Archiv der Kategorie: Navigation

Das Empty State Problem bei Multibanking Apps


In der Multibanking-Studie von eresult wurden fünf UX-Probleme festgestellt, die in einem Großteil der größeren Multibanking-Apps auftauchen. Eins davon ist das Empty State Problem, auf dass ich hier genauer eingehen möchte.
In Zusammenhang mit Multibanking heißt „Empty State“ nicht, dass das Konto leer ist, sondern es geht in diesem Fall um die User Experience. Apps, die Daten der Nutzer anzeigen und/oder auswerten machen eben nur dann Sinn, wenn diese auch Daten haben auf die sie zugreifen können. Damit Multibanking Apps Sinn stiften, muss der Nutzer ein oder mehrere Bankkonten hinterlegt haben. Der Empty State ist der Zustand der App, bevor das erste Bankkonto eingerichtet wurde. Häufig sieht das dann so aus, wie hier bei der Starmoney App:
Ein Promlem der Multibanking Apps: Empty States

Empty State der Starmoney App


Was ist hier das Problem? Die Nutzer öffnen das erste mal die App und landen dann auf einer Seite, die…

      1. …ihnen nicht sagt was sie als nächstes tun sollen oder können
      2. …kahl, unmotivierend und leer aussieht
      3. …mit „kein Konto eingerichtet“ direkt zu Beginn der Nutzung schon eine negative Aussage macht, die auch noch so klingt, als hätte der Nutzer einen Fehler gemacht

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Mega-Dropdown-Menüs – Der Teufel steckt im Detail

Informationsarchitektur und Navigationsdesign sind gleichermaßen wichtig, wenn es darum geht, Nutzer zu unterstützen sich gut in einer Anwendung zurechtzufinden. In dem Themendossier „Basiswissen Card Sorting: Nutzerzentriert Informationsarchitekturen entwickeln“ habe ich beschrieben, wie Sie nutzerzentriert eine Informationsarchitektur entwickeln können. Im Folgenden geht es nun um das Navigationsdesign.

Nutzern mit Mega-Dropdowns einen Überblick bieten

Ein populärer Ansatz die Navigation den Nutzern zugänglich zu machen sind Mega-Dropdown-Menüs. Mega-Dropdowns sind zweidimensionale Panels, die in mehrere Gruppen von Navigationsoptionen aufgeteilt sind. Dabei können die Kategorien durch Layout, Typographie oder sogar Icons strukturiert sein. Das wichtigste Merkmal ist, dass der Nutzer sofort einen Überblick über mehrere Ebenen erhält. Weiterlesen

Die Top 3 Fragen zum Burger-Menü

Burger Das Burger-Menü wirft regelmäßig bei unseren Nutzertests Fragen auf – sowohl von Nutzern, als auch von unseren Kunden. Moment… Wir machen doch User Experience, warum reden wir jetzt vom Essen? Der schmackhaft klingende Name geht auf die drei übereinander liegenden Striche zurück: Manch einer mag darin ein Patty, dass in zwei Brötchenhälften liegt, sehen.

Das Burger-Menü ist eine Variante der versteckten Navigation. D.h. die Elemente des Hauptmenüs sind erst durch eine explizite Nutzeraktion sichtbar, z. B. durch Klick auf das Burger-Icon. Dem gegenüber steht die sichtbare Navigation. In dieser werden die Elemente des Hauptmenüs von vornherein angezeigt, müssen also nicht erst durch einen Klick sichtbar gemacht werden.

Burger-Menü (links) vs. sichtbares Menü (rechts)

Burger-Menü (links) vs. sichtbares Menü (rechts)
Quelle: Richard Bretschneider (eResult GmbH)

Wir haben die typischsten Probleme und Fragen rund um das Burger-Menü zusammengefasst.

Wird das Burger-Icon von Nutzern erkannt?

Das kommt ganz darauf an. Auf Smartphones wird das Burger-Icon relativ gut angenommen. Auf Desktop-Seiten haben wir häufiger Probleme erfahren. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein:

Auffindbarkeit. Im Vergleich zu Desktop-Bildschirmen sind Smartphone-Displays natürlich deutlich kleiner. Das Burger-Icon kann weniger schnell zwischen den anderen Seitenelementen untergehen.

Verständnis. Durch die Verbreitung in Apps, wird auf Smartphones häufiger erwartet, dass das Hauptmenü hinter einem Icon versteckt ist. Bei Webseiten auf Desktop ist dieses Pattern weniger verbreitet und bekannt.

Design. Burger ist nicht immer gleich Burger. Es gibt unterschiedliche Designs des Burger-Menüs, die nicht alle gleich gut funktionieren. Dies sind einige typische Varianten: Weiterlesen

Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Informationsarchitektur (Teil 2/2) – Evaluation und Iteration

Evaluation und Iteration der Informationsarchitektur im GesamtprozessIm ersten Beitrag dieser zweiteiligen Reihe habe ich bereits beschrieben, wie ein nutzerzentriertes Vorgehen zur Entwicklung der Informationsarchitektur aussieht: Basierend auf einer Analysephase und dem Research durch ein Card Sorting wird die erste Version der Informationsarchitektur entwickelt.

Diese erste Version sollte aber nicht einfach auf gut Glück umgesetzt werden. Viel mehr ist es nach den Prinzipien des User Centered Design wichtig, die entwickelte Struktur mit echten Nutzern zu evaluieren, Probleme zu finden und sie iterativ weiterzuentwickeln. Für die Evaluation einer Informationsarchitektur gibt es die spezielle Methodik des Tree Testings, aber auch Usability-Tests können eingesetzt werden. Wie das genau funktioniert erkläre ich in diesem zweiten Teil der Beitragsreihe. Weiterlesen

Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Informationsarchitektur (Teil 1/2) – Analyse und Research

Struktureller Aufbau der InformationsarchitekturUser Centered Design, also die nutzerzentrierte Gestaltung, umfasst alle Aspekte einer Anwendung. Häufig liegt der Fokus dabei stark auf dem Interaktionsdesign – wie sich die Anwendung verhält und wie sie aussieht. Leider gerät darüber ein anderer Aspekt manchmal in Vergessenheit: Die Informationsarchitektur.

Die Informationsarchitektur, der strukturelle Aufbau, spielt jedoch gerade bei informationslastigen Websites eine zentrale Rolle. Ob und wie leicht die Nutzer die gewünschten Informationen finden können, entscheidet, ob sie überhaupt in den Genuss eines guten Interaktionsdesigns kommen.

Während die meisten Aspekte eines Website-Designs mit solidem User Research untermauert und getestet werden, bleibt von diesem nutzerzentrierten Vorgehen bezüglich der Informationsarchitektur aber häufig nur wenig über. Zu oft wird sie rein expertenbasiert entwickelt und zudem noch komplett von internen Stakeholdern getrieben. Und in späteren Usability-Tests spielt sie auch nur eine untergeordnete Rolle.

Dabei gibt es genug Ansätze, auch die Informationsarchitektur nach den Prinzipien des User Centered Design zu entwickeln. In diesem zweiteiligen Beitrag möchte ich diesen kompletten Prozess erläutern. Heute geht es dabei um die ersten Schritte: Die initiale Analyse und den User Research durch ein Card Sorting. Weiterlesen

Die Startseite – umkämpft und überbewertet

Beobachten Sie das auch? Die Nutzerzahlen für die Startseite brechen ein. Und zwar dramatisch. Die Startseite der New York Times beispielsweise hat schon 2013 über 80 Millionen Besucher pro Monat verloren verglichen mit zwei Jahren zuvor – das ist die Hälfte der Besucher.

Interessanterweise ist die Gesamtzahl der Besucher auf nytimes.com in dieser Zeit aber gestiegen. Nur die Homepage ließen die Nutzer dabei immer öfter links liegen.

Gefallen ist auch der Zugriff auf die ersten Seiten der Kategorien („World“, „Politics“, „Sports“ etc.) und die Zugriffe über die eigene App.

Die US-Traditions-Zeitung ist dabei keine Ausnahme. Der Trend ist auf Mediensites besonders stark, aber fast alle Sites beobachten das Phänomen: Mehr und mehr kommen Nutzer direkt auf Unterseiten. Nur noch 5 bis 15 Prozent der Besucher beginnen mit der Homepage.

Warum geht niemand mehr auf die Startseite?

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Mehrsprachige Sites richtig anlegen

Flaggen-Symbolbild

Erfolgreiche Sites wachsen, so wie das Geschäft, das hinter ihnen steckt. Früher oder später stehen viele Site-Betreiber vor der Frage, ob und wie eine Version ihrer Seiten in einer anderen Sprache anbieten.

Was zunächst einfach klingt, ist ein größeres konzeptionelles Problem – vor allem, wenn man die Option „Mehrsprachigkeit“ nicht von Anfang an berücksichtigt hat.

Und hinzu kommen zu allem Überfluss auch noch Auswirkungen auf die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen bzw. auf die SEO (Suchmaschinenoptimierung).

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Der Königsweg zur Datumseingabe bei Reisebuchungen

Als Tourismus-Experte bei eResult höre ich bei meinen Interviews in Uselabs oft den Satz: Reiseseiten im Internet sehen doch recht gleich aus. Ich gebe Flughafen und Ziel ein, noch das Reisedatum und mit einem Klick bekomme ich die Angebote angezeigt. Ganz so einfach ist der Sachverhalt natürlich nicht, denn die Suchmaske ist zeitgleich Einstieg und Vorfilter in das sehr umfangreiche Reiseangebot.

Für meinen heutigen Blog-Beitrag habe ich mir die größten Reiseanbieter und OTAs angeschaut, um Standards bzw. Best Practices bei der Datumsauswahl zu identifizieren. Darüber hinaus habe ich einen interessanten Ansatz aus UK gefunden, den ich ebenfalls vorstellen möchte. Weiterlesen

Web Design Trend: Responsive Web Design und die versteckte Navigation

Schon lange gilt es als Konvention, das Navigationsmenü prominent im oberen Bereich der Seite zu positionieren. Ausgelöst durch neue Webdesign Trends wie responsive Design, nehmen jetzt jedoch immer mehr Designer Abschied von dieser Tradition. Die Interaktion mit mobilen Geräten beansprucht nun Einfluss auf die Grundfesten des Desktop Designs von Webseiten: mit gesetzten Regeln und Grenzen wird bewusst gebrochen. Warum sollte man auch ein platzraubendes Navigationsmenü nutzen, wenn man es anstatt dessen mit einem einzelnen Symbol repräsentieren kann, das die Nutzer ja sowieso schon kennen? Ganze Menüs verschwinden – übrig bleibt nur ein Icon, welches Zugriff auf das gesamte Menü bietet. Weiterlesen

Das Jahr der Virtual Reality

Ist es tatsächlich so weit, werden 3D Erlebnisse schon in diesem Jahr Realität und uns mittels Apps ins tägliche Leben folgen? Ein guter Grund dafür: Die Technik ist soweit! Unsere modernen Smartphones haben genug Rechenpower, um ansprechende Grafiken zu produzieren und unser Gehirn in künstliche 3D Welten mitzunehmen. Ich muss gestehen, dass ich dieses Thema komplett ausgeblendet hatte, bis Allan Jäke das Thema kürzlich beim UX Roundtable aufgriff. Mehrere 100 Euro wollte ich nicht investieren, aber 20 Euro war mir das Experiment wert, also wurde zu Ostern die Color aus China ausprobiert. Das Angebot an kostenlosen Apps ist enorm, Weiterlesen