Recap UX-Congress 2014 – UX-Tools, Methodenvergleich, Smarthome und Ausblick in die Zukunft

ux-congressIn dieser Woche fand der diesjährige ux congress (#uxcongress) in Frankfurt am Main statt. In der Frankfurt School of Finance & Management trafen sich mehr als 150 Personen aus dem Bereich der User Experience Forschung und Praxis.

Das abwechslungsreiche Vortragsprogramm kam bei den Besuchern sehr gut an! Auch zwei Workshops wurden in diesem Jahr angeboten – unter anderen suchte der „eResult Tool-Scout und Axure Fu-Master“ Jan Pohlmann den Austausch und die Diskussion zu Software von unmoderierten Remote Usability Tests, Unterstützung bei klassischen Usability-Tests und auch rund um das Testing der Informationsarchitektur.

Als Ergebnis erhielten alle Teilnehmer ein Übersichts-Dokument, das auch nachträglich kostenlos per Mail angefordert werden kann (jan.pohlmann@eresult.de, Stichwort UX-Tools).

Der Realitätscheck: Vergleich unmoderiert vs. moderiert

Einen Vergleich zwischen unmoderiertem Remote-UX-Test und „Studio-UX-Test“ zogen auch Ulf Schubert (DATEV eG) und Doreen Feindt (GfK). Ihre spannenden Erkenntnisse im Bereich einer On Premise Business Software: Die Kosten unterm Strich sind gleich! Höhere Aufwände bei der Vorbereitung und Auswertung sowie eine doppelt so große Anzahl von Testpersonen, um dieselbe Anzahl an Usability-Problemen zu identifizieren haben sie selbst überrascht!

Keine Beobachtungsdaten – nur ein Nachteil von unmoderierten UX-Tests

Keine Beobachtungsdaten – nur ein Nachteil von unmoderierten UX-Tests

Interessant ist insbesondere der folgende Vergleich: 60 Minuten Interview am Stück sind im Labor mit Interviewer ohne Probleme machbar – remote wurde das Ganze in kleinere Häppchen geteilt von 5×15 Minuten, um die Teilnehmer nicht zu überfordern oder zu langweilen (geschah über eine Arbeitswoche verteilt). So die Planung; letztendlich bewegte sich die tatsächliche Bearbeitungsdauer teilweise bei über 40 Minuten! Von den Abbrüchen und einsilbigen Antworten, die ins Tool getippt wurden, wollen wir gar nicht reden…

Für mich lieferte Ulf Schubert auch das Zitat des Tages über die Ziele eines Studio-Tests auf Seiten der Entwickler: „Betroffenheit erzeugen!“ 🙂 Denn oft reicht es nicht, nur von den Ergebnissen zu hören oder den Bericht zu lesen – dabei sein und live miterleben öffnet die Augen! Vielen Dank für diesen tollen Einblick!

Die Technologie verschmilzt mit uns

Sehr gefreut habe ich mich auf den Vortrag von Prof. Wolfgang Henseler (Sensory-minds) und wurde nicht enttäuscht: In seinem Vortrag zu „Tangible User Interfaces“ zeigte er zunächst den Wandel auf. Für großes Gelächter mit der Idee, die kleine geschluckte Pille, die die Körperfunktionen messe, könne künftig nützliche Informationen liefern wie nach dem Genuss mehrerer Gläser Wein: „Morgen hast du Kopfschmerzen“! Ist die Idee wirklich noch so abwegig? 🙂

Evolution: künftig tragen wir die Geräte nicht AM, sondern IM Körper

Evolution: künftig tragen wir die Geräte nicht AM, sondern IM Körper

Außerdem prognostizierte er den Siegeszug der Smart Watches: Kleinere Displays seien hier nicht das Problem. Die Dienste müssen sich vielmehr besser in den Handlungsfluss eingliedern und zur richtigen Zeit parat sein!

Gestensteuerung mit dem Zauberring

Das bringt mich zum Vortrag von Prof. Andrea Krajewski, die über das Internet of Things sprach und im Gegenzug zu Prof. Henseler, der an die Sprachsteuerung glaubt, davon überzeugt ist, dass sich die Gestensteuerung durchsetzen wird. Auf ihrer Weihnachts-Wunschliste steht der Lockbar-Ring, der tatsächlich ein wenig an Märchen bzw. Harry Potter erinnert „One gesture is all you need“.

Ein einvernehmliches Nicken konnte man im Saal bei folgenden, bedeutungsschweren Worten beobachten: Die digitale Welt ist zu bequem – zurück geht nicht mehr!
Wer verlässt ohne sein Smartphone morgens das Haus? Richtig, niemand!

Smarter leben mit dem Smart Home

Zuletzt möchte ich noch den Vortrag von Bettine Streit (coneo) hervorheben. Durch Kontextinterviews hat sie das Thema Smart Home von verschiedenen Seiten beleuchtet und konnte als Killer-Feature den „Alles-Aus-Knopf“ identifizieren. Denn wer kennt es nicht, kaum hat man den Schlüssel im Schloss umgedreht, oder sitzt bereits in der Bahn, schwirren im Kopf die Fragen umher: Ist der Herd aus? Steht das Bügeleisen noch unter Dampf? Kocht die Kaffeemaschine weiter?

Die Lösung ist ein zentraler Knopf, der auch von unterwegs bedient bzw. kontrolliert werden kann. Sicherheit gewiss! Wobei für die Deutschen tatsächlich das Thema Energie sparen ganz oben steht, wenn es um das Thema Smarthome geht. Warten wir ab, was die nächsten Jahre in diesem Bereich passiert, wann der Massenmarkt erreicht ist.

Außerdem postulierte sie, dass es keine App benötige, die in 7 Schritten dazu bereit ist, das Licht anzuschalten – das wäre doch ohne hohen kognitiven Aufwand auch schneller möglich. Recht hat sie, aber wenn man es doch kann! (Legendäre Szene aus The Big Bang Theory: Begeisterung bei den Jungs, weil die Lampe via Internet von einem anderen Kontinent gesteuert wird. Penny verständnislos: Why? Antwort: Because we can!)

Der Siegeszug des Smarthome – noch fährt er langsam

Der Siegeszug des Smarthome – noch fährt er langsam

Schön war es – bis zum nächsten Jahr!

Danke an die tolle Organisation unter der Federführung von Petra Jacob (u-concept). Tolle Veranstaltungsräume, Catering und die Party-Location am Abend gaben dem ux-congress einen passenden Rahmen! eResult ist auch nächstes Mal gerne wieder dabei!

Aber nun gebe ich gern das Wort an Sie ab:

Welche Vorträge hab ich verpasst, wer möchte noch seine Eindrücke ergänzen?
Wir freuen uns über den Austausch – der Download der Vorträge wird für alle Teilnehmer übrigens zeitnah freigeschaltet (passwortgeschützt).

Portraitfoto: Anja Weitemeyer

Anja Weitemeyer

Managing Partner & Senior UX-Consultant

Alumni-eresult GmbH

Bisher veröffentlichte Beiträge: 113

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