Archiv der Kategorie: Web Usability

Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Informationsarchitektur (Teil 2/2) – Evaluation und Iteration

Evaluation und Iteration der Informationsarchitektur im GesamtprozessIm ersten Beitrag dieser zweiteiligen Reihe habe ich bereits beschrieben, wie ein nutzerzentriertes Vorgehen zur Entwicklung der Informationsarchitektur aussieht: Basierend auf einer Analysephase und dem Research durch ein Card Sorting wird die erste Version der Informationsarchitektur entwickelt.

Diese erste Version sollte aber nicht einfach auf gut Glück umgesetzt werden. Viel mehr ist es nach den Prinzipien des User Centered Design wichtig, die entwickelte Struktur mit echten Nutzern zu evaluieren, Probleme zu finden und sie iterativ weiterzuentwickeln. Für die Evaluation einer Informationsarchitektur gibt es die spezielle Methodik des Tree Testings, aber auch Usability-Tests können eingesetzt werden. Wie das genau funktioniert erkläre ich in diesem zweiten Teil der Beitragsreihe. Weiterlesen

Expertenevaluation: Wie setze ich sie richtig ein?

Zu den beliebtesten Methoden der Usability-Evaluation gehört die Expertenevaluation. Sie ist eine der am häufigsten eingesetzten Methoden. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Methode benötigt keine Forschungsinfrastruktur, Ergebnisse sind schnell verfügbar, sie ist unabhängig von Probanden und sie ist zudem im Budget in der Regel unterhalb eines Use-Labs anzusiedeln. Die Methode im eigenen Unternehmen durchzuführen hat allerdings auch ihre Tücken, so können Tester befangen sein und unterliegen schwerwiegenden Denkfehlern, die sich negativ auf die Qualität der Testergebnisse auswirken.

Die Durchführung der Methode kommt ohne Tools aus, braucht wenig Vorbereitung und ist in der Durchführung einfach. Eine unabhängige Person versetzt sich so gut es geht in die Lage des Nutzers und bewertet den Untersuchungsgegenstand. Dabei werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen unterschieden. Weiterlesen

Websites entwickeln mit Top-Task- & Core & Path-Analyse

Illustration Core & Path-AnalyseWas machen Sie als erstes, wenn Sie eine Website planen? Natürlich nachdem Sie sich ausführlich mit den Nutzern und deren Bedürfnissen beschäftigt haben?

Vielleicht entwerfen Sie die Startseite. Als Wireframe, wenn Sie UX-Designer/Konzepter sind, als Photoshop-Mockup, wenn Sie Grafiker sind.

Oder Sie entwickeln die Informations-Architektur, zeichnen die Sitemap.

Das sind die zwei Ansätze, die nach meiner Erfahrung am gebräuchlichsten sind. Und doch zäumen wir damit das Pferd von hinten auf.

Beginnen sollten wir statt dessen mit den Zielen. Einerseits mit dem, was die Site für ihre Betreiber erreichen soll. Und anderseits mit dem, was die Nutzer mit der Site erreichen wollen. Das sollten wir nicht einfach nur in einem Grobkonzept oder einem Wiki festhalten. Und hoffen, dass es die anderen Projektbeteiligten lesen.
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Kein Medienbruch mehr bei Online-Anträgen durch Legitimation per Videochat: Good Practices zur Umsetzung

Bequem von zu Hause außerhalb der Filial- und Postöffnungszeiten einen Vertrag oder eine Kontoeröffnung vollständig online abschließen. Das verspricht das Angebot der Videolegitimation. Dabei kann man sich über seinen PC, sein Tablet oder auch Smartphone per Videochat direkt mit seiner Identität ausweisen. Alles was man braucht, ist ein internetfähiges Endgerät mit Webcam und Mikrofon, einen Internetzugang und ein gültiges Ausweisdokument.

Im Internet ist das heutzutage bereits vielfach möglich. Insbesondere seit 2014 ist die Videolegitimation auch bei Banken weit verbreitet, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Identitätsprüfung per Videoübertragung geprüft und genehmigt hatte. Weiterlesen

Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Informationsarchitektur (Teil 1/2) – Analyse und Research

Struktureller Aufbau der InformationsarchitekturUser Centered Design, also die nutzerzentrierte Gestaltung, umfasst alle Aspekte einer Anwendung. Häufig liegt der Fokus dabei stark auf dem Interaktionsdesign – wie sich die Anwendung verhält und wie sie aussieht. Leider gerät darüber ein anderer Aspekt manchmal in Vergessenheit: Die Informationsarchitektur.

Die Informationsarchitektur, der strukturelle Aufbau, spielt jedoch gerade bei informationslastigen Websites eine zentrale Rolle. Ob und wie leicht die Nutzer die gewünschten Informationen finden können, entscheidet, ob sie überhaupt in den Genuss eines guten Interaktionsdesigns kommen.

Während die meisten Aspekte eines Website-Designs mit solidem User Research untermauert und getestet werden, bleibt von diesem nutzerzentrierten Vorgehen bezüglich der Informationsarchitektur aber häufig nur wenig über. Zu oft wird sie rein expertenbasiert entwickelt und zudem noch komplett von internen Stakeholdern getrieben. Und in späteren Usability-Tests spielt sie auch nur eine untergeordnete Rolle.

Dabei gibt es genug Ansätze, auch die Informationsarchitektur nach den Prinzipien des User Centered Design zu entwickeln. In diesem zweiteiligen Beitrag möchte ich diesen kompletten Prozess erläutern. Heute geht es dabei um die ersten Schritte: Die initiale Analyse und den User Research durch ein Card Sorting. Weiterlesen

UX Ethik und Zukunft – Eindrücke von der IA Konferenz 2016

25 Vorträgen an 2 Tagen, rund 300 UXler und UX- Interessierte und das Gefühl auf einem großen Klassentreffen gelandet zu sein: Willkommen auf der IA Konferenz 2016! Nach einem Jahr Pause fand am 03. und 04. Juni dieses Jahr wieder die IA Konferenz statt – diesmal in neuer Location im Urania-Center in Berlin.

Morgens im Hörsaal der IA Konferenz 2016

Morgens bei der IA Konferenz 2016


Neben sehr interessanten Gesprächen mit Berufskollegen, gab es Vorträge zu verschiedenen Themen aus der UX-Welt. Drei Vorträge der Konferenz, die für mich aus unterschiedlichen Gründen sehr inspirierend waren, möchte ich Ihnen im Folgenden vorstellen. Weiterlesen

Weniger ist mehr: Psychologische Erkenntnisse für ein überzeugenderes Webdesign (Teil 6)

Erst kürzlich konnte ich es wieder bei einer Probandin in einem Usability-Test beobachten: „Oh, hier wird mir gerade angezeigt, dass nur noch zwei Plätze verfügbar sind. Dann würde ich jetzt wahrscheinlich zu Hause schneller buchen. Also natürlich nur, wenn ich davon ausgehen könnte, dass es wirklich so ist.“ Dieses Zitat beschreibt sowohl das psychologische Phänomen des Knappheitsirrtums als auch die daraus resultierende Herausforderung der Glaubwürdigkeit für Online-Händler. Bestimmt ist Ihnen eine derartige Anzeige schon einmal beim Flüge oder Hotelzimmer buchen aufgefallen: „Es sind nur noch 2 Sitze (oder Zimmer) verfügbar“. Aber warum werden wir durch solche Anzeigen eigentlich beeinflusst und was steckt dahinter? Wie können Online-Shop-Betreiber das Knappheitsprinzip für sich nutzen und was sollten sie unbedingt dabei beachten? Weiterlesen

Zahlen lesbar anzeigen

Lange Zahlenkolonnen sind oft sehr mühsam zu lesen. Die Gefahr eines Zahlendrehers bei der Übernahme der Daten ist groß. Nun kann man lange Zahlenreihen oft nicht vermeiden, aber man kann etwas tun, damit sie besser lesbar und Verwechslungen seltener werden.

IBAN ist so ein Beispiel. Bei der Einführung hatte ich für diese Zahlenwürmer nichts übrig. Warum hatte man mir nur meine schöne kurze Kontonummer, die ich schon seit mehr als 30 Jahren benutze, nur weggenommen und zwingt mich diese Zahlenmonster zu verarbeiten. Mir erschien auch die Gefahr sehr groß bei der Überweisung Fehler zu machen.

IBAN_eingeben

IBAN eingeben


Nun hat sich meine Einstellung dazu deutlich geändert. Der Trigger dazu war eine Information und das Online-Banking meiner Bank. Es war die Prüfsumme, die zu Beginn der IBAN steht. Man kann also kaum Fehler machen. Stimmt nämlich die Prüfsumme nicht mit den anderen Zahlen überein, wird diese nicht angenommen. Besser als mit der alten Kontonummer oder nicht? Mit der konnte man nämlich auch mal schnell auf ein falsches Konto überweisen. Die Prüfsumme hatte mich dann schon fast überzeugt. Weiterlesen

Wireframes, die Entwickler lieben

Foto Mauer

Raster geben nicht nur Mauern Struktur, auch fürs Screendesign sind sie kaum verzichtbar.

Wir Konzepter sagen, wir denken immer an die Nutzer. Wir haben stets im Blick, wie die Besucher mit der Site umgehen, wie die Kunden die App verwenden. Aber denken wir auch genug an diejenigen, die mit unseren Vorgaben im Projekt umgehen müssen?

Jeder, der eine Anwendung nicht ganz allein umsetzt, muss auch mit Designern und Programmierern kommunizieren. Ein ganz wichtiges Instrument dafür sind Scribbles und Wireframes. Mit ihnen halten wir fest, welche Elemente auf einer Seite stehen sollen, wie sie ungefähr angeordnet sind, wie groß sie sind und wo sie stehen.

Wie aber sorgen wir dafür, dass Designer und Programmierer uns richtig verstehen? Wie sorgen wir dafür, dass sie mit unseren Vorgaben nicht mehr Arbeit haben als nötig?

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Die Startseite – umkämpft und überbewertet

Beobachten Sie das auch? Die Nutzerzahlen für die Startseite brechen ein. Und zwar dramatisch. Die Startseite der New York Times beispielsweise hat schon 2013 über 80 Millionen Besucher pro Monat verloren verglichen mit zwei Jahren zuvor – das ist die Hälfte der Besucher.

Interessanterweise ist die Gesamtzahl der Besucher auf nytimes.com in dieser Zeit aber gestiegen. Nur die Homepage ließen die Nutzer dabei immer öfter links liegen.

Gefallen ist auch der Zugriff auf die ersten Seiten der Kategorien („World“, „Politics“, „Sports“ etc.) und die Zugriffe über die eigene App.

Die US-Traditions-Zeitung ist dabei keine Ausnahme. Der Trend ist auf Mediensites besonders stark, aber fast alle Sites beobachten das Phänomen: Mehr und mehr kommen Nutzer direkt auf Unterseiten. Nur noch 5 bis 15 Prozent der Besucher beginnen mit der Homepage.

Warum geht niemand mehr auf die Startseite?

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