Archiv der Kategorie: Web Usability

Die Startseite – umkämpft und überbewertet

Beobachten Sie das auch? Die Nutzerzahlen für die Startseite brechen ein. Und zwar dramatisch. Die Startseite der New York Times beispielsweise hat schon 2013 über 80 Millionen Besucher pro Monat verloren verglichen mit zwei Jahren zuvor – das ist die Hälfte der Besucher.

Interessanterweise ist die Gesamtzahl der Besucher auf nytimes.com in dieser Zeit aber gestiegen. Nur die Homepage ließen die Nutzer dabei immer öfter links liegen.

Gefallen ist auch der Zugriff auf die ersten Seiten der Kategorien („World“, „Politics“, „Sports“ etc.) und die Zugriffe über die eigene App.

Die US-Traditions-Zeitung ist dabei keine Ausnahme. Der Trend ist auf Mediensites besonders stark, aber fast alle Sites beobachten das Phänomen: Mehr und mehr kommen Nutzer direkt auf Unterseiten. Nur noch 5 bis 15 Prozent der Besucher beginnen mit der Homepage.

Warum geht niemand mehr auf die Startseite?

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Teil 2: Eine Videotelefonie-Schnittstelle für Menschen mit kognitiven Einschränkungen

Einleitungsbild_Teil_2

Beispielhafter Screenshot des High-Fidelity Prototypen, der den „Freundeskreis“ als ein zentrales Element der neuentwickelten Schnittstelle, und das Assistenzsystem in Form eines virtuellen Agenten zeigt.

In Teil 1 habe ich Ihnen eine Methode vorgestellt, mit der man Anforderungen von Nutzergruppen mit besonderen Bedürfnissen analysieren kann. In Teil 2 des Blogbeitrags möchte ich Ihnen anhand eines Ausschnitts aus der Konzeption einer Videotelefonie-Schnittstelle veranschaulichen, wie der nutzerzentrierte Gestaltungsansatz (UCD) gestaltet werden kann, um unter anderem für Menschen mit Handicap eine Videotelefonie-Schnittstelle mit Assistenz-System zu entwickeln. Weiterlesen

Sind Sie noch 16:9 oder schon 360°? Ein Einblick in die virtuelle Welt für zuhause am Beispiel der Samsung Gear VR und des Universe2go

VR-Brille
Während sich die 3D-Technik für zuhause seit Jahren zu behaupten versucht, gelingt es VR-Brillen mittlerweile, sich immer öfter einen Platz im heimischen Wohnzimmer zu sichern.

Anfang letzten Jahres kannte man VR-Brillen höchstens von der Gamescom oder der IFA. Wir von eResult haben letztes Jahr schon Anwendungen ausprobiert oder auch auf dem UX Congress in Frankfurt (Main) und auf der Research & Results in München die Samsung Gear VR auf unserer Experience Arena vorgestellt und unseren Besuchern zum Ausprobieren in die Hand gegeben. Seitdem hat sich einiges getan: Das Samsung Galaxy S7 steht kurz vor der Auslieferung. Wer schnell ist, bekommt dazu gratis die neue Samsung Gear VR-Brille. Es ist also absehbar, dass die Samsung Gear VR demnächst in sehr vielen Wohnzimmern zu Hause ist und die Nutzer nach Anwendungen verlangen. Weiterlesen

Die Angst vor intelligenten Systemen

OPENER

Wer hat die Kontrolle?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und werden von Kaffeeduft geweckt, der von Ihrer vernetzten Kaffeemaschine in Ihrer Küche her strömt. Langsam öffnen sich die Jalousien. Das Bad wurde währenddessen bereits automatisch auf Ihre Wunschtemperatur vorgewärmt. Ihr SmartHome-System kennt Sie mittlerweile gut und hat sich an Ihre Gewohnheiten angepasst. Nach dem Aufstehen schauen Sie kurz auf Ihr Smartphone, das Ihnen berichtet, welche Termine heute anstehen. Darauf abgestimmt teilt es Ihnen mit, dass Sie heute lieber 5 Minuten früher losfahren sollten, um nicht zu spät zu kommen. So genannte Intelligente Systeme ermöglichen dies bereits—jedenfalls in der Theorie.

Mit diesen und anderen (Zukunfts-)Themen beschäftigt sich der BITKOM Fachausschuss „Usability & User Experience“, der dieses Mal bei IBM iX Design Studio in Hamburg tagte. Wir von eResult waren mit einem spannenden Beitrag zum Thema „Angst vor künstlicher Intelligenz“ vertreten. Vorab sei schon einmal verraten, dass die im Titel erwähnte „Angst“ unter anderem aus einer Missachtung der seit den 90er Jahren bekannten Usability-Dialogprinzipien resultiert. Die Akzeptanz neuer Technologien könnte durch deren konsequente Beachtung wesentlich größer sein. Weiterlesen

TEIL 1: „Inklusives Design“: Wie werden Anforderungen für besondere Zielgruppen analysiert?

Barriere-Symbole

Symbole, die allgemein mit dem Thema Behinderung in Verbindung gebracht werden

Gehört “Barrierefreiheit” zu den Kundenanforderungen für die Konzeption einer Schnittstelle, stellt sich die Frage: Wie kann eine Schnittstelle gestaltet werden, um sie sowohl für Menschen mit besonderen Bedürfnissen als auch für jeden anderen gut nutzbar zu machen? Die angewendete Methodik muss dabei selbst den Kriterien der Usability genügen, das heißt unter anderem sich mit geringem Kosten- und Zeitaufwand vereinbaren lassen. Weiterlesen

Konzeption inklusiver Systeme

Graham Bells Prototyp

Graham Bells Prototyp des heutigen Telefons

Können Sie sich vorstellen, dass der Telefonapparat und das Mikrofon ursprünglich entwickelt wurden, um Menschen mit einer Behinderung zu unterstützen? Ende des 19. Jahrhunderts patentierte der Sprachtherapeut Alexander Graham Bell den Phonautografen, woraus sich im Laufe der Jahrhunderte das Telefon entwickelte. In meinem Blogartikel möchte ich unter anderem auf folgende Fragen eingehen: Wie integriert man Menschen mit Handicap in einen iterativen Designprozess und analysiert ihre Fähigkeiten? Welche Vorteile liefert deren Einbezug für die User Experience? Weiterlesen

Studienkonzeptgestaltung für Formulare und Antragsstrecken: Die richtige Aufgabenstellung macht‘s!

Onlineformulare können vieles einfacher machen als deren Pendant auf Papier.

Onlineformulare können vieles einfacher machen als deren Pendant auf Papier.

In letzter Zeit durfte ich einige Tests für Onlineformulare und -antragsstrecken begleiten. Diese Art von Tests sind an sich sehr simpel aufgebaut: Der Proband wird aufgefordert, anhand von vorgegebenen Testdaten das Formular (bspw. für eine Versicherung) oder den Antrag auszufüllen. Der Interviewer stellt nach dem Ausfüllen die typischen Interviewfragen. Im Fokus stehen hier Verständlichkeit, Logik der Anordnung und die Sinnhaftigkeit der geforderten Daten als solches (bspw. ob, bestimmte Informationen als Pflichtfeld oder optional markiert sind). Dennoch stellt auch ein solch relativ einfacher Usability-Test einige Hürden bereit, die wir im Studiendesign berücksichtigen müssen. Weiterlesen

Verstehen Ihre Nutzer Sie? – Leichte Sprache für barrierearme Sites

Foto Mensch beim Lesen

Für die meisten von uns ist lesen selbstverständlich – und doch gibt es in Deutschland 7,5 Millionen Menschen, die nicht richtig lesen können.

Wie viele Nutzer hätten Sie gern für Ihre Website? Möglichst viele? Dann machen Sie sich am besten ein paar Gedanken zu Ihren Nutzern und dem, was sie können.

7,5 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene können nur eingeschränkt lesen und schreiben. (Laut der leo.-Studie 2011.)

Das heißt: Gut 14 Prozent der möglichen Besucher schließen Sie aus, wenn Ihre Texte zu kompliziert sind.

Und den anderen Besuchern machen Sie das Leben damit unnötig schwer.

Generell können Sie nur gewinnen, wenn Sie darauf achten, dass die Texte auf Ihrer Site leicht verständlich sind. Das ist eine der Maßnahmen zur Optimierung Ihrer Site, die…

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Customer Journey Map – Herzstück vieler UX-Methoden?

Die Customer Journey Map (in der Software-Entwicklung oft auch User Story Mapping genannt) ist eine viel zitierte Methode, gerade im Zusammenhang mit der Konzeption bestehender oder auch neuer Produkte. Im Netz finden sich hierzu auch zahlreiche Beschreibungen und Templates für die Erstellung einer solchen Map.

Leider wird diese Methode oft auch als sehr aufwändige und kostspielige Methode angesehen, sind bei ihrer Erstellung nicht unwesentlich viele Teammitglieder gefragt und zahlreiche Schritte notwendig. Dieser Aufwand lohnt sich mehrfach, wenn die erstellte Customer Journey Map im Unternehmen auch “gelebt” und im Zuge der Produktentwicklung kontinuierlich und zielgerichtet eingesetzt wird. Weiterlesen