Dies möchte ich in meinem Beitrag aus Sicht eines UX-Dienstleisters kurz beleuchten. Weiterlesen

Agile UX: User Research in agile Prozesse integrieren

Zum Thema Agile UX gibt es hier im Blog bereits einige Beiträge, sowohl von mir als auch von anderen Autoren. Bei diesen liegt der Fokus allerdings eher auf allgemeinen Grundsätzen und Strategien für die Integration von UX, insbesondere Design, in agile Prozesse. Speziell der User Research stellt im agilen Umfeld aber häufig eine Herausforderung dar.

User Research ist ein zentraler Aspekt von UX, und fällt trotzdem als erstes hintenüber in der agilen Produktentwicklung. Durch das konstante Streben nach einem lauffähigen Produkt wird User Research leider häufig als zu zeitaufwändig gesehen. Während es ohne Design kein Produkt gibt, geht es prinzipiell auch ohne Research. Zum Verhängnis wird dies erst später.

Gleichwohl ist es absolut möglich, auch in agilen Projekten User Research zu betreiben. Dies Bedarf jedoch einem festen Platz im Prozess und vorausschauender Planung. An vielen Stellen gibt es Chancen, schneller zu werden und direktere Ergebnisse zu erzielen. Je nach Methode kann die Durchführung dabei innerhalb oder außerhalb der normalen Sprints erfolgen. Kritische Erfolgsfaktoren sind neben der Methodik aber auch das richtige Team und die Aufbereitung und Kommunikation der Ergebnisse. Weiterlesen

Studienkonzeptgestaltung für Formulare und Antragsstrecken: Die richtige Aufgabenstellung macht‘s!

Onlineformulare können vieles einfacher machen als deren Pendant auf Papier.

Onlineformulare können vieles einfacher machen als deren Pendant auf Papier.

In letzter Zeit durfte ich einige Tests für Onlineformulare und -antragsstrecken begleiten. Diese Art von Tests sind an sich sehr simpel aufgebaut: Der Proband wird aufgefordert, anhand von vorgegebenen Testdaten das Formular (bspw. für eine Versicherung) oder den Antrag auszufüllen. Der Interviewer stellt nach dem Ausfüllen die typischen Interviewfragen. Im Fokus stehen hier Verständlichkeit, Logik der Anordnung und die Sinnhaftigkeit der geforderten Daten als solches (bspw. ob, bestimmte Informationen als Pflichtfeld oder optional markiert sind). Dennoch stellt auch ein solch relativ einfacher Usability-Test einige Hürden bereit, die wir im Studiendesign berücksichtigen müssen. Weiterlesen

Kenne deinen Kunden – Ablauf eines Persona-Projektes mit Tipps und Tricks aus der Praxis

„Mir gefällt diese Funktion nicht – das wird unseren Kunden auch nicht gefallen“

„Wir müssen auch an unsere älteren Kunden denken – wenn ich zum Beispiel meine Mutter nehme…“

Solche oder ähnliche Zitate schon einmal gehört? In Diskussionen mit Entwicklern oder Designer erlebe ich es immer wieder, dass als Referenzen für die Zielgruppe gerne auf Stimmen aus dem eigenen Umfeld zurückgegriffen wird. Menschen aus unserem persönlichen Umfeld, kennen wir gut, wir denken oft an sie und damit verfallen wir fast automatisch darauf sie als Vergleich heranzuziehen. Das ist normal, das ist menschlich, aber führt eben nicht unbedingt zu guten Ergebnissen, wenn es darum geht die eigene Nutzerschaft anzusprechen.

Wie entgeht man diesem Fehler? Indem man recherchiert, wer tatsächlich Teil der Nutzerschaft ist und zukünftig die Ergebnisse der Recherche als Referenz verwendet. Eine schöne Methode zur Recherche und Verdichtung dieser Information sind Personas. Weiterlesen