Studienergebnisse: Smarthome-Potenzial durch fehlende Unterstützung von Multiplikatoren gehemmt

hebel umlegen

Die Verbreitung von Smarthome-Lösungen blieb lange Zeit hinter den Erwartungen zurück und hat noch immer nicht so richtig Fahrt aufgenommen. Verschiedene Untersuchungen zeigten bereits, was den Endverbraucher noch daran hindert, in derartige Technik zu investieren. Ein zentrales Thema ist dabei stets eine gewisse Unübersichtlichkeit des Marktes: Welche Lösung brauche ich für meine Zwecke? Welche passt du meinem Bedarf/Umfeld? Welche ist mit anderen kompatibel? Diese und andere sind Fragen, die nicht immer ausreichend gut beantwortet werden. Doch warum wird die Verantwortung eigentlich auf den Verbraucher abgewälzt? Sollten nicht vielmehr Architekten, Elektroinstallateure, Energieberater und ähnliche Berufsgruppen hier einen Wissensvorsprung haben und zielgerichtet beraten können? Sollten sie ihren Kunden nicht die passende Lösung bieten, den Marktüberblick haben und sich um die Einrichtung kümmern? Wären sie am Ende nicht die perfekten „Beschleuniger“ der Smarthome-Bewegung? Wir haben nachgefragt und herausgefunden, dass diese „Multiplikatoren“ durchaus bereit wären, den Hebel umzulegen und in den nächsten Gang zu schalten.

Zu unserer Befragung luden wir gezielt Vertreter jener Branchen ein, die Kontakt zu den Themen Bauen, Wohnen, Planen, Energieversorgung oder Haustechnik haben. Knapp 170 Personen folgten der Aufforderung (verteilt über bonopolis.de, geb-info.de und tga-fachplaner.de) und beantworteten unsere Fragen rund um Wissen, Kontakt, gelebte Praxis und mögliche Chancen und Hemmnisse der Smarthome-Industrie.

Das vorhandene Wissen muss durch eigene Recherchen aufgebaut werden

Die gute Nachricht ist, dass ein sehr breites Verständnis von “Smarthome/Smart Home” unter den potenziellen Multiplikatoren herrscht. Von Beleuchtung über Sonnenschutz und Heizung bis hin zu Türschlosssteuerung und Multimedia gehört alles digital steuerbare irgendwie auch zu Smarthome. Jedoch hat auch ein Drittel der Befragten aktuell noch keinen Kontakt zu diesen Themen:

Auszug 1 aus Smarthome Befragung

Auszug aus der Befragung. Hier: n=152 Teilnehmer die diese Themen vorab dem Oberbegriff „Smarthome“ zuordneten.

Allerdings heißt „in Kontakt kommen“ noch nicht, dass auch selbst aktiv zu solchen Lösungen beraten wird oder diese gar installiert werden. Wenn dies jedoch der Fall ist, geht es am häufigsten um Beleuchtungssteuerung, Heizungssteuerung oder Türschlössersteuerung. Am wenigsten beschäftigen sich die Multiplikatoren mit Entertainment/Multimedia und Klimaanlagen.

ausrufezeichen

ALLE Befragten, die aktuell beruflich noch keinen Kontakt zum Thema Smarthome haben, haben aber grundsätzlich Interesse daran, zukünftig derartige Lösungen zu planen oder zu installieren!


Dieses große Interesse speist sich aus der Aussicht, dass dieses Thema in Zukunft eine große Rolle spielen wird und/oder es kein Vorbeikommen geben wird. Es werden auch Vorteile für den Verbraucher wie Sicherheit, Komfort oder Energieeinsparungen gesehen. Hauptsächlich möchte man aber den Anschluss nicht verlieren und für die Anfragen in der Zukunft gerüstet sein.

Allerdings werden die eigenen Kenntnisse aktuell noch durchwachsen beurteilt. Mehr als ein Drittel schätzt sich eher weniger kompetent ein in dem Bereich, ein weiteres Drittel gab zaghaft an, dass die Kenntnisse „eher gut“ seien.

Interessanterweise wurden die bisherigen Kenntnisse meistens durch eigene Recherche im Internet erlangt, danach folgt der Austausch mit Kollegen. Bücher und Fachliteratur spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Auszug 2 aus Smarthome Befragung

Auszug aus der Befragung. Hier: n=169 Teilnehmer.

Es scheint also noch einen großen Schulungsbedarf zu geben, der derzeit nicht bedient wird. Die vielen „Lernwilligen“ müssen sich mühsam durchs Web kämpfen, statt professionelle Unterstützung zu bekommen. Aus unserer Sicht ein zentraler Anknüpfungspunkt und eine große Chance für Anbieter von Smarthome-Lösungen!

Anschaffungskosten werden als wichtigstes Hemmnis gesehen

75% der Befragten gehen davon aus, dass die Bedeutung von Smarthome in ihrem beruflichen Umfeld in den nächsten 3-5 Jahren steigen wird. Dies führt uns zwangsläufig zu der Frage, wie man die Entwicklung befördern könnte bzw. was ihr aktuell vielleicht im Weg steht. Am häufigsten nannten die Multiplikatoren hohe Anschaffungskosten als Hemmnis, gefolgt von mangelnder Datensicherheit und möglichen Kompatibilitätsproblemen.

Auszug 3 aus Smarthome Befragung

Auszug aus der Befragung. Hier: n=169 Teilnehmer.

In den offenen Nennungen, die zusätzlich zu den oben aufgeführten Antwortvorgaben erhoben wurden, kamen wiederum selbstkritisch auch fehlende Fachkenntnisse der umsetzenden Branchen und fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten ans Tageslicht.

Fazit: Der Wille ist da, die Möglichkeiten fehlen noch

Aus dieser Befragung heraus kann festgehalten werden, dass potenzielle Multiplikatoren durchaus willens sind, ihre Kenntnisse im Bereich Smarthome auszubauen und ihre Kunden dahingehend in Zukunft stärker zu beraten. Sie sind allerdings zu oft auf sich allein gestellt und benötigen mehr Knowhow und einen besseren Marktüberblick. Auch was die verwendeten Techniken und andere Details angeht, scheint ihnen nicht selten der Überblick oder das Wissen zu fehlen. Die vorhandene Unsicherheit führt dazu, dass entweder selbst im Internet recherchiert wird oder die Lösungen den Kunden lieber gar nicht erst vorgeschlagen werden.

Sie möchten mehr wissen?

Weitere Ergebnisse aus der Befragung können Sie in der eresult-Download-Area kostenfrei herunterladen.

Portraitfoto: Elske Ludewig

Elske Ludewig

Principal UX-Consultant & Managing Partner

eresult GmbH

Bisher veröffentlichte Beiträge: 112

Ein Kommentar

  • Hallo zusammen,
    dies ist ein sehr informativer Artikel.
    Über diese Thematiken habe ich oft nachgedacht.
    Es ist schwer gute Infos im Internet darüber zu finden.
    Dies wird mir bei meiner Recherche zu dieser Materie bzgl. Smart Home sehr weiterhelfen.
    Vielen Dank dafür.

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