Archiv der Kategorie: Web Usability

Es muss nicht immer der Powerpoint-Report sein

Der klassische Powerpoint-Report ist nach wie vor ein weit verbreitetes Format, um Ergebnisse eines Usability-Tests oder Expert Reviews einerseits zu beschreiben bzw. zu priorisieren und anderseits Empfehlungen in visueller Form aufzuzeigen. Je nach Umfang der Fragestellungen und Komplexität des Untersuchungsgegenstands kann ein solcher Report locker seine 100 Slides füllen, wobei immer häufiger die Frage gestellt wird, inwiefern solche „typischen Formate“ noch den Zeitgeist treffen und für den Entwicklungsprozess zielführend sind. Denn durch innovative und schnelle Projektmanagement-Methoden wie Scrum oder Design Sprints ändern sich auch die Anforderungen an gute Reports. Im Rahmen dieses Beitrags werde ich auf „neuere“ Reporting-Arten eingehen, die wir bei eresult verwenden und die jeweiligen Vor- und Nachteile kurz skizzieren. Weiterlesen

Das Empty State Problem bei Multibanking Apps


In der Multibanking-Studie von eresult wurden fünf UX-Probleme festgestellt, die in einem Großteil der größeren Multibanking-Apps auftauchen. Eins davon ist das Empty State Problem, auf dass ich hier genauer eingehen möchte.
In Zusammenhang mit Multibanking heißt „Empty State“ nicht, dass das Konto leer ist, sondern es geht in diesem Fall um die User Experience. Apps, die Daten der Nutzer anzeigen und/oder auswerten machen eben nur dann Sinn, wenn diese auch Daten haben auf die sie zugreifen können. Damit Multibanking Apps Sinn stiften, muss der Nutzer ein oder mehrere Bankkonten hinterlegt haben. Der Empty State ist der Zustand der App, bevor das erste Bankkonto eingerichtet wurde. Häufig sieht das dann so aus, wie hier bei der Starmoney App:
Ein Promlem der Multibanking Apps: Empty States

Empty State der Starmoney App


Was ist hier das Problem? Die Nutzer öffnen das erste mal die App und landen dann auf einer Seite, die…

      1. …ihnen nicht sagt was sie als nächstes tun sollen oder können
      2. …kahl, unmotivierend und leer aussieht
      3. …mit „kein Konto eingerichtet“ direkt zu Beginn der Nutzung schon eine negative Aussage macht, die auch noch so klingt, als hätte der Nutzer einen Fehler gemacht

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Wie Gamification Kaufentscheidungen beeinflusst: Studienergebnisse zu Aktivierung, Emotionen und Kaufabsicht

Emotionen in der KaufentscheidungWie bereits die Beiträge von Jan Pohlmann und Jens Jacobsen hier im Blog zeigten, werden zunehmend Spielelemente in Informations- und Kommunikationssystemen implementiert. Die sogenannten Gamification Features haben häufig das Ziel, den Kunden zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren. Beispielsweise sollen das Sammeln von Punkten und der Vergleich innerhalb von Ranglisten die Beteiligung des Kunden an der Gestaltung von Werbekampagne fördern oder ihn zum Teilen von Mobilitätsdaten motivieren.
Der Erfolg von spielbasierten Informations- und Kommunikationssystemen wurde bereits in einigen Studien belegt. Allerdings ist bis heute weitestgehend unerforscht, was genau Gamification Features innerhalb des Nutzers auslösen. Dieser Fragestellung soll in dem folgenden Beitrag nachgegangen werden: Es wird vor allem das Auslösen von Emotionen durch Gamification Features betrachtet und deren Auswirkungen auf die Kaufentscheidung des Nutzers. Weiterlesen

Usability-Test von Informations-Websites

Foto Container

Letztlich sind Info-Sites nur Container für Inhalte – und auf diese kommt es an.

Wir testen laufend Websites mit Flugbuchungen, Produkt-Seiten, Call-to-Actions und Ähnliches im Usability-Labor. Alles methodisch klar und bewährt. Doch was ist mit den Sites, die den Großteil des World Wide Web ausmachen? Also mit solchen, die einfach nur Informationen zu einem Unternehmen bieten, ganz ohne weitere Funktionen? Mit einer Handvoll Seiten bestehend aus Texten und Bildern, sonst nichts?

Wie testet man solche Sites? Wir können hier kaum Aufgaben stellen – Telefonnummer des Geschäftsführers heraussuchen? Unsinnig. Wie viele Mitarbeiter hat die Firma? Hilft nicht weiter. Adresse herausfinden? Bringt wenig.
Wie vermeiden wir es also, beim Tests solcher Sites nur Meinungen abzufragen und wie bekommen wir statt dessen saubere Testergebnisse?

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Wer sucht der kauft – Tipps für eine gute Suchfunktion (Teil 1)

Eine gute Suchfunktion ist ein wichtiger Erfolgsfaktor einer Webseite. Der Weg zu Inhalten und Produkten über eine Suchfunktion wird von einem relevanten Anteil von Nutzern bevorzugt. Die Nutzung einer Suchfunktion kennzeichnet zudem eine gezielte Besuchsmotivation. Die Konversionsrate von Seitenbesuchen, die über eine gute Suchfunktion gehen, ist dadurch deutlich erhöht gegenüber eher stöbernden Verhaltensmustern. Trifft diese Nutzergruppe also auf eine schlecht funktionierende Suche und bricht die Interaktion frustriert ab, bedeutet das eine herbe Einbuße für den Umsatz und den Erfolg der Webseite. Es gibt zahlreiche Good Practices für eine Suchfunktion. Die wichtigsten Bereiche sind das Suchfeld selbst mit seinen Funktionen, der Suchalgorithmus und die Trefferliste. In diesem Beitrag soll es zunächst um Tipps für eine gute Gestaltung des Suchfelds gehen mit Praxisbeispielen. Weiterlesen

User Experience: Ticken die Franzosen wirklich anders?

Wie unterscheiden sich deutsche und französische Webseiten?

Quelle: AdobeStock/Nelos

Eine in Deutschland erfolgreiche Webseite für internationale Märkte wie Frankreich anzupassen ist kein allzu großer Aufwand. Denken Sie das wirklich? Auch wenn die Franzosen von den Deutschen kulturell vielleicht gar nicht so weit entfernt scheinen, gibt es gerade in der Internet-Nutzung und im Online-Konsumverhalten einige gravierende Unterschiede. In diesem Artikel greife ich für Sie die 5 wichtigsten Bereiche aus dem User Experience Wheel von Magnus Revang auf und erkläre, worauf Sie in der Praxis mit französischen Usern achten müssen, damit Ihr Business im Nachbarland erfolgreich durchstartet. Weiterlesen

Produkttest: Warum Sie Usability-Tests mit jungen Müttern machen sollten

Junge Mütter gehören mit Sicherheit zu einer der anspruchsvollsten Nutzergruppen und zu den kritischsten Produkttestern:

  • Sie sind Experten im Surfen auf mobilen Endgeräten – laut einer Studie von Yahoo („The Shift to Smartphone Dominance“) gehören junge Mütter zwischen 18 und 34 Jahren zu den so genannten Smartphone-dominanten Usern, also jenen Nutzern, die den größten Teil ihrer digitalen Zeit mit dem mobilen Endgerät verbringen – nämlich 70 Prozent. Sie legen vor allem Wert auf die Aktualität der Daten und den einfachen Zugriff, die ihnen die mobile Nutzung von Online-Angeboten bietet. Nicht verwunderlich beim Gedanken an den Alltag zwischen Babytragen, Wickelkommode, Babybett und Stillecke. Es bleibt immer nur kurz Zeit, um etwas nachzuschauen oder zu recherchieren. Sie organisieren oft viele Dinge gleichzeitig und wollen flexibel auch von unterwegs auf Online-Dienste zugreifen können.
  • Neben diesem Nutzungsverhalten haben junge Mütter (Anmerkung der Autorin: das gilt im Übrigen auch für junge Väter – im Artikel spreche ich allerdings aus der Perspektive einer Mutter) auch höchste Anforderungen an Produkte des Alltags. Weiterlesen

UX für alle Kanäle. 2017 kann kommen.

UX für alle Kanäle

Quelle: Richard Bretschneider / eresult


Alles wird anders. Schon wieder. Wie jedes Jahr. Deshalb ist es ja so großartig UXler zu sein.

Aber was wird jetzt das große neue Ding in 2017? Chatbots wie Slack? Voice interfaces wie Alexa? Virtual Reality? Amazons Dash Button? Kann sein, kann nicht sein. Das kann auch ich nicht prognostizieren. Welche der vielen neuen Technologien auch immer abheben mag, eins ist mal ganz allgemein gesagt gewiss: Die Anzahl der verschiedenen Kanäle, Technologien und Touchpoints die Nutzer mit einem Service, Produkt oder Unternehmen in Kontakt bringen, nimmt stetig zu. Die Customer Journey wird fragmentierter und beschränkt sich digital gesehen längst nicht mehr auf Websites und Apps. Nehmen wir die Reiseplanung über mehrere Kanäle als Beispiel: Weiterlesen

Tipps zur Gestaltung eines mobilen Check-outs

Heutzutage verwenden Konsumenten immer mehr ihre mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablet. Ihr Desktop hat (fast) ausgedient. Sie nutzen mobile Geräte unterwegs zum chatten, surfen im Internet aber auch zum Online-Shoppen – wie zum Beispiel beim Kauf eines Tickets für ein Musical, Konzert oder für den Flug zum nächsten Urlaubsziel.
Potentielle Käufer können sich allerdings einigen Herausforderungen gegenüber gestellt sehen, wenn der Online-Shop nicht mobile optimiert gestaltet wurde. Und so kommt es dazu, dass zwar über 60 % der Online-Zeit mobil verbracht wird es aber einige Probleme gibt, weshalb die Nutzer mobil nicht kaufen. Zeit also, dies zu ändern!. Weiterlesen