Vorschlagsfunktion im Shop: Beispiele und Tipps für erfolgreiche Nutzerführung

Um Online-Besuchern bei der Orientierung zu helfen und die Suche nach dem richtigen Produkt zu beschleunigen, kommt in den meisten Webshops eine Suggest-Funktion zum Einsatz. Diese zeigt nach Eingabe der ersten Buchstaben in das Suchfeld eine Liste mit vervollständigten Begriffen an.

www.ernstings-family.de

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Heutige Suchtechnologien erlauben es, weitere Daten wie Preise, Kundenbewertungen und Markenlogos in der Vorschlagsliste auszuspielen. Dadurch wird der Einstieg in das Sortiment zusätzlich unterstützt – vorausgesetzt, man übertreibt es nicht. Denn ein Overload an Text und Bild verwirrt die User nur.

Konstruiertes Beispiel eines Suggest-Menüs. Orientierungsfreundlichkeit sieht anders aus

Konstruiertes Beispiel eines Suggest-Menüs. Orientierungsfreundlichkeit sieht anders aus


Welche Informationen sind also relevant und welche nicht? Grundsätzlich gilt es, Schwerpunkte zu setzen: Je nach Branche, Sortiment, Zielgruppe und Business-Strategie sollten eCommerce-Manager abwägen, welche Suggest-Elemente sie zusätzlich zu den eigentlichen Suchvorschlägen ausspielen lassen. Neben Elementen, die den meisten Besuchern helfen – z. B. Kategorievorschläge, Produktvorschläge und Preise –, können das Ratgeberinhalte und Icons wie „Neu“ bzw. „Sale“ sein.

Zudem sollte gut überlegt sein, welche Vorschläge an oberster Stelle erscheinen sollen. Diejenigen mit dem höchsten Suchvolumen? Solche, die aktuell in Promotion sind? Oder doch die mit der höchsten Marge? Die Antwort ergibt sich aus den Unternehmens-Zielen und aus dem Image, das der jeweilige Online-Shop vermitteln soll. Einem Online-Händler, der mit der Qualität seines Angebots wirbt, kommt es beispielsweise kaum darauf an, seine günstigsten Produkte an erster Stelle der Vorschlagsliste anzuzeigen. Vielmehr würde die Entscheidung etwa auf Produkte mit top Kundenbewertungen fallen.

Bekannte Retailer wie HSE24, Rossmann und OBI machen vor, wie sich mit der Suggest-Funktion Merchanising-Kampagnen und Content-Strategien unterstützen lassen.

So pushen HSE24 und Rossmann Produkte aus der Werbung:

Artikel, die heute im Trend liegen, können schon morgen wieder out sein. Und umgekehrt. Darauf reagiert der Teleshopping-Sender HSE24 sowohl im TV als auch im Webshop (www.hse24.de) mit tagesaktuellen Produkt-Kampagnen. Die Suggest-Funktion ist so konfiguriert, dass beworbene Produkte im Vorschlags-Menü bevorzugt ausgespielt werden – an prominenter Stelle, mit hervorgehobenem Preis und mit Thumbnail.

Cleveres Merchandising. Mit Thumbnails und farblichen Preisangaben hebt HSE24 ausgewählte Produkte an oberster Stelle im Suggest-Menü hervor

Cleveres Merchandising. Mit Thumbnails und farblichen Preisangaben hebt HSE24 ausgewählte Produkte an oberster Stelle im Suggest-Menü hervor


Auch die Drogeriekette Rossmann (www.rossmannversand.de) nutzt die Suggest-Funktion gezielt als Verkaufshebel für Kampagnenprodukte. Artikel aus dem aktuellen Katalog werden an oberster Stelle ausgespielt, danach folgen meistverkaufte Produkte.



Im Unterschied zu HSE24 zeigt Rossmann bei reduzierten Produkten auch den ursprünglichen Preis an – abgesoftet und durchgestrichen dargestellt. Zwar könnte das von manchen Online-Besuchern, die nur stöbern möchten, als störend oder zu werblich empfunden werden. Jedoch hilft diese Information Besuchern mit konkreter Kaufabsicht in vielen Fällen bei der Entscheidung.

OBI inspiriert Online-Besucher zum Einkauf in den Filialen.

Studien von Google belegen den ROPO-Effekt: 38 % aller Offline-Käufer betreiben Produkt-Recherche, bevor sie in stationären Geschäften einkaufen. Dabei haben ROPO-Kunden ein durchschnittlich höheres Einkaufsvolumen aufgrund von Zusatzkäufen. Die Do-it-yourself Kette OBI (www.obi.de) unterstützt diesen Effekt gezielt, indem sie Online-Besuchern bereits im Vorschlagsmenü Ratgeberinhalte nahe legt, um dem Informationsbedürfnis seiner Besucher bestmöglich gerecht zu werden.

ROPO-Strategie OBI Suggest

Ob How-to-Videos, Blog-Artikel oder Beratertipps – Wissenswertes ist für Online-Besucher von OBI schnell und einfach zu finden. Das motiviert zum Filialbesuch, wo dann Haptik und persönliche Beratung die Kaufentscheidung begünstigen.

Fazit:

Die eigene Shop-Strategie unterstützen und Kunden ein einzigartiges Einkaufserlebnis bieten – beides gelingt eCommerce-Managern, wenn sie im Suggest die richtigen Daten in der richtigen Reihenfolge ausspielen. Dabei gibt es Empfehlungen, die für fast jeden Shop gelten. Unsere Usability-Studie in Kooperation mit dem Werbepsychologie-Studiengang der Hochschule Pforzheim besagt: Online-Besucher orientieren sich im Suggest-Menü sehr häufig anhand von Produktpreisen und einer Gliederung nach Kategorien.

Portraitfoto: Markus Kehrer

Markus Kehrer

Key Account Manager

Omikron Data Quality GmbH / FACT-Finder

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