Archiv der Kategorie: Zielgruppen

3 typische Aussagen zur Relativierung von Usability-Problemen

Social media concept

Als UX Consultant gehört zu meinem Job, verschiedenen Kunden Empfehlungen dazu zu geben, wie sie die User Experience ihrer jeweiligen Anwendung verbessern können. Mit anderen Worten: Ich verbringe viel Zeit damit, die Arbeit anderer Leute zu kritisieren. Natürlich schlägt mir da nicht immer die blanke Begeisterung entgegen, wenn Kunden einen Usability-Test ihrer Anwendung beobachten und es sich zeigt, dass viele Nutzer große Probleme haben, diese zu bedienen. Oder wenn sich in einem Expertengutachten herausstellt, dass bestimmten Seitentypen oder Konzepte noch einmal grundlegend überarbeitet werden müssen. Denn schließlich haben die Kunden auch Zeit und Mühe in Konzepte investiert und sind ihrerseits bestimmten Restriktionen unterworfen, die Änderungen oft schwierig machen. Völlig verständlich also, dass oft versucht wird, Usability-Probleme doch noch mal zu relativieren und Konzepte zu verteidigen.
Welche „klassischen“ Aussagen es hier gibt und was beide Seiten tun können, damit diese möglichst gar nicht erst aufkommen, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

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Post Purchase Sharing: Mit welcher Motivation werden Einkäufe bei Facebook geteilt?

Post Purchase Sharing bezeichnet die Möglichkeit, online getätigte Bestellungen direkt von der Bestätigungsseite aus über Facebook, Twitter und Co. mit seinen dortigen Kontakten zu teilen. Kürzlich habe ich hier im Usabilityblog einige Beispiele für diese Option vorgestellt, immer auf Basis der Frage: Wie können die Kunden bestmöglich zur Nutzung motiviert werden, um so vom Werbeeffekt einer Weiterempfehlung profitieren zu können?

Bei der Durchsicht all dieser Beispiele blieb die Frage offen, was die Nutzer letztendlich wirklich dazu motiviert, Freunde und Bekannte über ihren Einkauf zu informieren – Ist es Hilfsbereitschaft, Selbstdarstellungstrieb oder doch etwas ganz anderes? Dieser Frage bin ich nun mittels des eResult Omnibus, einer Befragung von 600 Internetnutzern, auf den Grund gegangen.

Das Ergebnis: Insgesamt lassen sich die deutschsprachigen Nutzer am stärksten durch eine Belohnung, wie z. B. Gutscheine oder Rabatte, zum Teilen motivieren. Hilfsbereitschaft gegenüber Freunden, die von der Produktempfehlung profitieren sollen, spielt ebenfalls eine Rolle, genau wie der Wunsch, eine bestimmte Marke oder einen Shop zu unterstützen.

„Einfach mal zeigen, was ich tolles gefunden habe“ ist ebenfalls ein wichtiger Motivationsgrund. Deutlich weniger Zustimmung findet dagegen der explizite Wunsch, sich selbst zu präsentieren sowie der Wunsch, neuen Content für seine Facebook-Präsenz zu schaffen.

Gründe, die zum Post Purchase Sharing motivieren.

Gründe, die zum Post Purchase Sharing motivieren.

Werden denn verschiedene Nutzergruppen aus unterschiedlichen Gründen zum Teilen motiviert? Die Daten liefern auch dazu interessante Erkenntnisse.

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Interaktiv unterwegs – Good Practices auf Websites von Verkehrsbetrieben

Auf die Website die Verkehrsbetriebes oder –verbundes ihrer Stadt oder Gegend schauen die meisten nur, wenn sie eine Auskunft benötigen, also z. B. nach Verbindungen suchen. Da geht es mir oft nicht anders: Ich möchte von A nach B – und dazu brauche ich Informationen. Aber wie können Verkehrsbetriebe solche Informationen gut und nutzerfreundlich vermitteln? Und gibt’s da nicht noch mehr als eine schnöde Fahrplanauskunft? Ich habe mich auf den Websites verschiedener Verkehrsbetriebe im In- und Ausland auf die Suche begeben und bin auf nützliche, interessante und innovative Features gestoßen.
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Wow – mächtig stark: Amazon im Urteil von Online-Shoppern!

Immer wieder kommt diese Frage auf:
Sollte ich mir von Amazon was abschauen?
Ja, klar, so meine Antwort; vor allem beim Service und der Kundenbindung, in der Logistik auch.
Wichtiger, so meine zweite Antwort: Schauen Sie aber auch dahin, wo Amazon Schwächen hat – und nutzen Sie die dabei gewonnene Erkenntnis als Chance zur Differenzierung.
Schwächen? Gibt`s die bei Amazon?
Amazon ist in Bezug auf die Kernfunktionen eines Online-Shops derart stark, dass es für viele Online-Shops schwer wird hier Schwächen zu finden. Es wird kaum gelingen, zu positiv ist die Einstellung zu Amazon auf den Erfolgsfaktoren:

  • Sortiment
  • Service
  • Preis und
  • Bestellabwicklung.

So das Ergebnis meiner aktuellen Umfrage im eResult Omnibus
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Nutzerorientiert das Stöbern fördern – Navigationskonzepte am Beispiel von Online-Frauenzeitschriften

Eine gute Navigation führt die Nutzer möglichst schnell zum Ziel, also direkt von A nach B. Gut ist sie jedoch nur, wenn die Nutzer wissen, dass sie von A nach B möchten. In vielen Fällen ist dies nicht der Fall und auch gar nicht von Nutzern gewünscht – so auch bei Zeitschriften und bei Frauenzeitschriften erst recht. Hier ist ein Interessenfluss wie dieser: Fashion-Week – Botox-Galerie – Pflege Special, nicht ungewöhnlich. Doch wie bildet man ihn im Navigationskonzept ab? Sollte die Navigation die Nutzer dann von A nach B über das ganze Alphabet führen? Ist ein zentralisiertes und klar gegliedertes Navigationskonzept sogar hinderlich? Gibt es generelle Good Practices für Inspirationskonzepte, für ein „unstrukturiertes“ Navigationsverhalten? Ich habe mir die Navigationskonzepte der Online-Frauenzeitschriften angeschaut und folgende Fundstücke gesammelt.

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Top-Themen der letzten 30 Tage

Diese Beiträge wurden im Juni am häufigsten aufgerufen und gelesen:

  1. Andrea Struckmeier

    „Bitte lesen Sie jetzt!“ – Wie Sie Ihre Nutzer dazu bringen, Hinweise und Erläuterungen zu lesen
    Autor: Andrea Struckmeier (eResult GmbH)

    Nein, in diesem Beitrag bekommen Sie NICHT zum 1000ten Mal die Erkenntnisse zum bessern Lesen am Bildschirm von Jakob Nielsen geboten. Andrea Struckmeier bietet Ihnen Erkenntnisse, wie es gelingt kurze Hinweistext – 1-2 Textzeilen – schnell in den Aufmerksamkeitsfokus Ihrer Nutzer zu stellen. Texte die nötig sind, um das Surferlebnis zu steigern.
    Sie stellt Good Practices von Esprit (Hinweise auf Fehlermeldungen), Puma (Null-Treffer Suche), Mexx (Layereinsatz beim Warenkorb) und notebooksbilliger.de (Einsatz von Icons vor Hinweistexten) vor. Je Beispiel legt Andrea Struckmeier dar, was die Sites besonders gut machen, und zudem was Sie beachten sollten, wenn Sie deren Beispielen folgen.
    Gehaltvoll, amüsant und hohe praktische Relevanz. Unbedingt lesen.
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  2. Jan Pohlmann

    Zufriedene Kunden sind die beste Werbung – Referenzen auf Webseiten großer B2B-Unternehmen
    Autor: Jan Pohlmann (eResult GmbH)

    Keine Frage: Stimmen von Kunden, Fallstudien und allein schon die Darstellung der Logos Ihrer Kunden sind hilfreich um Neu-Kunden zu gewinnen.
    Doch wie sollten diese auf einer Website dargestellt werden? Gibt es neben der naheliegenden Rubrik „Kunden“ oder „Referenzen“ nicht noch weitere Möglichkeiten?
    Ja, die gibt es, hervorragende Möglichkeiten, mit deren Hilfe Sie erreichen, dass die Kundenstimmen und Fallstudie an genau der richtigen Stelle wahrgenommen werden. Dadurch wird deren ohnehin positive Effekt hinsichtlich der Gewinnung von Neu-Kunden deutlich verstärkt.
    Jan Pohlmann bietet gute Beispiele von den Websites der Unternehmen SAP, Emerson, Chevron, Salesforce und BASF. Diese Unternehmen stehen vor der besonderen Herausforderung zahlreiche Kunden aus verschiedenen Branchen und Ländern darstellen zu dürfen. Unternehmen mit deutlich weniger Kunden können sich daher besonders viel abschauen. Ein spannender Beitrag, deren Erkenntnisse Ihnen mehr Umsatz bringen wird.
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  3. Elske Ludewig

    Sportartikelhersteller ins Rennen geschickt: Die Website von adidas gewinnt den Vergleichstest knapp
    Autor: Elske Ludewig (eResult GmbH)

    Elske Ludewig hat es mal wieder getan: 400 Personen aus dem eResult Online-Panel ausgewählt und jeweils 100 davon auf eine von vier Websites geschickt. Ihr Auftrag: Umsehen, stöbern, sich inspirieren lassen und anschließend einen 25 Fragen umfassenden Fragebogen ausfüllen, der die User Experience erfasst.
    Das Ergebnis im Überblick: Es war ein Herzschlag-Finale um den 1. Platz, welches die Betreiber der Website von Adidas gewonnen haben. Auf den Plätzen folgen: NIKE, Puma und Reebok.
    Warum gewann Adidas? Elske Ludewig bietet Ihnen die Antworten und in diesem Kontext nützliche Ideen und Anregungen für Ihre eigene Website.
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Technologien der Zukunft werden alltagstauglich; Gender Commerce; Linktipps im Web

Heute umfassen meine Linktipps einen Ausblick auf die nächsten Jahrzehnte mit dem Verweis auf eine McKinsey-Studie, zudem Grundlagenwissen zum Thema Gender Commerce und eine Plattform für Fragen und Antworten, los geht’s:

Technologien, die uns noch lange nachhaltig beschäftigen werden

Eine aktuelle Studie der Berater von McKinsey & Company nimmt neue Technologien unter die Lupe und untersucht deren Auswirkungen auf unser aller Leben in den nächsten Jahren. Vom mobilen Internet, über Cloud Computing und 3D-Drucker geht es auch um erneuerbare Energien.

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„Google JUNIOR“ – Auch surfen will gelernt sein… Kindersuchmaschinen erschaffen sicheren Raum im Internet

Auch wenn der tägliche Umgang mit dem Internet heutzutage für viele Kinder und Jugendliche selbstverständlich ist (siehe auch Studie Digital Natives), bleibt es für viele Eltern ein heikles Thema. Im Internet finden sich viele Angebote extra für Kinder; verschiedenste Spiele, Foren, Chats und Lernprogramme, sowie extra für Kinder aufbereitete Informationen (z. B. Nachrichten oder Unterstützung bei den Hausaufgaben). Jedoch birgt es bekannterweise auch viele Risiken, wenn Kinder frei, ziellos und unbeaufsichtigt im Internet surfen. Es kann passieren, dass sie nicht altersgerechte Seiten aufrufen, oder durch unvorsichtigen Umgang mit dem Internet private Daten (Adresse, Kontonummer etc.) preisgeben. Darum ist es heutzutage sehr wichtig, schon früh die Medienkompetenz von Kindern zu fördern. So lernen sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und kennen die Risiken und Gefahren, die sie somit einschätzen und bestenfalls meiden können.

Hierbei könnten spezielle Suchmaschinen für Kinder helfen, von der nur vorher überprüfte und als ungefährlich und kindergerecht eingestufte Websites anzeigt werden. Sie funktionieren nach dem Prinzip der „Whitelist“, einer Positivliste, zu der auch auf Empfehlungen von Eltern, Kindern oder Pädagogen neue Websites hinzugefügt werden können.
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Das Auge isst mit. „Good Practices“ von und für Online-Lebensmittellieferservices

Portioniere Lebensmittelboxen

Abb. 1. Online Lieferservices für portioniere Lebensmittelboxen

Heutzutage ist die Zeit für die Nahrungsmittelzubereitung knapp bemessen. Neben Arbeit, Freunden und Hobbys bleibt nur noch selten Zeit selbst zu kochen. Auch bei Familien wird die Zeit für den alltäglichen Einkauf immer knapper, obwohl der Stellenwert einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zunimmt. Denn es zählt laut der einer Nestle Studie gut ein Viertel der Deutschen zu den so genannten „Quality Eaters“, denen ein guter Geschmack sowie Aspekte wie Qualität, Sicherheit, Gesundheit und Nachhaltigkeit wichtiger sind als ein günstiger Preis.

Online-Lebensmittelhändler bieten eine gute Qualität sowie Service und könnte den täglichen Einkaufstress ersparen. Das Interesse daran, im Internet Lebensmittel und Getränke zu bestellen, besteht bei fast 67% der deutschen Internetnutzer, so die AGOF-Studie internet facts. Jedoch kaufen nur erstaunliche 10,5% die Waren des täglichen Bedarfes auch tatsächlich online.

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Top-Themen der letzten 30 Tage

Diese Beiträge wurden im April am häufigsten aufgerufen und gelesen:

  1. Martin Beschnitt

    Die Zeit für Couch-Commerce ist (über)reif – mehr Umsatz und Conversion durch Tablet-optimierte Webshops
    Autor: Martin Beschnitt (eResult GmbH)

    Warum sind Nutzer die über Tablets surfen so kauffreudig? Wie hoch sollten Konversionsraten sein, wenn Nutzer mit einem Tablet auf Ihren Shop zugreifen? Und schließlich: Wer bietet schon heute kundengerechte, für den Zugriff über Tablets optimierte Webshops?
    Martin Beschnitt bieten Ihnen Antworten auf genau diese Fragen. Sein Beitrag wartet mit zahlreichen Studienergebnissen auf, begründet die Notwendigkeit eines Tablet-optimierten Shops und stellt Good Practices – touch.ebay.com, t.bonprix.de und t.staples.com – vor.
    9 konkrete Tipps zum Gestalten von Tablet-optimierten Web-Shops geben Ihnen wertvolle Anregungen und Hinweise für aktuelle oder zukünftige Projekte. Zum Beitrag »

  2. Nadine Wolfframm

    Design im Wandel: Online-Shops für Unterhaltungselektronik setzen auf schlichtere Farben
    Autor: Nadine Wolfframm (eResult GmbH)

    Wissen Sie noch, wie der Online-Shop von Conrad im Jahr 2007 aussah?
    Oder Vobis.de, Hoh.de, Cyberport.de: Wie haben sich diese Online-Shops im Zeitraum 2007-2013 gewandelt?
    Nadine Wolfframm hat diesen Wandlungsprozess von Jahr zu Jahr dokumentiert und beobachtet; im Rahmen ihres Projekts „Design im Wandel“ unter anderem für Online-Shops als dem Bereich der Unterhaltungselektronik.
    Ihr Ziel: Identifikation von Design-Trends.
    Ihre Ergebnisse: Farben werden deutlich sparsamer eingesetzt, Produkte rücken bereits auf der Startseite in den Vordergrund und …
    Schauen Sie selbst nach. Es lohnt sich. Die Bildergalerien zu den Shops mit Startseitenscreens von 2007-2012 werden Ihnen jede Menge Inspiration bieten – und Erinnerungen wecken. Zum Beitrag »

  3. Anna Metzger

    Produktdetailseiten chinesischer Online-Shops – Fundstücke
    Autor: Anna Metzger (eResult GmbH)

    Festhalten – und Vieles über Bord werfen, was Sie über die Erfolgsfaktoren guter Produktdetailseiten gelernt haben!
    Ausgestattet mit diesen Hinweisen sollten Sie sich den Beitrag von Anna Metzger ansehen. Es lohnt sich – auch für diejenigen, die bisher noch gar nicht daran dachten einen Online-Shop für Chinesen aufzubauen. Auch sie werden Anregungen und Ideen mitnehmen.
    Aber Vorsicht: Die Ideen nicht einfach so auf Deutschland übertragen. Deutsche Online-Shopper haben garantiert in einigen Bereichen andere Erwartungen und Vorstellungen an gute Produktbeschreibungen auf Online-Shops. Zum Beitrag »

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