Oder: Irgendwas schreiben können viele. Relevant texten nur wenige.
Teil 1: Willkommen – oder auch nicht
Bei realen Begegnungen entscheiden die ersten drei Sekunden über Sympathie oder Antipathie, heißt es. Im Web hat man, so heißt’s, immerhin bis zu 30 Sekunden Zeit, um dem Besucher einer Seite sympathisch zu werden – oder eben auch nicht.
Rund ein Drittel dieser ersten, entscheidenden Besuchszeit entfallen auf die Begutachtung des Textes – das sind 10 Sekunden. Bedenkt man, dass die meisten Menschen am Monitor rund 25% langsamer lesen als etwa in einem Buch, haben Sie also maximal 30 Wörter Zeit, um den User zum Bleiben zu überzeugen.
30 Wörter, das sind etwa 200 Zeichen Text. Kaufwilligen Besuchern eines Shops unterstellt man, dass sie etwas gnädiger sprich geduldiger sind. Sie nehmen sich bis zu 65 Wörter Zeit bevor sie sich für den Klick auf den Schließen-Button entscheiden.
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Die bloße und einseitige Betrachtung von Usability-Qualitäten, Ease of Use im engeren Sinne, ist nicht mehr ausreichend um User Experience ganzheitlich zu beschreiben und zu messen, daher brauchen wir integrative Modelle, die einen mehrdimensionaler Ansatz der Website-Rezeption vertreten. Ein Beispiel liefert Mahlke mit seinem integrativen Modell der Web User Experience, bei dem vier Evaluationsebenen voneinander unterschieden werden.[1] Zwei dieser Ebenen beziehen sich dabei auf Aspekte traditioneller Usability (wahrgenommene Nützlichkeit und wahrgenommene Ease of Use), die restlichen zwei Dimensionen beschreiben Qualitäten, die gemeinhin eher mit Joy of Use, der Freude und dem angenehmen Erleben während der Nutzung, assoziiert werden und in traditionellen Usability-Ansätzen nicht zu finden sind (wahrgenommene hedonische Qualität und wahrgenommene visuelle Attraktivität).
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Was lässt uns als User und Konsumenten Produkte schön finden? Und wie kann man die wahrgenommene Attraktivität messen?
Marc Hassenzahl und seine Forschungskollegen haben als Antwort auf diese Fragen zwei ganz unterschiedliche Aspekte ausfindig gemacht, an Hand derer wir Produkte beurteilen, die pragmatische und die hedonische Qualität. Ein Produkt besitzt pragmatische Qualität, wenn es die Aufgabenerledigung effektiv und effizient unterstützt. Pragmatische Attribute beziehen sich damit auf Usability im eigentlichen Sinne. Die Aspekte der hedonischen Qualität gehen über die reine Nützlichkeit hinaus und sollen dem Nutzer Freude und Spaß bereiten, z.B. indem ein Produkt besonders stimulierend wirkt oder durch sein Design ein bestimmtes Image kommuniziert.
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