Mobile Webseite – ist weniger wirklich mehr?

Mobil im Internet unterwegs sein, ist eine tägliche Übung für mich. Leider eine, die oft ziemlich frustrierend ist. Mobile Versionen von oft guten Webseiten sind häufig ein Graus. Gerade das, was man damit machen möchte, wurde für die mobile Version gestrichen.

Die Reduzierung macht für ein Smartphone ja vielleicht noch Sinn, aber bei meinem 12“ Tablet verstehe ich das überhaupt nicht. Gut ist es dann wieder, wenn man einen Link findet, mit dem man zur Desktop-Version wechseln kann. Das bieten aber leider nur wenige Webseiten dann an. Wenn es doch angeboten wird, muss man es häufig suchen.

Nun bin ich zurzeit selbst in einem Projekt damit beschäftig eine mobile Webseite zu gestalten. Wir machen uns natürlich auch Gedanken darüber, was die mobile Version können muss. Dabei stellen wir fest, das ganz schön schwierig zu entscheiden ist, was man für mobile Endgeräte anbieten möchte. Vieles erscheint und zu komplex für die Bedienung durch ein Smartphone. Dazu kommt, dass viele Inhalte viel zu umfangreich sind oder sie können auf einem kleinen Display kaum übersichtlich dargestellt werden.

Schaut man genauer hin, findet man aber doch wieder Anwendungen, die für den User nützlich sind. Ein Beispiel: Ein Unternehmen bietet Produktinformationen als PDF an. PDF’s sind allerdings für mobile Endgeräte nicht besonders geeignet. Nehmen wir aber nun mal an, dass es sich um ein Versicherungsunternehmen handelt. Nun kann man sich aber vorstellen, dass ein Vermittler bei einem Kunden sitzt und auf ein Produkt zu sprechen kommt, an das er vorher nicht gedacht hat.

Möchte der Kunden nun mehr Informationen dazu, ist es kein Problem das PDF zu suchen und an den Kunden zu mailen. Dieser könnte es dann noch während des Gesprächs ausdrucken und der Deal kommt vielleicht zustande. Also kann man von einer sinnvollen Anwendung sprechen, auch wenn PDF’s für sich gesehen, nicht besonders für Smartphones geeignet sind.

Wir wissen nicht, was sie wollen

Da kleine Beispiel zeigt, dass Nutzer viel kreativer sind, als man bei der Planung eines Online-Angebots denkt. Man darf einfach nicht so vermessen sein und dem Nutzer vorzuschreiben, was mit einem Smartphone getan werden darf. Alle Möglichkeiten müssen Verfügbar sein, wenn auch vielleicht nicht auf den ersten Blick.

Natürlich nutzt ein großer Teil der Nutzer nur das Standardangebot, aber das sind vielleicht nicht die interessantesten Zielgruppen. Ich denke, dass man dem User die Endscheidung überlassen muss, was mit einem mobilen Gerät genutzt wird.

Reduzierte Inhalte machen Sinn

Diese Aussage widerspricht sicherlich den vorherigen, aber es gibt nun mal Limitierungen, wenn man mit einem Smartphone surft. Wenige Inhalte mit einer smarten Navigation, sind schon optimal für die Usability. Damit kann man es dem überwiegenden Teil der Nutzer einfach machen und sich auf die wesentlichen Informationen beschränken. So ist die Bedienung sehr einfach und zielführend.

Man darf aber auf keinem Fall vergessen die Möglichkeit anzubieten auf die Desktop-Version zu wechseln. Idealerweise ist diese dann so flexible gestaltet, dass die Inhalte zwar vollständig vorhanden sind, sich aber in der Darstellung an den zur Verfügung stehenden Platz anpassen.

Tablets sind mobil aber nicht klein

Wie schon zu Beginn erwähnt, nutze ich ein 12“ Tablet. Der Bildschirm ist gleich groß, wie der von meinem Notebook. Warum bekomme ich dann häufig beim Tablet die mobile Version und nicht die Desktop-Version ausgeliefert? Es ist doch heute kein Problem auszulesen, welches Gerät die Informationen anfordert und der Bildschirmgröße entsprechend auszuliefern.

Fazit

Ich wünsche mir Webseiten, die für Smartphones komplette Inhalte zu Verfügung stellen oder reduziert Versionen, die es ermöglichen zur Desktop-Version zu wechseln. Für Tablets sollte in der Regel die Desktop-Version funktionieren. Man muss nur darauf achten, dass diese sich mit Fingern bedienen lässt.

Portraitfoto: Joachim Lindner

Joachim Lindner

Berater für Online-Kommunikation und Social Media

J. Lindner Consulting

Bisher veröffentlichte Beiträge: 14

Ein Kommentar

  • Mo

    “ Warum bekomme ich dann häufig beim Tablet die mobile Version und nicht die Desktop-Version ausgeliefert?“

    Weil Tablets fälschlicherweise meist als „mobile device“ deklariert werden, was sie nicht sind.

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