10 Dinge, die ein eReader können sollte

eReader unterscheiden sich mittlerweile nur noch in Kleinigkeiten – mit Beleuchtung, Cloudspeicher, Displaytechnologie und Akkulaufzeit lassen sich keine großen Vorteile mehr gewinnen. Es ist daher umso wichtiger, sich auf die Funktionalitäten und die nutzerfreundliche Gestaltung zu konzentrieren.

Uns interessierte, welche Erfahrungen besonders Vielleser mit ihren eigenen Geräten gesammelt haben. Wie hat sich das Leseverhalten verändert? Gab es Dinge, die anders als erwartet gelaufen sind? Was sollte die nächste oder übernächste Generation der eReader auf jeden Fall haben? Herausgekommen sind viele interessante Ergebnisse!

12 Probanden wurden dazu in unserem Usability-Labor zu ihren eigenen eReadern befragt. Dabei standen u. a. der Amazon Kindle Paperwhite, Voyage und Amazon Fire sowie der Tolino Shine und Vision auf der Probe.

Fast alle Probanden gaben an, dass sich ihr Leseverhalten, seit sie ihren eReader haben, verändert hat: Sie lesen teilweise viel mehr, aber auch an vielen neuen Orten – so auch viel öfter zwischendurch – wenn kleine Wartezeiten auftreten. Manche haben sich den eReader extra für die Mittagspause (manche natürlich auch für den Urlaub) gekauft! Ein eReader sollte sich daher an eine Vielzahl an Situationen anpassen können. Die Beleuchtung wurde dabei von vielen Probanden als DIE Innovation gesehen.

Das lineare Lesen fiel allen sehr leicht. Vor- und Zurückblättern, ein Buch schließen und auswählen oder zu einem anderen Kapitel springen stellte auch zu Beginn der Nutzung keine Probleme dar. Der Homebutton führte alle Probanden wieder zurück zur Startseite und ist damit ein wichtiger Faktor für die Bedienung. Kleine Kritikpunkte erntete die Darstellung der Bücher – diese wirkte sehr unübersichtlich, vor allem bei unseren Viellesern! „Da verliert man schnell mal den Überblick, bei so vielen Büchern“, so ein Proband im Test. Fast alle beschränkten sich beim Lesen auf dem eReader auf Romane und Texte, die linear gelesen werden können. Zeitungen, Fach- oder auch Kochbücher kauften sie noch in gedruckter Form, da hier Farbe und der bessere Überblick durch schnelles Blättern und gleichzeitiges Nutzen mehrerer Bücher gegeben war.

Das Interview wurde dieses Mal in Wohnzimmeratmosphäre auf unserem Sofa durchgeführt

Das Interview wurde dieses Mal in Wohnzimmeratmosphäre auf unserem Sofa durchgeführt

Bei zusätzlichen Funktionen, die über das Lesen hinausgingen, war es auch für unsere Probanden schwer, ihren eigenen eReaders fehlerfrei zu bedienen. Eine große Schwachstelle vor allem beim Markieren einzelner Wörter oder Textpassagen war die Ungenauigkeit des Displays. Trotz dieser Einschränkung wurde die Übersetzungs- und Nachschlagefunktion von vielen Probanden gelobt! Auch dies war ein wichtiges Argument für den Kauf eines eReaders. Teilweise gab es auch Missverständnisse in der Bedienung – welche wohl eine zu starke Verknüpfung mit einem gedruckten Buch nahelegen: Manche Probanden waren im Test der Meinung, immer ein Lesezeichen setzten zu müssen, wenn sie das Buch wechseln – obwohl sich der eReader normalerweise die zuletzt gelesene Seite automatisch merkt und das Buch auch ohne Lesezeichen wieder an dieser Stelle öffnet. Das Konfigurieren der Geräteeinstellungen, hier sind u. a. Wörterbücher oder das Verwalten von Notizen und Markierungen zu nennen, stellte sich bei allen Geräten als weniger transparent dar. Hier gibt es noch deutlichen Optimierungsbedarf seitens der Hersteller. Die Probanden wünschten sich auch mehr Freiheiten in der Personalisierung ihres eReaders.

Wie schon im letzten Blogbeitrag vermutet, zeigte sich in unserem Test tatsächlich der Trend, dass einige unserer Probanden gerne ein „leseoptimiertes“ Tablet bevorzugen würden: Mehr Funktionalitäten bei gleichzeitig sehr guter Lesequalität und sehr langer Akkulaufzeit wurden gewünscht. Andere Probanden schätzten gerade dieses ungestörte Lesevergnügen, welches ihnen der eReader bietet. Sie erwarten von einem solchen Gerät keine schnellen Reaktionszeiten oder gar animierte Grafiken. Der eReader als Spezialist sollte für das Lesen optimiert sein – und für nichts anderes. Allerdings hatten auch diese Probanden keine Einwände gegen eine farbige Darstellung der Buchcover und Abbildungen innerhalb von Büchern: „Da würde das gleich noch viel freundlicher aussehen“.

Das größte Manko, das sich bei der Bedienung und Handhabung der eReader zeigte, war die Synchronisation mit der Cloud. Diese stellte sich für nahezu alle Probanden als große Black Box dar. Sowohl die Synchronisation zwischen unterschiedlichen Endgeräten – eventuell noch mit einer Zugangsbeschränkung für Kinder oder das Verwalten der einzelnen Bücher und Dokumente auf dem eReader und deren Synchronisation stellte die Probanden vor Probleme. Hier wünschten sie sich eine deutlich einfachere Gestaltung der Bedienschritte und auch eine Möglichkeit (vor allem bei sehr vielen Büchern), dies am PC und nicht am eReader mit der doch sehr langsamen Reaktionszeit tun zu können.


10-Dinge

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Portraitfoto: Melanie Wieland

Melanie Wieland

Senior User Experience Consultant

eresult GmbH

Bisher veröffentlichte Beiträge: 21

Ein Kommentar

  • Mittlerweile gibt es auch viele Fachbücher, die man mit einem eReader lesen. „Normaller“ Text funktioniert natürlich genauso gut, wie bei anderen Büchern. Grafiken hingegen lassen sich oft nur schwer lesen. Der Kontrast ist zu gering oder es wird invertierte Schrifft verwendet. Gerade die invertierten Schrifften funktioniern eigentlich gar nicht mehr, wenn der Kontrastunterschied zu gering ist. Ich hatte beispielsweise Grafiken mit weißer Schrift auf hellgrauen Hintergrund. Oft sind die Grafiken auch viel zu klein und müssen mühselig vergrößert werden, was dann zum Weiterlesen wieder rückgängig gemacht werden muss. Ich nutze für Fachbücher deshalb mittlerweile mein Tablet. Das ist größer als der Reader und es lässt sich leichter damit umgehen.

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