Archiv der Kategorie: Psychologische Aspekte

User Onboarding in mobilen Apps – Vortrag beim UX Congress 2016 in Frankfurt am Main

Technik des Muskelaufbaus

Viele Apps werden von Nutzern installiert, werden einmal kurz angeschaut und landen entweder auf dem App-Friedhof oder werden gar direkt wieder gelöscht. „User Onboarding“ ist ein Oberbegriff für eine Reihe an Techniken, mit denen man diesem Problem begegnen kann. User Onboarding gibt den Nutzern Hinweise, wie sie die App nutzen können und schafft Orientierung.

Beim UX Congress am 6. und 7. Oktober in Frankfurt am Main habe ich zu dem Thema einen Vortrag gehalten und dabei folgende Vorschläge zum optimalen Onboarding-Konzept vorgestellt: Weiterlesen

Wie intuitiv bedienbar ist Ihre Website?

Was hat denn „Intuition“ mit Usability zu tun? Ist es für die User Experience relevant, ob eine Website intuitiv bedienbar ist? Rein intuitiv beantworten Sie die zweite Frage bestimmt mit Ja. Denn User Experience umfasst nicht nur die Gebrauchstauglichkeit eines Produktes, sondern auch das gesamte Erleben des Nutzers. Und dazu zählt eben auch, inwiefern eine Website intuitiv bedienbar ist. Es lohnt sich, dass Sie sich die Fragen stellen: Ist meine Website intuitiv bedienbar? Und wie kann ich das messen? Weiterlesen

Nutzer motivieren oder manipulieren – Gamification

Screenshot Schachbrett mit Gemüse

Gamification ist, wenn ich spielerische Elemente im nicht-Spiel-Kontext einsetze.

Erfolgreiche Anwendungen oder Websites sind solche, bei denen die Nutzer das tun, was der Betreiber gerne möchte. Daher stoßen alle Ansätze auf großes Interesse, mit denen wir das besser erreichen.

Gamification ist ein solcher Ansatz, der vor einigen Jahren hoch gefeiert wurde. Heute ist es etwas still darum geworden – heißt das, Gamification als Möglichkeit, Nutzer zu motivieren, ist gescheitert?

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Der Nutzer gibt Ihnen fünf Sekunden: wie Sie den ersten Eindruck Ihrer Webseite optimieren

5 Sekunden Test

Wie ziehen Sie Seitenbesucher vom ersten Augenblick an in den Bann Ihrer Webseite? Sie haben nicht viel Zeit dazu. Innerhalb der ersten fünf Sekunden muss Ihre Webseite die beabsichtigte Botschaft übermittelt haben. Eine Methode, die an dieser empfindlichen Stelle des Interaktionsablaufs ansetzt, ist der 5 Sekunden Test. Erfahren Sie im Folgenden mehr darüber, was im ersten Eindruck wirkt, wo die Methode ansetzt und wie sie funktioniert.
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Expertenevaluation: Wie setze ich sie richtig ein?

Zu den beliebtesten Methoden der Usability-Evaluation gehört die Expertenevaluation. Sie ist eine der am häufigsten eingesetzten Methoden. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Methode benötigt keine Forschungsinfrastruktur, Ergebnisse sind schnell verfügbar, sie ist unabhängig von Probanden und sie ist zudem im Budget in der Regel unterhalb eines Use-Labs anzusiedeln. Die Methode im eigenen Unternehmen durchzuführen hat allerdings auch ihre Tücken, so können Tester befangen sein und unterliegen schwerwiegenden Denkfehlern, die sich negativ auf die Qualität der Testergebnisse auswirken.

Die Durchführung der Methode kommt ohne Tools aus, braucht wenig Vorbereitung und ist in der Durchführung einfach. Eine unabhängige Person versetzt sich so gut es geht in die Lage des Nutzers und bewertet den Untersuchungsgegenstand. Dabei werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen unterschieden. Weiterlesen

Weniger ist mehr: Psychologische Erkenntnisse für ein überzeugenderes Webdesign (Teil 6)

Erst kürzlich konnte ich es wieder bei einer Probandin in einem Usability-Test beobachten: „Oh, hier wird mir gerade angezeigt, dass nur noch zwei Plätze verfügbar sind. Dann würde ich jetzt wahrscheinlich zu Hause schneller buchen. Also natürlich nur, wenn ich davon ausgehen könnte, dass es wirklich so ist.“ Dieses Zitat beschreibt sowohl das psychologische Phänomen des Knappheitsirrtums als auch die daraus resultierende Herausforderung der Glaubwürdigkeit für Online-Händler. Bestimmt ist Ihnen eine derartige Anzeige schon einmal beim Flüge oder Hotelzimmer buchen aufgefallen: „Es sind nur noch 2 Sitze (oder Zimmer) verfügbar“. Aber warum werden wir durch solche Anzeigen eigentlich beeinflusst und was steckt dahinter? Wie können Online-Shop-Betreiber das Knappheitsprinzip für sich nutzen und was sollten sie unbedingt dabei beachten? Weiterlesen

Context is everything: Mit Hilfe von Contextual Inquiry Nutzer besser verstehen

Stellen Sie sich vor jemanden das Autofahren in einem Konferenzraum und nicht in einem Auto beizubringen. Das dürfte schwierig werden und dafür gibt es gute Gründe: Sie müssen sich ohne Lenkrad, Pedale oder Schaltknüppel an die korrekte Verwendung dieser Bedienelemente erinnern und anschließend nur mit Worten beschreiben. Sie müssen teils komplexe Bewegungsabläufe abrufen ohne die dafür nötigen Handgriffe tatsächlich durchführen zu können. Viel leichter würde es Ihnen vermutlich fallen diese Fähigkeiten zu vermitteln während sie in einem Auto sitzen. Ähnlich geht es Ihren Nutzern in Usability-Tests.

Contextual Inquiry: Beobachten im Kontext

Dieses kleine Beispiel verdeutlicht sehr gut die großen Vorteile der Methode Contextual Inquiry. In der Anthropologie werden Handlungen immer im Kontext beobachtet. Ich möchte hier die Vorteile dieser Herangehensweise einmal genauer beschreiben, da Contextual Inquiry im Bereich der User Experience und Usability viel zu selten eingesetzt wird. Weiterlesen

Teil 2: Eine Videotelefonie-Schnittstelle für Menschen mit kognitiven Einschränkungen

Einleitungsbild_Teil_2

Beispielhafter Screenshot des High-Fidelity Prototypen, der den „Freundeskreis“ als ein zentrales Element der neuentwickelten Schnittstelle, und das Assistenzsystem in Form eines virtuellen Agenten zeigt.

In Teil 1 habe ich Ihnen eine Methode vorgestellt, mit der man Anforderungen von Nutzergruppen mit besonderen Bedürfnissen analysieren kann. In Teil 2 des Blogbeitrags möchte ich Ihnen anhand eines Ausschnitts aus der Konzeption einer Videotelefonie-Schnittstelle veranschaulichen, wie der nutzerzentrierte Gestaltungsansatz (UCD) gestaltet werden kann, um unter anderem für Menschen mit Handicap eine Videotelefonie-Schnittstelle mit Assistenz-System zu entwickeln. Weiterlesen

Die Angst vor intelligenten Systemen

OPENER

Wer hat die Kontrolle?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und werden von Kaffeeduft geweckt, der von Ihrer vernetzten Kaffeemaschine in Ihrer Küche her strömt. Langsam öffnen sich die Jalousien. Das Bad wurde währenddessen bereits automatisch auf Ihre Wunschtemperatur vorgewärmt. Ihr SmartHome-System kennt Sie mittlerweile gut und hat sich an Ihre Gewohnheiten angepasst. Nach dem Aufstehen schauen Sie kurz auf Ihr Smartphone, das Ihnen berichtet, welche Termine heute anstehen. Darauf abgestimmt teilt es Ihnen mit, dass Sie heute lieber 5 Minuten früher losfahren sollten, um nicht zu spät zu kommen. So genannte Intelligente Systeme ermöglichen dies bereits—jedenfalls in der Theorie.

Mit diesen und anderen (Zukunfts-)Themen beschäftigt sich der BITKOM Fachausschuss „Usability & User Experience“, der dieses Mal bei IBM iX Design Studio in Hamburg tagte. Wir von eResult waren mit einem spannenden Beitrag zum Thema „Angst vor künstlicher Intelligenz“ vertreten. Vorab sei schon einmal verraten, dass die im Titel erwähnte „Angst“ unter anderem aus einer Missachtung der seit den 90er Jahren bekannten Usability-Dialogprinzipien resultiert. Die Akzeptanz neuer Technologien könnte durch deren konsequente Beachtung wesentlich größer sein. Weiterlesen

Mental Models: Teil 2 – Adaption durch Indi Young

Die Vorstellungen und Annahmen des Nutzers darüber, wie ein Gerät erwartungsgemäß funktionieren sollte und wie es wohl funktioniert, formen sein mentales Modell. Dies ist die Perspektive der Mensch-Computer Interaktion auf mentale Modelle, mit der ich mich in meinem letzten Blogbeitrag zum Thema genauer auseinandergesetzt habe.

Es gibt jedoch gegenwärtig eine mehr methodisch orientierte Perspektive auf mentale Modelle, die für den Projektalltag von UX Designern und Produktmanagern viele Möglichkeiten eröffnet. Mental Model Diagramme veranschaulichen die tieferliegenden Verhaltensmotive von Nutzern und kommunizieren darauf bezogene Lücken und Schwachstellen eines Produktes visuell und damit sehr direkt. Wo liegen die Einsatzbereiche dieser Methode und wo im User Centered Design Prozess zeigt sie ihre Stärken? Wie genau wird ein Mental Model Diagramm erstellt? Weiterlesen