Wie sehen Sie die digitale Entwicklung in Deutschland?

Niklas Volland, ist Mitbegründer und CEO von bytabo®. Das junge Bamberger Unternehmen setzt mit seinen Erfahrungen und agilen Methoden auf einen digitalen Mehrwert für ihr Kunden. Diese kommen überwiegend aus dem KMU- und Konzernbereich, so beispielsweise aus der Automotive-, Energie- und Versicherungsbranche. Wir haben mit Niklas Volland ein Interview geführt und dabei nicht nur über die digitale Entwicklung in Deutschland sondern auch darüber, wie klassisches User Centered Design und agiles Arbeiten zusammen passt.

Was macht bytabo® eigentlich?

Am besten erkläre ich das über unsere zwei Leistungszweige: Zum einen versuchen wir durch die Beratung aus der Startup-Perspektive das richtige digitale Mindset bei unseren Kunden zu erzeugen. Zum anderen unterstützen wir unsere Kunden durch innovative Prozessoptimierungen durch Bot-, Skill- und Webentwicklung. Der zentrale Themenkern ist bei all unseren Aktivitäten die Digitalisierung.

Wie seht Ihr die digitale Entwicklung deutscher Unternehmen?

Im Großen und Ganzen sind die deutschen Firmen mittlerweile verstärkt bemüht, im Bereich der Digitalisierung Projekte voranzutreiben. Dennoch stellen wir fest, dass die Kluft weit auseinander geht. Auch wenn viele Unternehmen das Thema schon sehr vorbildlich angehen und umsetzen, haben es viele andere noch gar nicht auf dem Schirm.

Kennzeichen von Unternehmen, die erfolgreich mit der digitalen Transformation umgehen, sind der transparente Umgang mit Digitalisierung, vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und das Verständnis dafür, dass Digitalisierung ein Kulturwandel und nicht ein IT Thema ist. Das Problem für Firmen, die noch nicht so weit sind, ist häufig, dass sie gar nicht wissen, wo sie überhaupt anfangen sollen.

Ihr bietet auf eurer Website „Startup as a Service“ an – was kann man sich darunter vorstellen?

Wie gerade schon erwähnt, gibt es viele Firmen, die oftmals nicht wissen, wo und wie sie bei dem Thema Digitalisierung anfangen sollen. Dies ist für uns der Punkt an dem wir mit unserem „Startup as a Service” ansetzen. Hier holen wir den Kunden ab, versuchen vor allem erstmal den Firmen ein neues Verständnis und Bewusstsein für das Thema Digitalisierung zu verschaffen. So legen wir die Grundlage für eine erfolgreiche Digitalstrategie.

Das Ganze ist auch für fortgeschrittene Unternehmen interessant um bestehende Strategien – und dann speziell einzelne Strukturen und Prozesse – zu hinterfragen und zu optimieren.
Dieser erste Schritt erfolgt durch Workshops – allen voran das Innovation-Bootcamp, in dem wir unsere gesamten Digitalisierungs-Learnings aus den letzten 3,5 Jahren gepackt haben und unseren Kunden praktisch vermitteln.

Warum sollten Unternehmen das machen? Was sind die Vorteile?

Unsere Erfahrung ist, dass selbst Firmen, die sich intensiv mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen, das Thema noch nicht vollumfänglich verstanden haben. Das ist auch absolut nachvollziehbar, da es sich um ein äußerst komplexes, dynamisches und technisches Thema handelt.
Daher helfen wir den Firmen das Thema mit samt seinen Auswirkungen zu verstehen und das richtige Mindset dafür zu entwickeln, denn das richtige Mindset ist für den erfolgreichen Umgang mit Digitalisierung absolut entscheidend.
Weiterhin erklären wir den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und den Auswirkungen, z. B. an den Thematiken der digitalen Disruption und der Plattform-Ökonomie (wie z. B. Amazon, AirBnB, Uber).

Du redest von „Disruption“, „Digitalisierung“, „Kulturwandel“ und „Mindset“. Alles scheint immer schneller zu werden – wie können Unternehmen da noch mithalten?

Durch den exponentiellen Wandel der Digitalisierung passiert es, dass sich Nutzerbedürfnisse immer schneller verändern. Dementsprechend kann es sein, dass man bei langfristig geplanten Projekten etwas baut bzw. entwickelt, was am Bedürfnis des Nutzers vorbei geht und am Ende keiner benutzen möchte. Die Lösung hierfür ist das agile Arbeiten, dessen Methoden auf kurzzyklischer Basis mit hoher Feedback-Frequenz stattfinden. Dadurch hat man die Möglichkeit, User/ Customer centered vorzugehen und das entstehende Produkt schon während dem Projekt immer wieder am Nutzer zu testen und auf Basis des Feedbacks entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

Wie kann denn das klassische „User Centered Design“ und „agiles Arbeiten“ zusammen funktionieren?

Die immer schneller entstehenden Möglichkeiten der digitalisierten Welt sorgen dafür, dass die Nutzer immer schneller ihr Verhalten, ihre Ansprüche und Erwartungen an ein Produkt ändern. Daher ist es essentiell zu verstehen, dass ein digitales Produkt heutzutage nie fertig ist, sondern basierend auf den dynamischen Nutzererwartungen fortlaufend weiterentwickelt werden muss. Das kann man am besten anhand einer agilen Projektmanagementmethode umsetzen, die sich im Wesentlichen auf nutzerzentrierte Tests stützt. Während früher vor allem der Fokus auf Produktspezifikationen wichtig war, ist es heute entscheidend, bei der Entwicklung von digitalen Produkten kontinuierlich den Nutzer im Blick zu haben – quasi mit ihm zusammen zu entwickeln.

Wir danken Dir für das interessante Gespräch.

Portraitfoto: Xaver Bodendörfer

Xaver Bodendörfer

User Experience Consultant

eresult GmbH - Standort München

Bisher veröffentlichte Beiträge: 18

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.