Standardisierte Fragebögen zur Messung der Usability/User Experience – derzeit wieder in Mode?

FrageZumindest kommt es mir bei der Durchsicht des Tagungsprogramms bzw. beim Besuch der Mensch & Computer 2009 (UPA-Track) vor… Hier ein wenig AttrakDiff2 im Vortrag „Produktionsnahe Anwendungen und hedonische Qualitäten – (K)ein Widerspruch?!“ (Wack, K.-J.; von Daimler), hier ein bisschen User Experience Questionaire bei der Frage „Was macht studiVZ attraktiv?“ (Schrepp, Martin; Held, Theo; Ilmberger, Waltraud; allesamt von SAP) und zu guter letzt noch ein Vergleich von „ISONORM 9241/10 und Isometrics: Usability-Fragebögen im Vergleich“ (Figl, Kathrin).

Wer sich jetzt fragt, warum die SAP AG sich mit der Attraktivität von studiVZ beschäftigt. Gute Frage(!) Wahrscheinlich, weil bei dieser vorgestellten Studie der eigens entwickelte User Experience Questionaire von SAP (u.a. von den Autoren der studiVZ-Studie, siehe dazu: „Konstruktion eines Fragebogens zur Messung der User Experience von Softwareprodukten“) zum Einsatz kam. Dies beantwortet vielleicht auch die Frage aus dem Publikum, warum nicht AttrakDiff2 verwendet wurde.

Zurück zum großen Universum der bereits bestehenden Fragebögen, die da u.a. sind:

Wie man sieht/liest, handelt es sich um teilweise sehr unterschiedliche Ansätze, die meist aus dem klassischen Software-Bereich kommen/stammen und daher nicht immer bzw. mehr auf alle Arten von User Interfaces anwendbar sind.

Wenn wir schon bei Thema spezielle Fragebögen sind, ist der von Frank Ollermann im Rahmen seiner Promotion entwickelte Fragebogen „qUOS (Questionnaire for Measuring the Usability of Online Shops)“ zu nennen.
Von Frank Ollermann – wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Osnabrück – Zentrum virtUOS – stammt übrigens auch eine sehr interessante Auseinandersetzung mit einigen der bereits genannten Fragebögen in folgendem Artikel: „Verhaltensbasierte Validierung von Usability-Fragebögen“.

Wer sich zur gesamten Thematik „Erhebung des Nutzererlebens“ auch noch interessante Gedanken gemacht hat, ist Sascha Mahlke. Siehe dazu beispielsweise seinen MUC06-Artikel „Emotionen als Aspekt des Nutzungserlebens – Implikationen für die Praxis“.
Daraus ist meines Wissens jedoch noch kein Fragebogen entstanden. Vielleicht treffe ich Herr Malke ja heute Abend auf der Abendveranstaltung der UPA und hake mal nach. Seinen Beitrag im Rahmen des „Usability Speed Dating“ zum Thema „Wie wird User Experience in der Praxis gemessen und gestaltet?“ fand ich schon mal sehr spannend. Ganz nebenbei: Was ist eigentlich aus dem durch das Publikum gestaltete „Plakat“ geworden?

Fazit: Die Beobachtung der ganzen in der Forschung & Praxis kursierenden Fragebögen bleibt spannend. Der Trend zur Messung von Usability & Emotionen ist unübersehbar bzw. in großen Teilen schon im hier und jetzt angekommen.

Auf zur nächsten UPA-Session…

Portraitfoto: Martin Beschnitt

Martin Beschnitt

Geschäftsführender Gesellschafter

eresult GmbH

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