Augmented Reality: Der große Trend fernab vom M-Commerce?

Die sog. erweiterte Realität (Augmented Reality, AR) entwickelt sich langsam zu einem der großen Trends in diesem Jahr. Nach und nach gibt es immer mehr Anwendungen für das iPhone & Co., die es mithilfe integrierter Kamera, GPS-Empfänger, Breitband-Internetverbindung und leistungsstarkem Chip schaffen, uns mehr Informationen als nur die reale Welt/Umgebung anzuzeigen. Die iPhone-App „Metro Paris Subway“ von Presselite überlagert beispielsweise die Kameravorschau des iPhone 3GS mit Informationen über die nächsten U-Bahn-Stationen in Paris: „Augmented Reality“ als sinnvolle Erweiterung von local based services(!).

Ein weiteres Anwendungsfeld findet sich ebenfalls im Bereich Tourismus: „Wikitude“ zeigt Ihnen in Echtzeit alles Wissenswerte zu Ihren Reisezielen und den Sehenswürdigkeiten entlang Ihrer Reiseroute an. Dank dem Zusammenspiel von Wikipedia und Google-Maps kann man sich auf einer Landkarte alle Sehenswürdigkeiten anzeigen – und dazu auch die passende Wikipedia-Beschreibung einblenden lassen. Durch die ergänzenden Einblendungen zum Kamerabild erfährt man dann alles Wissenswerte über den Ort oder die Sehenswürdigkeit – ein visueller/virtueller Reifeführer also.

Im Grunde ist das allgemeine Prinzip dahinter simple: Passende Online-Informationen dazu anbieten, was die Handykamera anzeigt (bestenfalls kombiniert mit einem Lage- und GPS-Sensor). So finde ich persönlich das Pilotprojekt von IKEA sehr gut durchdacht. Mithilfe der „IKEAS PS Einrichtungskamera“ kann man ausprobieren, wie ausgewählte Möbelstücke in die eigenen vier Wände passen würden.

ikea_05

Aber auch zur Unterhaltung eignet sich dieser Ansatz: So hat die Uni Bonn im Rahmen eines Forschungsprojektes das Spiel „Scottland Yard“ neu aufgezogen und auf das iPhone adaptiert. „Fährtenlesen 2.0“: Mit dem iPhone bewaffnet auf der Suche nach Mr. X. (Mehr Infos zu SYGo).

scottland-yard

Fernab vom Handy hat sich auch die übrige Spielindustrie mit dem Thema beschäftigt. Microsoft hat mit dem „Project Natal“ vorgelegt. Der eigene Körper auf Basis von Körper- und Gestenerkennung als Controller. Intuitiver geht es (eigentlich) nicht mehr.

Und wer denkt, dass es nur sinnvolle Anwendungen in diesem Bereich gibt, der hat sich getäuscht. Wer früher schon das Tamagotchi toll fand, der wird das „Virtual Pet“ von ARf lieben:-)

Meiner Meinung nach werden solche Augmented Reality-Anwendungen die Mobile User Experience bzw. die Nutzungsbereitschaft mobiler Endgeräte in Zukunft sehr stark nach vorne treiben. Sie bieten nun endlich das, auf das es sich zu warten gelohnt hat: einfache und hilfreiche Informationen & Services – und diese aufgrund des technologischen Fortschritts auch in „real time“.
Je nachdem wie schnell die technische Verknüpfung von interaktiven Inhalten mit der Umgebungswahrnehmung der Nutzer verschmilzt, desto schneller werden sich aber auch ganz auch weitere Ansätze etablieren. Derzeit visualisieren Handys oder Brillen die ergänzenden, online abgefragten Informationen per Überblendung. In absehbarer Zeit wird dies sicherlich per Projektion erfolgen. Die biotechnische Induktion werden wir selbst aber wahrscheinlich nicht mehr miterleben.

Aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht…(Siehe dazu ggf: Privacy: your biggest user experience challenge)

Portraitfoto: Martin Beschnitt

Martin Beschnitt

Geschäftsführender Gesellschafter

eresult GmbH

Bisher veröffentlichte Beiträge: 145

13 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.