UX Trends 2021 – ein versierter Blick in die Glaskugel

2021 – ich glaube jeder fragt sich, ob das Jahr genauso unvorhersehbar wird wie das vorherige. Wir wagen dennoch den Blick nach vorne – meine Kollegen und ich haben die eresult-Trends 2021 für Sie zusammengetragen. Daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Martin Beschnitt, Holger Fischer, Xaver Bodendörfer und Robin Nagel!


Beitragsbild: Matt Palmer on Unsplash

Usability und UX sind ein weites Feld und werden von vielen Seiten beeinflusst – daher ist es lohnenswert, den Blick über die reinen „UX-Trends“ weiter hinaus zu wagen. Hier finden wir spannende Entwicklungen, welche einen markanten Effekt auf unsere Arbeit als UX Professional haben werden. Dieser Artikel gibt einen ersten Überblick über Themen in verschiedenen Bereichen, welche wir für relevant halten (wir haben die Einteilung UX, Technologie, Gestaltung, Freizeit und Arbeitsleben gewählt) – die aber natürlich keineswegs vollständig sein können 😊.

Usability und User Experience – Entwicklungen im Fachgebiet UUX

  • Notwendigkeit von Menschzentrierung: Wahrscheinlich haben Sie es auch bemerkt: In den vergangenen Jahren – aber auch in 2020 ganz besonders hat sich etwas getan in Sachen „Digitalisierung“, wenn auch zaghaft. Der Stellenwert und auch die Investition in die Digitale Transformation waren 2019 in deutschen Unternehmen eher gering (Studie Etventure, 2019) – eine Nachbetrachtung 2020 wird hier bestimmt interessant! Die Nutzerzentrierung als wichtiger Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Digitale Transformation wird u.a. von Etventure und dem Digitalverband Bitkom in veröffentlichten Studien und Positionspapieren identifiziert. Digitale Transformation ist mehr als die Digitalisierung analoger Prozesse – hier braucht es ein komplettes Neudenken mit Blick auf die Technologie UND or allem auf die Menschen. Als größte Hürden geben Unternehmen neben Zeitmangel auch das fehlende interne Wissen im digitalen Bereich, aber auch im Bereich Nutzerzentrierung an. Hier braucht es externe Unterstützung im Bereich Enabling!
  • Metriken, KPI und UX Benchmarking: In Blogs, Webinaren, Diskussionen, bei unseren Kunden mit einer gewissen UX Reife, … immer wieder und überall zeichnete sich dieses Jahr der Trend zur Messbarmachung von Usability und User Experience im Unternehmen ab.
    Zahlen und Fakten sind ein gutes Mittel, sich selbst / das Projekt einzuordnen, aber auch Informationen und Veränderungen sichtbar und für andere (mehr oder weniger) nachvollziehbar darzustellen. Metriken, KPI und UX Benchmarking sehen wir als einen weiteren Trend für 2021 – der schon begonnen hat, aber weiter Fahrt aufnehmen wird. Die Messbarmachung von UUX ermöglicht die Steuerung und Koordination von UX im Projekt (Metriken) aber auch im ganzen Unternehmen (KPI). Es ist ein absolut notwendiger Baustein, UX tiefer im Unternehmen zu verankern und den UX-Reifegrad zu erhöhen. Denn die Messbarmachung der UUX ermöglicht die Quantifizierung des Effekts von UUX (-Maßnahmen) auf die Geschäftsziele. Wie wirkt sich eine Steigerung des UEQ auf die Konversionsrate aus? Welchen Effekt haben Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem UX-Test auf die Wiederkaufsrate? Und so weiter ….
  • Jakob Nielsens 10 UX Challenges in den kommenden 25 Jahren (2017 erstmals veröffentlicht): Fast ein Evergreen – zumindest noch die nächsten paar Jahre. Einige Inhalte sind auch hier in diesem Artikel abgedeckt – aber Jakob Nielsen spricht auch noch weitere Trends an, die auch wir für den Bereich UX in jedem Fall als relevant betrachten. Nur ein kleiner Auszug: UX Methoden werden – ähnlich wie Metriken, auch in unseren Augen an Akzeptanz und Relevanz gewinnen. Vor allem im zweiten Halbjahr 2020 sind die Nachfragen danach bei uns noch einmal angestiegen – auch bzw. vor allem bei Bestandskunden.
  • REMOTE (= ONLINE) ist gekommen, um zu bleiben: Die Corona-Pandemie wird uns auch 2021 begleiten. Der Fokus bleibt also auch weiterhin bei der Umsetzung von dem, was geht, als Remote- bzw. Online-Variante – auch für uns als UX Professionals. Dies sind neben dem normalen Arbeitsleben aus dem Homeoffice, Pflegen von Kunden- und Kollegenkontakten natürlich auch Workshops (Design Sprint, Design Thinking, …) aber auch Testing. Sogar wir bei eresult haben 2020 festgestellt: Es geht remote und online noch viel mehr, als wir vorher zu denken gewagt haben. Beflügelt wurde das ganze natürlich dadurch, dass fast die ganze Welt zu einem Neudenken gezwungen war. Wir sind der festen Überzeugung: Remote ist gekommen um zu bleiben. Natürlich werden Präsenzformate zurückkommen – denn auch diesen Wert haben wir erkannt. Dennoch ist die Umsetzung als Online-Variante auch mit vielen anderen Vorteilen behaftet – etwa noch mehr Kontext bei User Research und Testing, der sich im Lab einfach nicht so gut nachstellen lässt. Tipps und Tricks für Remote-Testing, Remote-Konzeption (Design Sprints) und vieles mehr finden Sie hier im Usabilityblog. Dazu einfach mal den Suchbegriff „remote“ eingeben. Oder auch auf eresult.de.

Technologie

  • Künstliche Intelligenz, Data Science & Maschinelles Lernen
    • KI (bzw. AI – artificial intelligence): Was in 2020 schon Diskussionsstoff war, wird 2021 noch gesteigert: AI und KI halten auch heute schon Einzug in unser Leben – teilweise sind sie schon selbstverständlich. Von der Nutzung interaktiver Systeme hin zur Zusammenarbeit, gleichzeitig mit einer Aufgabenumverteilung – das geht nicht reibungslos und erfordert die Gestaltung einer guten UX! Dies ist nur erfolgreich, wenn gleichzeitig auch Empathie und Akzeptanz berücksichtigt werden. Ein spannendes Feld, von dem sich viel erhofft wird, aber unklar ist, ob dies auch erfüllt werden kann. Auch das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Usability beschäftigt sich 2021 intensiv mit dieser Thematik.
    • Als UX Professionals versuchen wir unter anderem, Nutzerverhalten einzuschätzen und vorherzusagen. Dazu erheben wir regelmäßig Daten. Etwas überspitzt: „Je mehr Daten, desto besser können wir das“. Wir greifen auf die KI (Data Science und Machine Learning) zurück. Aus diesen Massen an Daten helfen uns intelligente Systeme, Schlussfolgerungen und Abnormalitäten zu erkennen und nachzuvollziehen.
      Doch auch solche Systeme stoßen an Ihre Grenzen – vor allem wenn es um das „Warum?“ geht. Ohne Antworten auf das „Warum?“ kann die Interpretation der Daten in die falsche Richtung gehen – und man entwickelt trotz bester Datenlage am Nutzer vorbei.  
      Es gilt, Big Data mit der Erfahrung der UX-Professionals zu verbinden, um sinnvolle Interpretationen und Erkenntnisse darauf abzuleiten: Mittlerweile gibt es AI-Basierte UX-Design-Firmen, welche Resultate der Data Science für die Gestaltung nutzen. Netflix ist ebenfalls ein gutes Beispiel hierfür. Personalisierung par excellence – jeder Nutzer bekommt eine eigens auf ihn zugeschnittene UX. Zukunftsmusik – vielleicht bald nicht mehr!
  • Augmented / Virtual / Mixed Reality (AR/VR/MR): Bekannte Buchstabenkürzel. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Endgeräten auch auf dem Consumer-Markt und VR zumindest als Teilangebot in vielen Hochschulstudiengängen in den Bereichen Gamedesign, Digital Design oder auch in der Architektur zu finden. Der Bereich wächst und etabliert sich immer mehr. Daher etablieren sich auch weitere Standards,  Entwicklungsstrategien und Heuristiken – der Nutzer soll bei dieser Technologie weder überfordert (inhaltlich als auch ergonomisch) noch alleingelassen (First User-Mode) werden. Zudem gilt es, die „Simulator-Krankheit“ – also ein Übelkeitsgefühl aufgrund eines Konfliktes zwischen Auge und Gleichgewichtsorgan) zu vermeiden.
    Die Anwendung dieser Technologie in Spielen kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen (bestimmt haben Sie den Hype um Pokémon Go mitbekommen). Aber auch im industriellen Bereich gibt es vielerlei Anwendungen, die man eher seltener mitbekommt: Simulatoren für Ausbildungs- und Trainingszwecke, therapeutische VR Anwendungen, um Ängste zu bezwingen, VR Produkt-Konfiguratoren für neue Autos, Küchen, Smart Home Produkte, aber auch virtuelle Vorstellungen von neuen Produkten als Highlights auf Messen, Events und Veranstaltungen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Techniker zur Reparatur von Großmaschinenanlagen als Augmented Reality-Anwendung, …
    Der Einsatz dieser Technologien ist auf keine spezielle Branche beschränkt – Anwendungsfelder sind überall denkbar.
    Immer bessere Technologien ermöglichen es, nicht nur Dinge sichtbar zu machen, sondern unsere Wahrnehmung anzureichern (Mixed Reality) – wenn man so möchte, Superkräfte auf Knopfdruck.  
  • Und noch ein kleiner Ausflug in die grundlegende Entwicklung, bei der noch nicht ganz abzusehen ist, welche Implikationen und Gestaltungsrichtungen dies haben wird. In jedem Fall wird dem End-Consumer dadurch noch mehr Zugang zu Programmen, Rechnerleistung, etc. eingeräumt – dies wird auch deutliche Auswirkungen auf die Business-Anwendungen und Entwicklungen haben: Apples Rechnersparte kehrt Intel den Rücken und stattet fortan alle Rechner mit eigenen Prozessoren aus. Vor wenigen Wochen wurden die ersten Geräte mit M1-Prozessor vorgestellt. Das ist deshalb so bedeutsam, weil nun Hard- und Software nahezu komplett von Apple stammt und alles so aufeinander abgestimmt ist, dass der Geschwindigkeitszuwachs eine neue Messlatte für alle anderen Geräte auf dem Markt gesetzt hat: Selbst der billigste Mac Mini für derzeit ca. 779 EUR schlägt preislich deutlich höher gelegene Intel Profi-Rechner deutlich und jeder Laie kann z. B. zukünftig 8K-Videos flüssig bearbeiten und hin und her schicken (schade, dass hierfür noch kaum Bildschirme auf dem Markt sind). MacBooks haben nun eine Batterielaufzeit von 20(!) Stunden. Maschinelles Lernen und komplexe Grafikanwendungen werden zukünftig für alle Nutzer verfügbar sein!
    Dies ermöglicht nun auch, dass iPhone Apps auf dem Mac laufen. Das hat sicherlich Implikationen für das UX-Design – welche muss man sich mal überlegen…
  • Zu guter Letzt der lohnt auch immer ein Blick auf den bekannten Gartner Hype Cycle.

Gestaltung

  • Zunehmende Relevanz von Bildern und Bewegt-Bild Inhalten: Durch Storytelling & Video Content erreichen Unternehmen eine deutlich bessere emotionale Ansprache und Bindung der Kunden. Dies wird im digitalen, globalen Wettbewerb zunehmend wichtiger. Der Besuch einer Website kann dabei einer Heldenreise gleichen, die immer weiter fortgesetzt werden kann. Und dies erreicht man mit Gestaltungselementen, welche Emotionen und Involvement am besten transportieren – ohne den Nutzer / Kunden zu überfordern. Steigende Endgeräte Performanz und 5G oder 4G-Ausbau tun ihr Übriges dazu.
  • VUI, NUI: Der Trend geht weg vom User Interface auf dem PC oder Smartphone als graphisches UI (GUI). Der Trend geht zu Natural User Interfaces (NUI). Interaktionen sollen sich natürlich anfühlen, das Interface bestenfalls gar nicht als solches wahrgenommen werden. Dies zeigt sich in vielerlei Richtungen: Voice User Interfaces (VUI) werden immer etablierter, auch die Ein- und Ausgabe soll sich wie eine natürliche Interaktion anfühlen. Übergreifende UI-Konzepte (übergreifende Anwendungen über Devices hinweg aber auch Device-inhärente Anwendungen) treten immer deutlicher in Erscheinung – die User Experience sollte hier nahtlos ineinandergreifen.
  • Neumorphism: Nachdem sich alle am „Apple“-Skeuomorphismus satt gesehen hatten, kam mit Windows 8 das Flat Design in verschiedenen Ausprägungen. Neumorphismus (oder auch „Soft-UI“) holt jetzt wieder ein bisschen Haptik zurück, bleibt dem minimalistischen Stil aber treu. Die graphische Nutzeroberfläche ähnelt mehr einer reliefartigen 3D-Gestaltung, aus der einzelne Elemente heraustreten (und nicht, wie etwa beim Material Design darüber zu schweben scheinen). Herausfordernd bei „zu viel“ Neumorphismus ist eine gute Nutzerfreundlichkeit und auch Barrierefreiheit zu erreichen. Wenige Kontraste, Pastellfarben und der minimalistische Ansatz erfordern Kreativität in der Umsetzung einer guten Usability und UX.
  • Minimalismus: „Dinge“ auf das Wesentliche und Relevante reduzieren. Überfrachtete Systeme und UIs, welche dem Nutzer zu viele Möglichkeiten bei gleichzeitig hoher Ablenkung und fehlender Unterstützung ermöglichen, werden zunehmend weniger. Den Mut, kaum genutztes wegzulassen und neue Wege zu gehen, in dem man sich wieder auf den Nutzer, dessen Anforderungen und Aufgaben fokussiert sehen wir nicht nur in der reinen Oberflächengestaltung (siehe ein Punkt darüber), sondern auch in der System- und Interfacegestaltung. Hier schlagen wir den Bogen zur Technologie: BigData bzw. AI können hier helfen, personalisiert oder kontextbezogen Funktionen / UI Elemente anzuzeigen.
  • Übergreifende Marken-Experiences: Die Gestaltungstrends 2021 zeigen sich schon in gewisser Weise im macOS Big Sur: Mit macOS 11 Big Sur erfolgt laut Apple-Manager Craig Federighi das „größte Design-Update seit mehr als einem Jahrzehnt“. Ziele sind unter anderem, mehr Klarheit ins Design bringen, visuelle Komplexität reduzieren, systemübergreifende, konsistente Bildsprache, einheitlich gestaltetes Apple-Ökosystem für nahtlosen Wechsel zwischen Devices. Daran orientieren sich auch andere Programme, welche auf iOS laufen – wie z.B. Microsoft Outlook für Mac.
    Wir sind der festen Überzeugung, dass sich die Konsistenz in der Gestaltung über unterschiedliche digitale Interfaces, aber auch zwischen unterschiedlichen Anwendungen auf einem Device hinweg erstrecken wird – Digital Design Pattern Libraries, welche dies abdecken, sind Herausforderung und Trend zugleich, die für uns 2021 relevant werden.

Freizeit

  • Multi-Fernseh-Erlebnisse: Unser Freizeitleben wurde dieses Jahr auf eine drastische Weise verändert. Bewegte Bilder werden überall konsumiert – längst nicht nur auf dem Fernseher zuhause. die Zahl der sogenannten Media-Multi-Tasker ist europaweit gegenüber 2006 um 38 Prozent gewachsen (EIAA). Internet und Fernsehen wachsen zusammen.
    Nach dem Hype um Streaming-Dienste rüsten Lineare Programmanbieter auf: Sozial, interaktiv, multifunktional und – zumindest der Anspruch – maßgeschneidert für den Zuschauer. Ein Beispiel aus 2020 hierfür sind TV-Formate mit Second Screen-Anwendungen (z. B. Auf ProSieben – The Masked Singer) oder die Galileo-Quiz-Einspieler.
    Die neuen Trends in Sachen Fernsehen gepaart mit den Neuerungen, welche auf der CES2021 erwartet werden dürfen versprechen ein neues, multimodales, interaktives und soziales Erlebnis.
  • Multimodale Experience: Was sich im Fernsehen schon zeigt, sehen wir auch in anderen Bereichen: Die Verzahnung von on- und offline wird zunehmen. Mehr digitale PoS (Point of Sale), mehr digitale Services aber auch Touchpoints vor Ort. Haben Sie schon einmal eine Weinprobe vor dem PC / Fernseher gemacht? Ich (seit 2020) schon!
    Dieses Jahr wurden Heimarbeitsplätze, Videokonferenzen, Online-Meetups, etc. zur Selbstverständlichkeit. Teilweise noch auf unsicheren Beinen, wird sich diese Infrastruktur 2021 etablieren – da sind wir uns sicher. Die „Internetwirtschaft“ wird in den kommenden Jahren einen weiteren Sprung nach vorne machen – aber die Kanalübergreifende User Experience an allen Touchpoints weiterhin im Blick zu behalten, bleibt die große Herausforderung!
  • Etwas, was wir auch sehr spannend finden, sind neue, hybride Interaktionsformen – zusammen und doch getrennt. Der ein oder andere mag es vielleicht aus der eine Folge der Serie „Big Bang Theory“ kennen, in der sich Sheldon ein „Mobile Virtual Presence Device“ baut, um fortan mit der Welt über dieses Device zu kommunizieren, um seine Lebensspanne durch den Ausschluss von Kontakt mit der Umwelt so zu verlängern.
    Solche Formate, existieren mittlerweile in echt. Doublerobotics zeigt dies eindrucksvoll auf deren Website. Und sogar der Bund fördert Projekte in diese Richtung.

Arbeitsleben

  • B2B wird digital(er): Die Corporate Website, welche früher eher ein digitalisierter Flyer (etwas überspitzt!) waren, werden heute ausgebaut. Weg von der reinen Hochglanzseite hin zu mehr Funktionalitäten, Plattformen, Funktionen – Vertriebsprozesse werden noch stärker digitalisiert – und die Kunden (Einkäufer) fordern dies auch ein. B2B-Prozesse werden seit 2020 verstärkt digitalisiert – das merken auch wir (2020 haben wir uns weiter im Bereich B2B UX spezialisiert) und sehen dies als weiteren anwachsenden Trend für 2021. Jeder B2B-Kunde /-Einkäufer /-Entscheider ist ein Mensch, mit Erwartungen, Erfahrungen, Bedürfnissen – auch gerade im privaten Bereich! Und die Top UX Erfahrungen im Privaten erhöhen die Anforderungen an gute UX im B2B Bereich rasant.
  • Neudenken in der Strukturierung & Digitalisierung: Die Digitalisierung erfordert neues Denken, Mut aber auch Know-how. Essentiell dafür ist ein gemeinsames Zielbild, ebenso wie die Schritte, dieses zu erreichen. Um die Ansprüche von Kunden, Mitarbeitern, Markt und Unternehmensführung unter einen Hut zu bringen und dabei alle mitzunehmen, ist es sinnvoll, Methoden dafür zu wählen, die das alles einmal aus einer anderen Perspektive betrachten: Neben einer Standortbestimmung zur neuen Strategie können Kreativ- und Konzeptionsworkshops helfen, ganze Produktangebote und Services neu zu denken.
  • Neustrukturierung der Arbeitsplatzgestaltung- hybride Formen: Spannend wird auch zu beobachten sein, wie sich die in den letzten Jahren etablierten und beliebten offenen Büroflächen im sog. „New Work“-Format verändern werden.
    Vor der Pandemie wollten Unternehmen Kaffee-Küchen zum informellen Austausch, offene Büros und maximale Flexibilität. Kreativräume für Workshops wurden geschaffen – der Austausch im Team war extrem wichtig – kollaboratives Arbeiten eben. Doch seit Corona denken Firmen und Mitarbeiter intensiv darüber nach, was einen guten Arbeitsort wirklich ausmacht: Wie viel Austausch tut gut, wie viel Abstand ist gewünscht? Hier gilt es, in Zukunft den Spagat zu meistern und auch weiterhin flexibel zu bleiben bzw. flexibel zu werden.
  • Dezentralisierung der Arbeitsplätze: Die Auswirkungen der Pandemie gehen in unseren Augen noch weiter – Dezentralisierung ganzer Unternehmen könnte hier möglich sein. Neue Arbeits- und Kollaborationsformen werden hier geschaffen und erfordern schon bei der Gestaltung das Mitdenken für den (späteren) Nutzer / Kollegen / Mitarbeiter / …
    Shopify geht den Weg sehr konsequent: „Digital by Default“ nennen Sie diesen Ansatz. Unter anderem wird das Team nach Zeitzone und nicht nach physikalischer Entfernung zusammengesetzt und auch eingestellt. Wir werden verfolgen, wie sich dies entwickelt.

Es bewegt sich viel, ist spannend und bringt die digitale Transformation weiter nach vorne. Der Faktor Mensch wird dabei immer bedeutender. Mit den Methoden und Techniken des Human-Centered Designs und einer angemessenen UX-Strategie können wir die Trends gewinnbringend für die Menschen und auch die Unternehmen anpacken. Sprechen Sie uns an!

Haben Sie weitere Trends für 2021? Wir freuen uns über bereichernde Kommentare unter diesem Artikel!

Portraitfoto: Melanie Wieland

Melanie Wieland

Senior User Experience Consultant

eresult GmbH

Bisher veröffentlichte Beiträge: 22

Ein Kommentar

  • Anna

    Schöner umfassender Ausblick! Nur an dem Einzug der KI zweifle ich noch – was aktuell als KI geworben wird, ist oft noch nicht im entsprechenden Maße von sich aus intelligent. Zum Beispiel, kann man erfahrungsgemäß bei Echo oder Alexa von Intelligenz noch nicht sprechen, es ist eine Frage-Antwort Interaktion, die zwar als Sprachsteuerung ganz praktisch ist, jedoch noch sehr rudimentär verläuft und auf „hartprogrammierten“ Informationen basiert, anstatt Muster zu erkennen oder neue Informationen zu verarbeiten. Trotzdem bin ich sehr gespannt auf die Entwicklung in diesem Feld und auf die intelligenten KI-Systeme, vor allem im Alltag.

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