Archiv der Kategorie: Web Usability

Kein Medienbruch mehr bei Online-Anträgen durch Legitimation per Videochat: Good Practices zur Umsetzung

Bequem von zu Hause außerhalb der Filial- und Postöffnungszeiten einen Vertrag oder eine Kontoeröffnung vollständig online abschließen. Das verspricht das Angebot der Videolegitimation. Dabei kann man sich über seinen PC, sein Tablet oder auch Smartphone per Videochat direkt mit seiner Identität ausweisen. Alles was man braucht, ist ein internetfähiges Endgerät mit Webcam und Mikrofon, einen Internetzugang und ein gültiges Ausweisdokument.

Im Internet ist das heutzutage bereits vielfach möglich. Insbesondere seit 2014 ist die Videolegitimation auch bei Banken weit verbreitet, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Identitätsprüfung per Videoübertragung geprüft und genehmigt hatte. Weiterlesen

Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Informationsarchitektur (Teil 1/2) – Analyse und Research

Struktureller Aufbau der InformationsarchitekturUser Centered Design, also die nutzerzentrierte Gestaltung, umfasst alle Aspekte einer Anwendung. Häufig liegt der Fokus dabei stark auf dem Interaktionsdesign – wie sich die Anwendung verhält und wie sie aussieht. Leider gerät darüber ein anderer Aspekt manchmal in Vergessenheit: Die Informationsarchitektur.

Die Informationsarchitektur, der strukturelle Aufbau, spielt jedoch gerade bei informationslastigen Websites eine zentrale Rolle. Ob und wie leicht die Nutzer die gewünschten Informationen finden können, entscheidet, ob sie überhaupt in den Genuss eines guten Interaktionsdesigns kommen.

Während die meisten Aspekte eines Website-Designs mit solidem User Research untermauert und getestet werden, bleibt von diesem nutzerzentrierten Vorgehen bezüglich der Informationsarchitektur aber häufig nur wenig über. Zu oft wird sie rein expertenbasiert entwickelt und zudem noch komplett von internen Stakeholdern getrieben. Und in späteren Usability-Tests spielt sie auch nur eine untergeordnete Rolle.

Dabei gibt es genug Ansätze, auch die Informationsarchitektur nach den Prinzipien des User Centered Design zu entwickeln. In diesem zweiteiligen Beitrag möchte ich diesen kompletten Prozess erläutern. Heute geht es dabei um die ersten Schritte: Die initiale Analyse und den User Research durch ein Card Sorting. Weiterlesen

UX Ethik und Zukunft – Eindrücke von der IA Konferenz 2016

25 Vorträgen an 2 Tagen, rund 300 UXler und UX- Interessierte und das Gefühl auf einem großen Klassentreffen gelandet zu sein: Willkommen auf der IA Konferenz 2016! Nach einem Jahr Pause fand am 03. und 04. Juni dieses Jahr wieder die IA Konferenz statt – diesmal in neuer Location im Urania-Center in Berlin.

Morgens im Hörsaal der IA Konferenz 2016

Morgens bei der IA Konferenz 2016


Neben sehr interessanten Gesprächen mit Berufskollegen, gab es Vorträge zu verschiedenen Themen aus der UX-Welt. Drei Vorträge der Konferenz, die für mich aus unterschiedlichen Gründen sehr inspirierend waren, möchte ich Ihnen im Folgenden vorstellen. Weiterlesen

Weniger ist mehr: Psychologische Erkenntnisse für ein überzeugenderes Webdesign (Teil 6)

Erst kürzlich konnte ich es wieder bei einer Probandin in einem Usability-Test beobachten: „Oh, hier wird mir gerade angezeigt, dass nur noch zwei Plätze verfügbar sind. Dann würde ich jetzt wahrscheinlich zu Hause schneller buchen. Also natürlich nur, wenn ich davon ausgehen könnte, dass es wirklich so ist.“ Dieses Zitat beschreibt sowohl das psychologische Phänomen des Knappheitsirrtums als auch die daraus resultierende Herausforderung der Glaubwürdigkeit für Online-Händler. Bestimmt ist Ihnen eine derartige Anzeige schon einmal beim Flüge oder Hotelzimmer buchen aufgefallen: „Es sind nur noch 2 Sitze (oder Zimmer) verfügbar“. Aber warum werden wir durch solche Anzeigen eigentlich beeinflusst und was steckt dahinter? Wie können Online-Shop-Betreiber das Knappheitsprinzip für sich nutzen und was sollten sie unbedingt dabei beachten? Weiterlesen

Zahlen lesbar anzeigen

Lange Zahlenkolonnen sind oft sehr mühsam zu lesen. Die Gefahr eines Zahlendrehers bei der Übernahme der Daten ist groß. Nun kann man lange Zahlenreihen oft nicht vermeiden, aber man kann etwas tun, damit sie besser lesbar und Verwechslungen seltener werden.

IBAN ist so ein Beispiel. Bei der Einführung hatte ich für diese Zahlenwürmer nichts übrig. Warum hatte man mir nur meine schöne kurze Kontonummer, die ich schon seit mehr als 30 Jahren benutze, nur weggenommen und zwingt mich diese Zahlenmonster zu verarbeiten. Mir erschien auch die Gefahr sehr groß bei der Überweisung Fehler zu machen.

IBAN_eingeben

IBAN eingeben


Nun hat sich meine Einstellung dazu deutlich geändert. Der Trigger dazu war eine Information und das Online-Banking meiner Bank. Es war die Prüfsumme, die zu Beginn der IBAN steht. Man kann also kaum Fehler machen. Stimmt nämlich die Prüfsumme nicht mit den anderen Zahlen überein, wird diese nicht angenommen. Besser als mit der alten Kontonummer oder nicht? Mit der konnte man nämlich auch mal schnell auf ein falsches Konto überweisen. Die Prüfsumme hatte mich dann schon fast überzeugt. Weiterlesen

Wireframes, die Entwickler lieben

Foto Mauer

Raster geben nicht nur Mauern Struktur, auch fürs Screendesign sind sie kaum verzichtbar.

Wir Konzepter sagen, wir denken immer an die Nutzer. Wir haben stets im Blick, wie die Besucher mit der Site umgehen, wie die Kunden die App verwenden. Aber denken wir auch genug an diejenigen, die mit unseren Vorgaben im Projekt umgehen müssen?

Jeder, der eine Anwendung nicht ganz allein umsetzt, muss auch mit Designern und Programmierern kommunizieren. Ein ganz wichtiges Instrument dafür sind Scribbles und Wireframes. Mit ihnen halten wir fest, welche Elemente auf einer Seite stehen sollen, wie sie ungefähr angeordnet sind, wie groß sie sind und wo sie stehen.

Wie aber sorgen wir dafür, dass Designer und Programmierer uns richtig verstehen? Wie sorgen wir dafür, dass sie mit unseren Vorgaben nicht mehr Arbeit haben als nötig?

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Die Startseite – umkämpft und überbewertet

Beobachten Sie das auch? Die Nutzerzahlen für die Startseite brechen ein. Und zwar dramatisch. Die Startseite der New York Times beispielsweise hat schon 2013 über 80 Millionen Besucher pro Monat verloren verglichen mit zwei Jahren zuvor – das ist die Hälfte der Besucher.

Interessanterweise ist die Gesamtzahl der Besucher auf nytimes.com in dieser Zeit aber gestiegen. Nur die Homepage ließen die Nutzer dabei immer öfter links liegen.

Gefallen ist auch der Zugriff auf die ersten Seiten der Kategorien („World“, „Politics“, „Sports“ etc.) und die Zugriffe über die eigene App.

Die US-Traditions-Zeitung ist dabei keine Ausnahme. Der Trend ist auf Mediensites besonders stark, aber fast alle Sites beobachten das Phänomen: Mehr und mehr kommen Nutzer direkt auf Unterseiten. Nur noch 5 bis 15 Prozent der Besucher beginnen mit der Homepage.

Warum geht niemand mehr auf die Startseite?

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Teil 2: Eine Videotelefonie-Schnittstelle für Menschen mit kognitiven Einschränkungen

Einleitungsbild_Teil_2

Beispielhafter Screenshot des High-Fidelity Prototypen, der den „Freundeskreis“ als ein zentrales Element der neuentwickelten Schnittstelle, und das Assistenzsystem in Form eines virtuellen Agenten zeigt.

In Teil 1 habe ich Ihnen eine Methode vorgestellt, mit der man Anforderungen von Nutzergruppen mit besonderen Bedürfnissen analysieren kann. In Teil 2 des Blogbeitrags möchte ich Ihnen anhand eines Ausschnitts aus der Konzeption einer Videotelefonie-Schnittstelle veranschaulichen, wie der nutzerzentrierte Gestaltungsansatz (UCD) gestaltet werden kann, um unter anderem für Menschen mit Handicap eine Videotelefonie-Schnittstelle mit Assistenz-System zu entwickeln. Weiterlesen

Sind Sie noch 16:9 oder schon 360°? Ein Einblick in die virtuelle Welt für zuhause am Beispiel der Samsung Gear VR und des Universe2go

VR-Brille
Während sich die 3D-Technik für zuhause seit Jahren zu behaupten versucht, gelingt es VR-Brillen mittlerweile, sich immer öfter einen Platz im heimischen Wohnzimmer zu sichern.

Anfang letzten Jahres kannte man VR-Brillen höchstens von der Gamescom oder der IFA. Wir von eResult haben letztes Jahr schon Anwendungen ausprobiert oder auch auf dem UX Congress in Frankfurt (Main) und auf der Research & Results in München die Samsung Gear VR auf unserer Experience Arena vorgestellt und unseren Besuchern zum Ausprobieren in die Hand gegeben. Seitdem hat sich einiges getan: Das Samsung Galaxy S7 steht kurz vor der Auslieferung. Wer schnell ist, bekommt dazu gratis die neue Samsung Gear VR-Brille. Es ist also absehbar, dass die Samsung Gear VR demnächst in sehr vielen Wohnzimmern zu Hause ist und die Nutzer nach Anwendungen verlangen. Weiterlesen

Die Angst vor intelligenten Systemen

OPENER

Wer hat die Kontrolle?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und werden von Kaffeeduft geweckt, der von Ihrer vernetzten Kaffeemaschine in Ihrer Küche her strömt. Langsam öffnen sich die Jalousien. Das Bad wurde währenddessen bereits automatisch auf Ihre Wunschtemperatur vorgewärmt. Ihr SmartHome-System kennt Sie mittlerweile gut und hat sich an Ihre Gewohnheiten angepasst. Nach dem Aufstehen schauen Sie kurz auf Ihr Smartphone, das Ihnen berichtet, welche Termine heute anstehen. Darauf abgestimmt teilt es Ihnen mit, dass Sie heute lieber 5 Minuten früher losfahren sollten, um nicht zu spät zu kommen. So genannte Intelligente Systeme ermöglichen dies bereits—jedenfalls in der Theorie.

Mit diesen und anderen (Zukunfts-)Themen beschäftigt sich der BITKOM Fachausschuss „Usability & User Experience“, der dieses Mal bei IBM iX Design Studio in Hamburg tagte. Wir von eResult waren mit einem spannenden Beitrag zum Thema „Angst vor künstlicher Intelligenz“ vertreten. Vorab sei schon einmal verraten, dass die im Titel erwähnte „Angst“ unter anderem aus einer Missachtung der seit den 90er Jahren bekannten Usability-Dialogprinzipien resultiert. Die Akzeptanz neuer Technologien könnte durch deren konsequente Beachtung wesentlich größer sein. Weiterlesen