Online-Umfrage zum Thema Mobile Payment: Das Interesse an mobilen Bezahlverfahren steigt

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Viele Einzelhändler springen auf den Zug „Mobile Payment“ auf und bieten die Bezahlmöglichkeit mittlerweile an, wie zum Beispiel seit kurzem auch Aldi. Jedoch hat sich in vorherigen Studien zum Thema Mobile Payment gezeigt, dass die Deutschen dem Bezahlverfahren eher skeptisch gegenüberstehen. Während sich Mobile Payment in den USA immer größerer Beliebtheit erfreut und Apple Pay sich erfolgreich durchsetzen konnte, bleibt in Deutschland das Interesse eher gering. Hinzu kommt, dass die Deutschen sehr an ihrem Bargeld hängen. Barzahlung bleibt weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel in Geschäften. Dies sind nur einige Gründe, warum die flächendeckende Verbreitung vom Mobile Payment hierzulande bisher ausgeblieben ist. Wie offen stehen denn nun die Deutschen aktuell dem Mobile Payment gegenüber? Wo genau sehen die Nutzer Vorteile oder Nachteile beim Mobile Payment? Und was können Anbieter von Mobile Payment Lösungen sowie Geschäfte in denen das Bezahlverfahren angeboten wird tun, um den Kunden die Nutzung von Mobile Payment schmackhaft zu machen? Dies sind nur einige Fragen, die wir uns bei eResult gestellt haben und denen wir bei einer Online-Umfrage mit 500 deutschen Smartphone-Besitzern auf den Grund gehen wollten.

Smartphone-Nutzung der Deutschen

Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass das Smartphone weiterhin am häufigsten zu Kommunikation genutzt wird. Dieses Ergebnis ist eher wenig überraschend, da ein Smartphone in erster Linie ein Medium zur Kommunikation darstellt. Verwunderlicher ist das Ergebnis, dass nur etwa knapp unter 20 % der Befragten angaben, ihr Smartphone regelmäßig fürs Online-Shopping einzusetzen. Hierbei gab es allerdings deutliche Altersunterschiede: Wie zu erwarten, nutzt die jüngere Altersgruppe der unter 30-Jährigen ihr Smartphone sehr viel häufiger zum Online-Shopping als die über 50-Jährigen.

Bankgeschäfte tätigen die deutschen Smartphone-Besitzer weiterhin eher selten mit dem Handy. Auch für das mobile Bezahlen wird das Smartphone eher selten genutzt. Gründe hierfür sind vermutlich in erster Linie Sicherheitsbedenken bei der Nutzung des Smartphones für Geldgeschäfte.

Präferierte Zahlungsmittel

Beim Einkauf im Geschäft bleibt Bargeld eindeutig das beliebteste Zahlungsmittel. Von den Befragten gaben 74,8 % an, regelmäßig bar zu zahlen. Die EC-Karte liegt mit knapp 50 % an zweiter Stelle. Dieses Ergebnis deckt sich mit denen einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom, aus der hervorgeht, dass Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen ist. Mobile Payment wird weiterhin eher selten verwendet, nur etwa 3 % der Befragten gaben an, regelmäßig in Geschäften mobil zu bezahlen. Auch diese Ergebnisse deckt sich mit denen der Umfrage von Bitkom.

Worin liegen nun aber genau die Gründe für die geringe Nutzung von mobilen Bezahlverfahren? Haben die Nutzer tatsächlich in erster Linie Sicherheitsbedenken? Oder sind der breiten Masse die Verfahren einfach nicht bekannt?

Abb. 1: Kenntnisse von verschiedenen Mobile Payment Lösungen; N=500, Angaben in %

Abb. 1: Kenntnisse von verschiedenen Mobile Payment Lösungen; N=500, Angaben in %


Unsere Studie zeigt, dass fast der Hälfte der Befragten viele der Mobile Payment Lösungen nicht bekannt sind und die Verfahren so gut wie kaum genutzt werden. Das Person-to-person Mobile Payment ist hierbei das am bekanntesten und am häufigsten genutzte Bezahlverfahren. Ein interessantes Ergebnis der Studie ergab, dass Männer sich im Schnitt besser mit mobilen Bezahlverfahren auskennen als Frauen.

Abb. 2: Interesse daran Mobile Payment zukünftig zu nutzen; N=500, Angaben in %

Abb. 2: Interesse daran Mobile Payment zukünftig zu nutzen; N=500, Angaben in %


Prinzipiell besteht unter den Befragten ein Interesse daran, Mobile Payment zukünftig zu nutzen. Von den Befragten gab fast ein Drittel an, sich vorstellen zu können, zukünftig in Geschäften mobil mit dem Smartphone zu zahlen. Allerdings lehnt über die Hälfte der Befragten Mobile Payment weiterhin ab. Nichtsdestotrotz deuten diese Ergebnisse auf einen Anstieg des Interesses an Mobile Payment hin. Eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid ergab, dass sich nur etwa 23 % der Deutschen für Mobile Payment interessieren und mehr als die Hälfte diese Bezahlmöglichkeit ablehnt.

Vor-und Nachteile des Mobile Payment

Den größten Vorteil des Mobile Payment sehen die Befragten darin, dass es den Zahlungsverkehr vereinfacht. Als größter Nachteil wurde vom überwiegenden Teil der Befragten Sicherheitsbedenken in Bezug auf Mobile Payment angegeben. Über 80 % haben Angst vor Missbrauch bei Verlust des Smartphones. Auch das Fehlen von Akzeptanzstellen sowie fehlende Übersichtlichkeit beim Angebot von Mobile Payment Anbietern wurden als Nachteile gesehen.

Fazit

Die Ergebnisse unserer Studie haben gezeigt, dass unter den deutschen Smartphone-Nutzern prinzipiell ein Interesse an Mobile Payment besteht und dass dieses Interesse im Vergleich zu vorherigen Studien gestiegen ist. Allerdings lehnen über die Hälfte der deutschen Smartphone-Nutzer Mobile Payment weiterhin ab. Für Anbieter von Mobile Payment Lösungen gibt es also viel zu tun, um die flächendeckende Verbreitung von mobilen Bezahlverfahren voranzutreiben. Zum einen müssen Mobile Payment Anbieter weiterhin kräftig die Werbetrommel rühren. Der Mehrheit sind die zur Verfügung stehenden Mobile Payment Verfahren schlichtweg nicht bekannt! Die Nutzer müssen wissen, welche Mobile Payment Verfahren in welchen Geschäften zur Verfügung stehen, bevor sie diese überhaupt nutzen können. Zum anderen wird es wichtig sein, auf die Sicherheitsbedenken der Nutzer einzugehen und diese zu reduzieren. Auch die Informationslandschaft muss deutlich übersichtlicher werden. Die Nutzer müssen schnell und einfach an Informationen kommen, wo und wie sie bestimmte Mobile Payment Lösungen einsetzen können.

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(Stichprobenbeschreibung: 500 deutsche Smartphone-Nutzer, die Rekrutierung erfolgte über das Online-Access-Panel Bonopolis, die Quotierung der Umfrageteilnehmer erfolgte nach AGOF.)

Portraitfoto: Isabel Schwier

Isabel Schwier

Junior User Experience Consultant

eresult GmbH

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