Internationaler Usability-Test: Vier unterschiedliche Standorte und zwei Sprachen – und das 100% kontaktlos und coronakonform?

Globus, Hintergrund unscharf

Die Herausforderungen im Jahr 2020 brachten Unternehmen dazu, so viel wie möglich digital zu arbeiten.

Remote-Usability-Tests wurden schon vor Ausbruch der Pandemie durchgeführt, verstärkt wurde der Fokus auf Remote-Testing allerdings durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Auch wenn Remote-Testing bereits zuvor häufig durchgeführt wurde, brachte die Zeit auch für die eresult GmbH neue Herausforderungen.

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Die Herausforderung: Vier Standorte, zwei Sprachen

Für einen internationalen Kunden sollten wir einen Prototypen für den deutschen Markt auf mobilen Endgeräten testen. Eine Simultanübersetzung sollte sicherstellen, dass das internationale Team den bestmöglichen Output aus der Beobachtung ziehen konnte.
Durch die pandemiebedingten Maßnahmen sollten alle Beteiligten kontaktlos, alsoremote arbeiten.

Folglich gab es Beteiligte an 4 unterschiedlichen Orten:

  • Moderator (Homeoffice, München)
  • Proband (zu Hause, deutschlandweit)
  • Kunde (Homeoffice, Niederlande)
  • Dolmetscher (Homeoffice, Berlin)

4 Orte virtuell zusammenzuführen? Kein Problem! – Aber wie ist es möglich, dass jeder TN genau das sieht und hört was für ihn gedacht ist – und nichts anderes?
(Was will der Interviewer mit dem englischen Ton? Was will der Proband mit dem Bild des Kunden? Etc.) Skizziert ist der Versuchsaufbau in der Abbildung links.

Setup:

Die Probanden wählten sich über die WebEx-App auf ihrem Smartphone in das Meeting ein. Den Testgegenstand riefen die Probanden dann über einen Link auf und teilten den Bildschirm. Ebenfalls mit in dem WebEx-Termin war die Versuchsleiterin von eresult und die Dolmetscherin. Die Interviewerin war stets für den Kunden per E-Mail erreichbar und konnte so Fragen, die noch im Interview gestellt werden sollten, spontan mit aufnehmen.
Die Dolmetscherin übersetzte simultan was im Interview gesprochen wurde auf Englisch. Ein Stream in OBS, übertrug dann den Bildschirm des Web-Ex-Meetings (und damit den geteilten Bildschirm des Probanden). Die Audioübertragung beinhaltete sowohl eine leiste deutsche Originaltonspur (um Emotionen unverfälschter einschätzen zu können), als auch das ins Englische Übersetzte. Beides wurde ebenfalls im Stream übertragen. So sah der Kunde in den Niederlanden eine Übertragung, mit dem Bild des geteilten Bildschirms des Probanden, dem Bild der Webcam der Interviewerin in klein und hörte parallel im Hintergrund das deutsche Audio und die englische Übersetzung in normaler Lautstärke.

Notwendige Ausstattung und Zugänge:

Tipps bevor es losgeht:

Technik-Check mit dem Probanden:

  • Wie wähle ich mich in ein WebEx Meeting ein
  • Wie teile ich meinen Bildschirm?
  • Wo finde ich den Chat?
  • Funktionieren Audio und Video/Bildschirm-Übertragung gut?

Technik-Check mit dem Dolmetscher:

  • Ggf. Installieren und einrichten der notwendigen Software
  • Funktioniert Streaming aus OBS?
  • Kennt der Dolmetscher das Programm mit den entsprechenden Einstellungen?
  • Wird die richtige Quelle im Stream übertragen?
  • Sind alle Audio- und Video-Einstellungen geklärt?
  • Funktioniert ggf. die Aufnahme

Technik-Check mit Kunde und Dolmetscher:

  • Funktioniert Streaming aus OBS?
  • Kann der Kunde Stream-Übertragungen empfangen, wird dies von dessen Rechner unterstützt?
  • Sieht der Kunde alle wichtigen Inhalte über den Stream?
  • Versteht der Kunde Audio des Dolmetschers gut?
  • Wie laut/leise soll das Deutsche und Englische Audio eingestellt sein?

Fazit:

Remote-Usability-Testing funktioniert auch mit Dolmetscher und ermöglicht so nicht nur eine ortsungebundene und kontaktlose Erhebung, sondern auch über unterschiedliche Länder und Sprachen hinweg. Es empfiehlt sich, für eine Reibungslose Erhebung mehr Zeit in die Vorbereitung zu investieren und durch Technikchecks mit allen Beteiligten das Risiko technischer Probleme erheblich zu senken. Das stellt auch den Kunden zufrieden:

“The technical setup of eresult enabled us to conduct international UX-Research completely remote, even with a live translation of the interviews. Smooth…”

Bas, UX Researcher, Milkshake Research, NL
Portraitfoto: Kathrin Häring

Kathrin Häring

User Experience Consultant

eresult GmbH

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