Archiv der Kategorie: Methoden & Verfahren

Arbeiten mit Personas – Teil 1: Wie führt man Personas erfolgreich in Unternehmen ein?

Beispiel für eine Sedcard

Eine typische moderne Sedcard: großes Bild, wenig Text, viele Diagramme.

In den meisten Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, ist es mittlerweile unstrittig, dass man Personas braucht. Jedes Unternehmen, das erfolgreiche Produktentwicklung und zielgerichtetes Marketing betreiben will, sollte über Personas verfügen. Soweit die allgemeine Meinung. Taucht man dann weiter ab und fragt wer genau im Unternehmen die Personas zukünftig nutzen wird und auf welche Weise, wird es allerdings oft wenig konkret. Einmal kam auf diese Nachfrage die ehrliche aber auch desillusionierende Antwort: wir wollen Personas, weil unser Wettbewerber auch welche hat.
Personas können ein sehr mächtiges Instrument sein, um Nutzerbedürfnisse gut im Blick zu behalten und nicht Geld in Entwicklungen oder Kampagnen zu stecken, mit denen man niemanden erreicht. Aber sie müssen im Unternehmen auch „gelebt“ werden. Niemandem ist geholfen, wenn sie nach einem erfolgreichen Personaprojekt in einer Schublade verschwinden. Daher sollte unbedingt Budget und Zeit für die Kommunikation im Unternehmen eingeplant werden. Wie könnte die Kommunikation aussehen? In ersten Teil von „Arbeit mit Personas“ stelle ich Wege für die erfolgreiche Einführung von Personas im Unternehmen vor. Weiterlesen

Psychologie für bessere Personas

Wer gute Anwendungen erstellen will, muss seine Nutzer kennen. Zunächst steht man vor der Herausforderung, die Informationen über die Nutzer zusammenzutragen. Als Nächstes muss man die gefundenen Informationen aufbereiten und so verdichten, dass alle im Team verstehen, für wen sie arbeiten und wobei es darauf ankommt. Um die Nutzer zu beschreiben, haben sich die Personas bewährt (zur Umsetzung siehe z.B. hier im Blog Kenne deinen Kunden – Ablauf eines Persona-Projektes mit Tipps und Tricks aus der Praxis)

Doch wie kann ich meine Personas noch greifbarer machen? Gibt es dazu Ansätze aus anderen Disziplinen, die uns helfen, unsere Personas noch besser zu machen? Dazu gehen wir in die Psychologie, in die Literatur und in die Sozialforschung.

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Tipps für schnelle und einfache Usability-Tests

Funktioniert gemeinsam: Agile Medthoden und UX-Design

Agile Methoden und UX-Design

Als Gründe gegen das Usability-Testing hört man immer wieder, dass es zu teuer ist und es zu lange dauert. Dass es so nicht sein muss, damit möchte ich mich heute beschäftigen.
In meinem letzten Artikel habe ich schon einmal kurz einen von Nielsen in den 80er Jahren veröffentlichten Ansatz angeschnitten. In diesem Ansatz geht es darum, wie UX-Projekte möglichst kurz und kostengünstig gestaltet werden können. Diesen Ansatz nennt Nielsen Discount Usability Testing, immer wieder begegnet einem allerdings auch der Name Lean UX Testing. Weiterlesen

5 gute Gründe warum Design Workshops Ihre Produktentwicklung erfolgreicher machen

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Agile! Lean! Wir brauchen einen Workshop. Kommt lasst uns Design Thinking und Ideation machen, noch heute. Creation & Innovation ist immer gut. Und Google Design Sprints! Lasst uns Spaß haben und Post-Its an die Wände kleben. Kaffee dazu?

All die Buzzwords sind kein Vorwand, um diesen Artikel suchmaschinenoptimiert zu machen (okay ein bisschen schon). Es ist einfach harte Realität, dass mit den Begriffen häufig um sich geworfen wird, ohne so ganz genau zu wissen, wie sie sich unterscheiden. Und oftmals werden Design Sprints oder Design Thinking Workshops als „coole, verrückte Brainstorming Sessions“ abgestempelt. Weiterlesen

Das Internet erobert die Drogeriebranche

Beim Thema E-Commerce fallen einem in der Regel eher die großen Player wie Amazon, Otto oder Zalando ein. Der Internethandel hat bereits eine Vielzahl an Branchen erobert und ist beim Kauf von Flügen, Hotels, Medien aller Art, Elektrogeräte und Mode der favorisierte Kanal. Die Drogeriebranche hat sich mit dem Einstieg ins Internet lange Zeit gelassen. Erste Versuche scheiterten bzw. wurden schnell wiedereingestellt. Seit einigen Jahren sind nahezu alle großen Drogerieketten im Internet vertreten und es ist an der Zeit diese Branche im usabilityblog.de etwas näher zu betrachten. Weiterlesen

Nähe und Entfernung – Auswertung von offenem Cardsorting

Bei der Neukonzeption der Informationsarchitektur einer Webseite über ein offenes Cardsorting werden die Inhaltselemente zunächst möglichst vollständig erfasst. Die Benennungen der Elemente werden aufgenommen. Dann werden von Probanden aus den Elementen Gruppen gebildet und diese benannt. Über Beobachtung und Befragung werden zusätzliche qualitative Daten generiert. Aus diesen Daten soll eine Informationsarchitektur entstehen, die dem mentalen Modell des Nutzers möglichst gut entspricht und ihn in seiner Suche nach Inhalten unterstützt. Das Ergebnis ist nichts anderes, als eine nutzerzentriert geschaffene Klassifikation der Inhalte. Die reine Erhebung der Daten über ein Cardsorting ist denkbar einfach. Die Kunst der Methode liegt aber im Übergang von den Daten zum Entwurf der Informationsarchitektur. Hierauf soll in diesem Beitrag genauer eingegangen werden. Welche Besonderheiten haben die Daten aus einem offenen Cardsorting? Wie können Tools wie die Similarity Matrix und Dendogramme eingesetzt werden? Inwieweit können Erkenntnisse aus dem Bereich der Klassifikation den Vorgang der Entwicklung einer neuen Informationsarchitektur unterstützen? Weiterlesen

Es ist Zeit, dass wir uns trennen: Wann sollten Personas erneuert werden?

Von Anna trennen? Das kann manchmal die richtige Entscheidung sein.

Von Anna trennen? Das kann manchmal die richtige Entscheidung sein.

Es gibt in der Arbeit als UXler häufig Situationen in denen es sehr emotional werden kann. Zum Beispiel, wenn im UX-Test der neue Prototyp von den Probanden überhaupt nicht verstanden wird und die Entwickler bibbernd zusehen. Oder man der Designabteilung erklären muss, dass die neue Farbwahl sehr schön ist, aber keinerlei Standards im Sinne der Barrierefreiheit erfüllt. Besonders emotional kann es werden, wenn man andeutet, dass es Zeit für neue Personas ist… Weiterlesen

Musik und User Experience: Synthesizer mit Gesten steuern

Musik und Human-Computer Interfaces

Musik und Human-Computer-Interaction ist ein wirklich großartiges Schnittfeld (wenn man meiner persönlichen Meinung glauben mag). Zur Präsentation eines frühen Prototypen meines aktuellsten Musik-HCI Projekts, wurde ich dieses Jahr an die University of Sussex im Süden Englands eingeladen. Dort fand das Designing Interfaces for Creativity Symposium statt. Weiterlesen

Erst Ergründen dann Quantifizieren – Einsatzgebiete und Grenzen von quantitativen Umfragen

„In welchen Situationen nutzen Sie eine Navigationsapp?“ Umfragen sind eine wichtige Methode für viele Untersuchungsgegenstände. Personas können definiert, Motivatoren erkannt und wichtige Inhalte und Funktionen einer Webseite identifiziert werden. Nicht jede Fragestellung lässt sich jedoch direkt über Umfragen beantworten. Häufig ist es sinnvoll, über einen Methodenmix eine qualitative Studie vorzuschalten und so die Qualität der Umfrage über eine genauere Kenntnis des Themas zu erhöhen. Im obigen Beispiel können erschöpfende Antwortvorgaben nur angeboten werden, wenn bereits Erkenntnisse zum Nutzungskontext vorliegen. Wird ein offenes Textfeld als Antwortoption angeboten, ist die Auswertung sehr mühsam und ein Nachfragen und Vertiefen ist nicht möglich. Erkenntnisse aus einem qualitativen Interview geben dagegen differenzierte Antworten zur Frage des Nutzungskontextes und der damit verbundenen Bedürfnisse und Anforderungen. Diese können dann in einer quantitativen Befragung mit größerer Stichprobe verifiziert und in ihrer Wichtigkeit und Häufigkeit bewertet und priorisiert werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Einsatzbereiche von quantitativen Umfragen zusammengetragen. Es wird die Frage beleuchtet, wann ein quantitativer Ansatz sinnvoll ist und wann eine Methodenkombination zu empfehlen ist. Weiterlesen

Usability-Forschung im agilen Kontext: Wie können wir sie besser integrieren?

Bevor ich angefangen habe hier bei eresult zu arbeiten, habe ich einige Jahre als Product Owner verbracht. Bei verschiedenen Unternehmen konnte ich diverse agile Ansätze einsetzen und stehe jetzt wieder mit beiden Beinen im Forscherleben. Was ich in der Zeit beobachten konnte und auch jetzt noch aus Gesprächen mit Kunden und Kollegen mitnehme ist, dass viele Unternehmen, die agil arbeiten die Usability-Forschung nicht oder nur sehr wenig in ihre Entwicklungs-Iterationen einbringen. Natürlich gilt das nicht für alle Unternehmen, allerdings gibt es einige, die wenig oder kaum Forschungsaufwand betreiben. Schaut man sich den Schwerpunkt auf dem Stellenmarkt der UX-Welt an, dann liegt dieser im UX-Design und die Forschung muss noch etwas aufholen. Weiterlesen