Das Usability Testessen: Nutzerfeedback, Pizza und ganz viel Spaß!

Mittlerweile haben wir (eresult) als Orga-Team in Göttingen bereits zweimal ein Usability Testessen veranstaltet. Und wir finden die Idee nach wie vor klasse! Deshalb möchten wir dieses Event-Format heute einmal hier im Blog vorstellen. Denn es ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Usability-Tests nicht teuer sein müssen und jedes Feedback bei der Entwicklung einer Idee wertvoll ist.

Angefangen hat alles 2013 in Darmstadt. Hier haben Philipp Hormel, Anna Gross und Tobias Reitz von der Agentur quäntchen+glück das Event-Format erdacht und ins Leben gerufen. Ziel war es schon damals Entwickler und Nutzer an einen Tisch zu bringen und den Nutzen von Usability-Tests erlebbar zu machen. Dies sollte jedoch ungezwungen und ohne großen Aufwand geschehen. In geselliger Runder, bei Pizza und Drinks, werden die mitgebrachten Produkte, Apps oder Webseiten von den anwesenden Testpersonen auf ihre Gebrauchstauglichkeit (Usability) untersucht. „Am Anfang war das Testessen selbst ein Test“, erklärt Philipp Hormel, Gründer der Usability Testessen. „Inzwischen ist das Format aber etabliert und hat eine gewisse Reife bekommen. Wir haben viel ausprobiert und uns damit einen optimalen Ablauf erarbeitet“.

Die Idee, das sind 6 Teststationen, 6 Tester und 15 Minuten pro Test. Wie eine Art Speedtesting wird nach Ablauf einer Session direkt gewechselt und der nächste Tester kommt an die Teststation. In Abhängigkeit von der tatsächlichen Anzahl, bekommt jeder also mindestens 6 Mal Feedback von einem potenziellen Nutzer. Aber das ist längst nicht alles. Der Abend bietet ausreichend Raum für den Austausch mit anderen Usability-Fans, aber auch völlig neue Blickwinkel durch die unterschiedlichsten Typen und Berufe, die einen an solch einem Abend begegnen. Die Teilnahme ist stets kostenlos.

Außerdem ist das Format offen für jeden, der ein Testessen in seiner Stadt veranstalten möchte. Mittlerweile gibt es in 14 Städten und Regionen regelmäßige Testessen, so beispielsweise auch in Hamburg, Frankfurt, München.

Usability Testessen sind nutzerorientiert

Website für mehr Informationen und Anmeldung: usability-testessen.de

Organisation: Ist das halbe Leben. Oder: Die Planung steht.

Wie ein Usability Testessen am besten funktioniert, wird durch bestehendes Informationsmaterial, dass von den Organisatoren zur Verfügung gestellt wird, preisgegeben. Checklisten, Vorlagen, Anmeldeformulare für die Website – alles ist hinterlegt. So kann die erste Planung schnell realisiert werden.

„Wir finden das Format super, weil es weder finanzielle noch zeitliche Hürden gibt, Usability-Tests auf diese Art einfach mal auszuprobieren, seine Kollegen davon zu überzeugen oder Feedback zu seinen Ideen einzuholen. “, berichtet Elske Ludewig, Managing Partner bei eresult GmbH und Organisatorin des Testessens in Göttingen. „Da die Planung durch die Unterstützung von Philipp und seinem Team relativ einfach war, konnten wir schnell loslegen und haben im Frühjahr 2017 unser erstes Testessen veranstaltet“, so Ludewig weiter. Die Bewerbung des Testessens liegt in der eigenen Hand, d. h. jeder Organisator muss für ausreichend Teststationen und Tester sorgen. Außerdem stellt das Unternehmen, bei dem das Testessen stattfindet, die Räume und die Verpflegung. Dazu gehören ca. 6 Arbeitsplätze, Pizza (oder anderes Fingerfood) und Getränke.

Szene aus einer Testsession: Die erfahrenen Usability-Testesser filmen die Tests und protokollieren das Gesagte.

Es ist genug Testessen für alle da!

Es steht nicht nur jedem frei, ein Testessen zu besuchen oder eines in seiner eigenen Stadt selbst zu organisieren. Das Format wird inzwischen nicht selten abgewandelt und für die individuellen Ziele adaptiert. „Das Interesse von Firmen wächst, ein Testessen für interne Zwecke zu organisieren und dann beispielsweise ganz gezielt Anwendungen von Wettbewerbern zu testen oder neue Ideen vorzustellen.“, erzählte uns Philipp kürzlich. „Das Testessen stößt bei speziellen Anforderungen an die Zielgruppenauswahl immer mal wieder an seine Grenzen. Genau für solche Fälle können in individuellen Veranstaltungen mit Unterstützung eines professionellen Partners, die entsprechenden Probanden rekrutiert werden.“ Letztendlich kann jeder das Testessen handhaben, wie er es gern möchte.

Das wichtigste ist die Message: Jeder Test ist besser als kein Test!

Ob dabei UX-Profis herauskommen, Chefs überzeugt werden in User Centered Design zu investieren oder einfach nur bessere Produkte entstehen – Hauptsache es wird getestet, und zwar mit Freude.

Portraitfoto: Elske Ludewig

Elske Ludewig

Principal UX-Consultant & Managing Partner

eresult GmbH

Bisher veröffentlichte Beiträge: 112

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