Echo Skills – Ein Erfahrungsbericht mit Fails und Good Practices

Kürzlich schrieb ich über meine Erfahrungen mit Chatbots – und welche Fails und Good Practices ich dabei festhalten konnte. Diese Erkenntnisse möchte ich jetzt durch Fails und Good Practices bezüglich Skills von Alexa ergänzen. Welche Antworten sind unbefriedigend oder verärgernd? Welche Antworten sind genau das was ich erwartet habe – und haben mich vielleicht sogar erfreut?

Das Vorgehen orientiert sich dabei an der Art und Weise wie ich es im Rahmen des Chatbot Artikels gemacht habe: Einfach mal drauflos „sprechen“. Vier Skills habe ich ausprobiert: Swoodoo, Fluege.com, Abfallkalender und Chefkoch.

Und los: Alexa, öffne Swoodoo

In den folgenden Abbildungen sind Aussagen des Nutzers (in dem Falle ich selbst) in lilafarbenen Sprechblasen und Aussagen von Alexa in grauen Sprechblasen gehalten. Meine erste Interaktion lief folgendermaßen ab:

Und da wäre der erste Fail

    Fail #1: Eine Folge-Aufforderung wird nicht verstanden.

Ich starte einen neuen Versuch, und gebe erfolgreich mein Ziel Dakar ein. Beim Check-in Datum wird es dann schwieriger:

    Fail #2: „Zwanzigster Zehnter“ wird nicht als Datum erkannt.

Geklappt hat es dann mit „Zwanzigster Oktober“. Der Skill sucht dann einige Zeit nach Hotels, bis folgende Aussage ertönt:

Es ist erfreulich, dass der Skill mich auf die verlängerte Wartezeit hinweist.

    Good-Practice #1: Hinweis auf Verzögerung / Wartezeit.

Allerdings erscheint mir die Frage, die mir gestellt wird, sinnfrei.

    Fail #3: Sinnlose Fragen.

An dieser Stelle hat sich Swoodoo dann aufgehängt: Sowohl ein „Ja“ als auch ein „Nein“ meinerseits führten zur Wiederholung dieses Hinweises. Es wird Zeit, einen weiteren Skill auszuprobieren.

Fluege.com

Mit diesem Skill kann man Flüge suchen. Das Öffnen ging problemlos und auch die Eingabe der Daten meines gesuchten Fluges hat geklappt:

Der Dialog hat aus meiner Sicht gut funktioniert, weil zwei Good-Practices umgesetzt sind:

    Good-Practice #2: Verständliche Darstellung der verfügbaren Optionen.
    Good-Practice #3: Wiederholung der Nutzereingabe und Angebot einer Korrekturoption.

Ich probiere den Skill noch weiter aus, und stoße auf Schwierigkeiten bei der Korrektur meiner Eingaben:

Ich kann einzelne Flugdaten nicht korrigieren. Zur Korrektur muss ich den gesamten Eingabeprozess erneut durchlaufen.

    Fail #4: Einzelne Eingaben können nicht korrigiert werden.

Nun wechsle ich die Branche, vom Tourismus zur Abfallwirtschaft.

Alexa, starte Abfallkalender

Ein – laut Skill Store – häufig und gut bewerteter Skill ist der Abfallkalender. Beim ersten Start des Skills höre ich einen langen Instruktionstext. Ich fasse ihn für Sie gerne zusammen: Um den Skill zu nutzen, muss ich mich auf einer Webseite anmelden. Das unterbricht ein wenig den Flow.

Ich besuche die Webseite mit dem Smartphone – und kann nichts lesen.
Dann versuche ich es mit dem Desktop und kämpfe mich durch eine „oldschool“-wirkende, unübersichtliche und nicht-benutzerfreundliche Webseite.

    Fail #5: Modalitäts- und Devicewechsel notwendig, und nicht nutzerfreundlich umgesetzt.

Nachdem ich von der Webseite meines lokalen Abfallbetriebs die .ics-Datei heruntergeladen habe – und auf dieser Webseite hochgeladen habe, kann es endlich losgehen:

Meine Tonne war dabei – das hat mich gefreut. Der Skill ist einfach zu nutzen – und deckt vor allem einen hilfreichen Anwendungsfall ab.

    Good-Practice #4: Der Skill bietet einen praktischen Mehrwert.

Und einen letzten noch:

Alexa, öffne Chefkoch

Die ersten Interaktionen mit dem Skill laufen ganz gut – vielleicht auch weil ich geübter geworden bin. Ich lasse mir das Rezept des Tages zeigen und die Zutaten vorlesen. Dann lasse ich mir die Zubereitung vorlesen und stoße auf ein interessantes Feature:

Der Skill liest mir die Zubereitung in Absätzen vor. Ich kann vorangegangen Absätze wiederholen lassen oder den nächsten Abspielen. Dies erscheint mir – im Büro! – als geniale Idee: So kann parallel mitgekocht werden:

    Good-Practice #5: Gute Idee: lange Instruktionen unterteilen, sodass parallel mitgemacht werden kann.

Als ich dann tatsächlich parallel mitkochen will, scheitere ich. Der Skill beendet sich nach 25 Sekunden. Ein paralleles Mitkochen ist leider doch nicht möglich.

Fazit

Zusammenfassend habe ich folgende Good Pracitices erlebt:

    Good-Practice #1: Hinweis auf Verzögerung / Wartezeit.
    Good-Practice #2: Verständliche Darstellung der verfügbaren Optionen.
    Good-Practice #3: Wiederholung der Nutzereingabe und Angebot einer Korrekturoption.
    Good-Practice #4: Der Skill bietet einen praktischen Mehrwert.
    Good-Practice #5: Gute Idee: lange Instruktionen unterteilen, sodass parallel mitgemacht werden kann.

Und folgende Fails haben das Gespräch mit Alexa etwas schwierig gemacht:

    Fail #1: Eine Folge-Aufforderung wird nicht verstanden.
    Fail #2: „Zwanzigster Zehnter“ wird nicht als Datum erkannt.
    Fail #3: Sinnlose Fragen.
    Fail #4: Einzelne Eingaben können nicht korrigiert werden.
    Fail #5: Modalitäts- und Devicewechsel notwendig, und nicht nutzerfreundlich umgesetzt.

Natürlich stellt diese Liste nur eine kleine Auswahl an Fails und Good Practices dar. Sollten Sie einen Skill konzipieren oder entwickeln, dann empfiehlt sich im Laufe dessen auch einen Nutzertest. So können sie zahlreiche Stolpersteine aufdecken und ihrem Skill zu einer besseren User Experience verhelfen.

Wie auch schon in meinem Beitrag über Chatbots möchte ich Sie ermuntern:

Probieren Sie selbst ein paar Skills aus!

So werden Sie den spezifischen Herausforderungen dieser Interaktionsform aus Nutzersicht ein wenig näherkommen.

Haben Sie auch schon Fails und/oder GoodPractices mit Skills erlebt? Dann lassen Sie uns gerne daran teilhaben.

Portraitfoto: Xaver Bodendörfer

Xaver Bodendörfer

User Experience Consultant

eresult GmbH

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