Archiv der Kategorie: Psychologische Aspekte

Motivation von Innen: Wirksame Gamification Features sind mehr als Ranglisten und Punkte

Gamification-Elemente können die Nutzungshäufigkeit, Dauer und Motivation zur Auseinandersetzung mit einer Anwendung im Allgemeinen steigern. Im vorangegangen Beitrag zu diesem Thema hatte meine Kollegin Carolin Ebermann den Zusammenhang zwischen Gamification, Emotionen und Kaufentscheidungen dargestellt. Darauf aufbauend soll im Folgenden dargestellt werden, welche Features am besten geeignet sind, wie man sie entwickelt und welche positiven Beispiele es in der Praxis bereits gibt. Denn Highscores sind, wie wir heute wissen, nicht das Mittel der Wahl. Weiterlesen

Das Empty State Problem bei Multibanking Apps


In der Multibanking-Studie von eresult wurden fünf UX-Probleme festgestellt, die in einem Großteil der größeren Multibanking-Apps auftauchen. Eins davon ist das Empty State Problem, auf dass ich hier genauer eingehen möchte.
In Zusammenhang mit Multibanking heißt „Empty State“ nicht, dass das Konto leer ist, sondern es geht in diesem Fall um die User Experience. Apps, die Daten der Nutzer anzeigen und/oder auswerten machen eben nur dann Sinn, wenn diese auch Daten haben auf die sie zugreifen können. Damit Multibanking Apps Sinn stiften, muss der Nutzer ein oder mehrere Bankkonten hinterlegt haben. Der Empty State ist der Zustand der App, bevor das erste Bankkonto eingerichtet wurde. Häufig sieht das dann so aus, wie hier bei der Starmoney App:
Ein Promlem der Multibanking Apps: Empty States

Empty State der Starmoney App


Was ist hier das Problem? Die Nutzer öffnen das erste mal die App und landen dann auf einer Seite, die…

      1. …ihnen nicht sagt was sie als nächstes tun sollen oder können
      2. …kahl, unmotivierend und leer aussieht
      3. …mit „kein Konto eingerichtet“ direkt zu Beginn der Nutzung schon eine negative Aussage macht, die auch noch so klingt, als hätte der Nutzer einen Fehler gemacht

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Wie Gamification Kaufentscheidungen beeinflusst: Studienergebnisse zu Aktivierung, Emotionen und Kaufabsicht

Emotionen in der KaufentscheidungWie bereits die Beiträge von Jan Pohlmann und Jens Jacobsen hier im Blog zeigten, werden zunehmend Spielelemente in Informations- und Kommunikationssystemen implementiert. Die sogenannten Gamification Features haben häufig das Ziel, den Kunden zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren. Beispielsweise sollen das Sammeln von Punkten und der Vergleich innerhalb von Ranglisten die Beteiligung des Kunden an der Gestaltung von Werbekampagne fördern oder ihn zum Teilen von Mobilitätsdaten motivieren.
Der Erfolg von spielbasierten Informations- und Kommunikationssystemen wurde bereits in einigen Studien belegt. Allerdings ist bis heute weitestgehend unerforscht, was genau Gamification Features innerhalb des Nutzers auslösen. Dieser Fragestellung soll in dem folgenden Beitrag nachgegangen werden: Es wird vor allem das Auslösen von Emotionen durch Gamification Features betrachtet und deren Auswirkungen auf die Kaufentscheidung des Nutzers. Weiterlesen

User Onboarding in mobilen Apps – Vortrag beim UX Congress 2016 in Frankfurt am Main

Technik des Muskelaufbaus

Viele Apps werden von Nutzern installiert, werden einmal kurz angeschaut und landen entweder auf dem App-Friedhof oder werden gar direkt wieder gelöscht. „User Onboarding“ ist ein Oberbegriff für eine Reihe an Techniken, mit denen man diesem Problem begegnen kann. User Onboarding gibt den Nutzern Hinweise, wie sie die App nutzen können und schafft Orientierung.

Beim UX Congress am 6. und 7. Oktober in Frankfurt am Main habe ich zu dem Thema einen Vortrag gehalten und dabei folgende Vorschläge zum optimalen Onboarding-Konzept vorgestellt: Weiterlesen

Wie intuitiv bedienbar ist Ihre Website?

Was hat denn „Intuition“ mit Usability zu tun? Ist es für die User Experience relevant, ob eine Website intuitiv bedienbar ist? Rein intuitiv beantworten Sie die zweite Frage bestimmt mit Ja. Denn User Experience umfasst nicht nur die Gebrauchstauglichkeit eines Produktes, sondern auch das gesamte Erleben des Nutzers. Und dazu zählt eben auch, inwiefern eine Website intuitiv bedienbar ist. Es lohnt sich, dass Sie sich die Fragen stellen: Ist meine Website intuitiv bedienbar? Und wie kann ich das messen? Weiterlesen

Nutzer motivieren oder manipulieren – Gamification

Screenshot Schachbrett mit Gemüse

Gamification ist, wenn ich spielerische Elemente im nicht-Spiel-Kontext einsetze.

Erfolgreiche Anwendungen oder Websites sind solche, bei denen die Nutzer das tun, was der Betreiber gerne möchte. Daher stoßen alle Ansätze auf großes Interesse, mit denen wir das besser erreichen.

Gamification ist ein solcher Ansatz, der vor einigen Jahren hoch gefeiert wurde. Heute ist es etwas still darum geworden – heißt das, Gamification als Möglichkeit, Nutzer zu motivieren, ist gescheitert?

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Der Nutzer gibt Ihnen fünf Sekunden: wie Sie den ersten Eindruck Ihrer Webseite optimieren

5 Sekunden Test

Wie ziehen Sie Seitenbesucher vom ersten Augenblick an in den Bann Ihrer Webseite? Sie haben nicht viel Zeit dazu. Innerhalb der ersten fünf Sekunden muss Ihre Webseite die beabsichtigte Botschaft übermittelt haben. Eine Methode, die an dieser empfindlichen Stelle des Interaktionsablaufs ansetzt, ist der 5 Sekunden Test. Erfahren Sie im Folgenden mehr darüber, was im ersten Eindruck wirkt, wo die Methode ansetzt und wie sie funktioniert.
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Expertenevaluation: Wie setze ich sie richtig ein?

Zu den beliebtesten Methoden der Usability-Evaluation gehört die Expertenevaluation. Sie ist eine der am häufigsten eingesetzten Methoden. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Methode benötigt keine Forschungsinfrastruktur, Ergebnisse sind schnell verfügbar, sie ist unabhängig von Probanden und sie ist zudem im Budget in der Regel unterhalb eines Use-Labs anzusiedeln. Die Methode im eigenen Unternehmen durchzuführen hat allerdings auch ihre Tücken, so können Tester befangen sein und unterliegen schwerwiegenden Denkfehlern, die sich negativ auf die Qualität der Testergebnisse auswirken.

Die Durchführung der Methode kommt ohne Tools aus, braucht wenig Vorbereitung und ist in der Durchführung einfach. Eine unabhängige Person versetzt sich so gut es geht in die Lage des Nutzers und bewertet den Untersuchungsgegenstand. Dabei werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen unterschieden. Weiterlesen

Weniger ist mehr: Psychologische Erkenntnisse für ein überzeugenderes Webdesign (Teil 6)

Erst kürzlich konnte ich es wieder bei einer Probandin in einem Usability-Test beobachten: „Oh, hier wird mir gerade angezeigt, dass nur noch zwei Plätze verfügbar sind. Dann würde ich jetzt wahrscheinlich zu Hause schneller buchen. Also natürlich nur, wenn ich davon ausgehen könnte, dass es wirklich so ist.“ Dieses Zitat beschreibt sowohl das psychologische Phänomen des Knappheitsirrtums als auch die daraus resultierende Herausforderung der Glaubwürdigkeit für Online-Händler. Bestimmt ist Ihnen eine derartige Anzeige schon einmal beim Flüge oder Hotelzimmer buchen aufgefallen: „Es sind nur noch 2 Sitze (oder Zimmer) verfügbar“. Aber warum werden wir durch solche Anzeigen eigentlich beeinflusst und was steckt dahinter? Wie können Online-Shop-Betreiber das Knappheitsprinzip für sich nutzen und was sollten sie unbedingt dabei beachten? Weiterlesen

Context is everything: Mit Hilfe von Contextual Inquiry Nutzer besser verstehen

Stellen Sie sich vor jemanden das Autofahren in einem Konferenzraum und nicht in einem Auto beizubringen. Das dürfte schwierig werden und dafür gibt es gute Gründe: Sie müssen sich ohne Lenkrad, Pedale oder Schaltknüppel an die korrekte Verwendung dieser Bedienelemente erinnern und anschließend nur mit Worten beschreiben. Sie müssen teils komplexe Bewegungsabläufe abrufen ohne die dafür nötigen Handgriffe tatsächlich durchführen zu können. Viel leichter würde es Ihnen vermutlich fallen diese Fähigkeiten zu vermitteln während sie in einem Auto sitzen. Ähnlich geht es Ihren Nutzern in Usability-Tests.

Contextual Inquiry: Beobachten im Kontext

Dieses kleine Beispiel verdeutlicht sehr gut die großen Vorteile der Methode Contextual Inquiry. In der Anthropologie werden Handlungen immer im Kontext beobachtet. Ich möchte hier die Vorteile dieser Herangehensweise einmal genauer beschreiben, da Contextual Inquiry im Bereich der User Experience und Usability viel zu selten eingesetzt wird. Weiterlesen