Heute schon geärgert … Usability im Alltag

Ich habe aufgehört mich über nutzerunfreundliche Bediendisplays in Fahrstühlen, umständliche Verpackungen, nervige Armaturen in Hotelzimmern (Bad) oder schwer verständliche Multifunktionslenkräder zu ärgern.

Stattdessen mache ich Fotos – Fotoaufnahmen von Usability-Hindernissen im Alltag … und natürlich auch von zahlreichen „Usability Best Practices“.

Einige davon möchte ich Ihnen heute vorstellen, weitere folgen.
Ich hoffe Sie mit diesem Beitrag ein wenig zu amüsieren, zugleich aber auch für die Usability von Alltagsgegenständen zu sensibilisieren.

Tankschlauch

Wieso sind diese Schläuche nur so wahnsinnig unbeweglich?
Lässt sich doch durch eine recht einfache Maßnahme die Sache mit dem Tanken deutlich erleichtern:

Tanken

Gesehen: N1 Tankstelle


Wasserhahn

Kaltes, warmes Wasser und unterschiedliche Fließgeschwindigkeit.
Darum geht es doch bei Wasserhähnen. Vielleicht noch um das Design, letzteres wird sicherlich immer wichtiger. Aber muss es ein Joystick sein?

Joystick

Gesehen: Hotel Tauern Spa in Kaprun

Tür

Drücken, Ziehen – das sind die typischen Bewegungen beim Öffnen von Türen. Wie ist das beim Paddeln? Drückt man ein Paddel, oder werden Paddel durch`s Wasser gezogen?
Diese Tür muss jedenfalls gedrückt werden, um sie zu öffnen:

Paddel-Tür Campus Suite

Gesehen: Campus Suite in Hamburg (Stephansplatz)

Weitere Fundstücke folgen.

Sie möchten ebenfalls Fotos einstellen und veröffentlichen?
Nutzen Sie dazu gern das Album „Usability im Alltag“ auf der eResult Facebook Page.

8 Gedanken zu „Heute schon geärgert … Usability im Alltag

  1. Cord

    Das mit dem Joystick sieht echt „gewöhnungsbedürftig“ aus. Und dann auch noch dahinter. Ich mag’s schon nicht wenn man den Stöpsel hinter der Amatur bedienen muss.

    Das mit der Tür kann ich nicht nachvollziehen. Da die Türzarge (der Türrahmen) in diesem Fall nach innen zu sehen ist, ist ganz ersichtlich das man diese Tür drücken muss. Man kann Türen nie „durch“ die Zarge öffnen. Ich bin Computerfutzi und kein Handwerker, hab‘ sowas also nicht aktiv gelernt.
    Schlimm wird es eigentlich nur wenn keine Zarge vorhanden ist wie z.B. bei Glastüren und dann keine Schilder angebracht sind. Dann probiert man erstmal beide Richtungen um dann festzustellen das die Tür abgeschlossen ist 😉

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  2. Andrea Struckmeier

    Ein schönes Beispiel für schlechte Usability sind auch immer wieder Fernbedienungen. Ich habe eine, bei der ist der Knopf zum Aus(!)schalten grün. Und wenn ich das Gerät anschalten will, muss ich auf einen Knopf mit einem weißen Häuschen drücken. Da weiß man doch gleich, wie’s funktioniert…

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  3. Horst Nähler

    Die kleinen „usability-Freuden“ des Alltags: viele Kaffeeverpackungen und Milchtetrapacks. Zum Thema Webseiten ist mir kürzlich die Seite vom Bauhaus-Baumarkt aufgefallen… puhh, nach wielange gucken und suchen verliert der durchschnittliche Mensch die Geduld?

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  4. Anja Weitemeyer

    Ich hab neulich bei einer Fernsehbedienung den Kopf geschüttelt, weil diese die Zahlen unüblich angeordnet hatte:
    1-4 waren in einer Reihe und 5-8 darunter!!!
    Wenn man dann im dunklen Zimmer vor dem Einmschlafen noch im Videotext blättern möchte, ist das sehr gewöhnungsbedürftig. Tastenbeleuchtung gab es nämlich auch nicht, das ist für mich eine tolle Erfindung.

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  5. Ulrich Schramme

    Blisterverpackungen! Das durchsichtige Plastikzeugs ist so gut wie unzerstörbar. Reißt man die rückseitige Pappe weg, schneidet man sich gerne mal in den Finger und stellt außerdem fest, dass man die Gebrauchsanleitung zerfetzt hat. Toll.

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  6. Thorsten Wilhelm

    Vielen Dank für die tollen und zahlreichen Kommentare.
    Bestärkt mich darin das Thema unbedingt weiter zu führen.

    @ Cord: Mich hat die Tür deutlich „überfordert“, als ich das erste Mal davor stand. Meine erste, spontane Reaktion war der Versuch die Tür aufzuschieben, von links nach rechts. Als das nicht ging, dachte ich: „Ach, okay, ist wohl besetzt!“. Nach 5 Minuten und mit Hilfe eines anderen Gastes hab ich`s dann aber auch erkannt, dass man einfach drücken muss.

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  7. Eric Horster

    Zum Desgin des Wasserhahns: Ein schönes Zitat, das ich bei dem Gastvortrag von Marcel Zimmermann in meiner Vorlesung aufgeschnappt habe: „Good design is when it works“ (oder so ähnlich). Will sagen: Richtig gutes Design ist funktional. Passend finde ich in diesem Zusammenhang das Anschlusskabel von Apples MacBook. Der Anschluss lässt sich dank eines Magneten sogar im Dunkeln finden. Sehr funktional und dabei sehr ästhetisch ungesetzt…

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  8. Martin Beschnitt

    @Cord / Thorsten Wilhelm: In Sachen Türöffnen habe ich in den USA gelernt: In Hotels gehen die Türen ohne Zarge immer nach „außen“ auf. Auch wenn nicht PUSH / PULL dran steht. Was aber, wenn es eine Durchgangs-/Verbindungstür ist? Ggf. gibt es hier noch kulturelle Unterschiede oder sogar nationale Normen? Spannendes Thema, denn ich bin während meines Urlaubs nicht selten peinlicherweise mit „Schmackes“ gegen die ein oder anderen, nicht gekenntzeichnete Tür ohne Zarge gelaufen.
    Zum Thema Wasserhahn lade ich morgen einmal eine amerikanische Variante hoch, die es in sich hat.

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